Deutschland
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Dieser sächsische SPD-Politiker sagt: "Auch ich bin ein Rassist!"

04.06.18, 16:30 05.06.18, 11:08

Mit dieser – nunja, etwas kontroversen – Aussage wollte sich der Leipziger SPD-Politiker Jens Katzek mit seiner Parteifreundin Andrea Nahles solidarisieren.

Hier der Screenshot des (mittlerweile gelöschten) Posts:

Screenshot: Facebookseite von Jens Katzek

Bitte was?

Alles begann mit Äußerungen der SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles in der vorvergangenen Woche. In einem Interview mit der "Passauer Neuen Presse" sagte sie:

"Die Anerkennungsquoten für Asylbewerber aus diesen Staaten liegen unter fünf Prozent. Daher ist es in der Sache richtig, die Maghreb-Staaten zu sicheren Herkunftsländern zu erklären."

Andrea Nahles, SPD-Bundesvorsitzende

Abschließend sagte Nahles dann den Satz, der im Netz Shitstorm auslöste.

"Wir können nicht alle bei uns aufnehmen."

Andrea Nahles, SPD-Bundesvorsitzende

Für diese Aussage wurde die SPD-Chefin scharf kritisiert. Unter anderem vom Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert im watson-Interview.

Andere warfen Andre Nahles wegen ihrer Aussage explizit Rassismus vor. Dagegen will der Leipziger SPD-Politiker Jens Katzek Nahles nun verteidigen. Bei der vergangenen Bundestagswagl trat Katzek als Direktkandidat für die Partei im Leipziger Süden an.

Jetzt schrieb er in seinem Facebook-Post: 

"Solidarität ist ein Wert, der in der Geschichte der SPD eine enorme Rolle spielte. Deshalb will ich mich klar mit meiner Bundesvorsitzenden Andrea Nahles solidarisch erklären. Sie wurde faktisch als Rassistin beschimpft, weil sie die Meinung vertreten hat, dass es Sinn macht, Tunesien, Algerien und Marokko zu sicheren Herkunftsländern zu erklären. Dieser Selbststörung der SPD will ich nicht mehr schweigend zusehen. Um es klar zu sagen: Wer diese Länder als sichere Herkunftsländer bezeichnet, ist meiner Meinung nach KEIN Rassist. Und Menschen, die dies anders sehen, kann ich nur sagen: Dann bin auch ich ein Rassist!"

Auf den Shitstorm-Konter folgt: ein Shitstorm

Katzeks Selbstbezichtigung kommt nicht unbedingt gut an. Viele Mitlesende kritisierten ihn für seinen Post. Auch auf Twitter kursierten schnell Screenshots des ungewöhnlichen Facebook-Posts.

Am Montagnachmittag löschte Katzek den Eintrag schließlich – mitsam aller Kommentare.

Auch aus der eigenen Partei kommt Kritik.

So griffen etwa die sächsischen Jusos Jens Katzek unter seinem Post scharf an. Die Generalsekretärin der SPD Sachsen forderte Katzek sogar auf, zumindest das SPD-Logo aus dem Foto zu entfernen.

screenshot: facebookseite von jens katzek

Was zu der Angelegenheit abschließend noch zu sagen wäre:

Bild: giphy.com

(fh)

Das könnte dich auch interessieren:

Dieser Käfer braucht Alkohol, um seine Kinder großzuziehen

Dieses Model könnte Heidi Klum arbeitslos machen

So fallt ihr beim Sneaker-Kauf im Internet nicht auf Betrüger herein

Poo with a view – 15 Klos mit Aussicht

15 Tiere, die am Wochenende viel aktiver sind als du

"Ich hasse Menschen auf Konzerten"

Die Donut-Theorie sagt uns, wie wir gut leben können, ohne die Erde zu zerstören

Wein doch: "Sprachnachrichten sind gestohlene Lebenszeit!"

Politiker oder Influencer – wer hat diese Bilder gepostet?

"Quizz die Gesa" – Bist du schlauer als unsere Chefredakteurin? 

18 Gründe, warum wir die 2000er vermissen

5 Frauen, die in Deutschland muslimischen Feminismus prägen

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Ein Schaffner wollte diese Abgeordnete mit dunkler Hautfarbe rauswerfen

So sieht Alltagsrassismus aus: Ein Schaffner in einem Regionalexpress wollte eine Frau mit dunklerem Hautton aus der 1. Klasse werfen – ohne überhaupt nach dem Ticket zu fragen. Er war an die SPD-Landtagsabgeordnete Giorgina Kazungu-Haß geraten. 4 Fakten.

Peinliche Momente in einem Zug im Rheinland-Pfalz: Ein Schaffner hat sich nicht vorstellen können, dass die dunkelhäutige rheinland-pfälzische SPD-Landtagsabgeordnete Giorgina Kazungu-Haß (30) mit ihrer Familie Tickets für die 1. Klasse …

Artikel lesen