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Commercial aircraft cabin with rows of seats down the aisle. morning light in the salon of the airliner. economy class

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Der Flug-Check: So reisen unsere Spitzenpolitiker in den Urlaub

Teresa Dapp

Wenn es um Klimaschutz geht, vermischen sich schnell Wissenschaft und Moral. In der Urlaubszeit steht das Fliegen im Fokus. Was plant die Politik – und heben die Bundesminister privat eigentlich ab?

Goethe dichtete "Sieh, das Gute liegt so nah", und viele Klimaschützer sehen das genau so. Proppevolle Flughäfen und das fortwährende Wachstum der Luftfahrtbranche sprechen zwar eine andere Sprache, aber wenn ein Hitzerekord den nächsten jagt und junge Demonstranten von Fridays for Future den Stuttgarter Flughafen unsicher machen, reist manch einer wohl mit schlechtem Gewissen.

Und wenn es nach den regierenden Parteien geht, bald auch teurer. Ob SPD, CDU oder CSU:

Schwer zu sagen, denn in vielen Ministerien heißt es zu Fragen nach dem Sommerurlaub: Privatsache.

Um den Flug in den Urlaub ging es auch in diesem Gespräch zwischen einer jungen Grünen- und einem Liberalen Bundestagsabgeordneten:

Die Klimabilanz der Regierung und ihrer Mitarbeiter

In der Tat sind die Mitglieder der Bundesregierung und ihre Mitarbeiter ständig auf Achse.

Der Hintergrund der Flieger-Debatte

Den Startschuss für die Sommer-Debatte über höhere Ticketpreise gab Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) ab, die über ihren Urlaub schweigt, aber die Luftverkehrsabgabe erhöhen will. Ähnliche Pläne hat die CSU, wie Landesgruppenchef Alexander Dobrindt dem Münchner "Merkur" sagte. Unionsfraktionsvize Andreas Jung (CDU) will ebenfalls höhere Abgaben des Flugverkehrs. Gut möglich, dass die im "Gesamtpaket" für mehr Klimaschutz stecken werden, das am 20. September – in nicht mal acht Wochen – beschlossen werden soll.

Fliegen oder nicht fliegen, diese Frage muss sich unabhängig vom Ticketpreis jeder selbst beantworten. Vor allem über Grünen-Politiker ergießt sich öfter mal Häme, wenn sie an Flughäfen gesichtet werden oder Urlaubsbilder aus der Ferne posten. Wissenschaft und Moral vermischen sich schnell, wenn es ums Klima geht.

Fest steht: Mehr als zwei Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes gehen aufs Konto der Luftfahrt, der Sektor wächst Jahr für Jahr. Weil Flugzeuge sehr hoch fliegen, wirken sich auch die Ausstöße von Wasserdampf, Stickoxiden und Rußpartikeln auf den Strahlungshaushalt der Erde aus.

Ein Flug von Deutschland auf die Kanarischen Inseln und zurück verursacht laut Umweltbundesamt pro Person einen Ausstoß von ca. 1,8 Tonnen CO2. Mit einem voll besetzten Mittelklassewagen könne man dafür rund 45 000 Kilometer weit fahren – weiter als in der Theorie – einmal den kompletten Äquator entlang.

(dpa)

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