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Jetzt rügt sogar die AfD selbst ihren Vorsitzenden Gauland

Nach der "Vogelschiss"-Äußerung von AfD-Chef Alexander Gauland fordert die Alternative Mitte eine öffentliche Entschuldigung von ihrem Parteivorsitzenden.

Die Gruppierung erklärte:

"Einem Politiker, der über ein Mindestmaß an Fingerspitzengefühl und Verantwortungsbewusstsein für unsere Geschichte verfügt, darf das nicht passieren"

Die Gruppe versteht sich sich als Strömung der Gemäßigten in der AfD.

Das hatte Gauland gesagt:

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Alexander Gauland neben Björn Höcke und Andreas Kalbitz in Seebach. Bild: dpa

Gauland hatte am Samstag beim Bundeskongress der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative im thüringischen Seebach gesagt: "Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte." Der Satz fiel nach einem Bekenntnis zur Verantwortung der Deutschen für den Nationalsozialismus mit Millionen ermordeten Juden und Millionen Kriegstoten.

Die Alternative Mitte warf Gauland vor, er habe damit das Bild einer am rechten Rand offenen Partei vermittelt. "Als Politiker und Mitglieder der AfD entschuldigen wir uns öffentlich bei allen Opfern des Naziregimes sowie deren Familien für die als unglaubliche Bagatellisierung der Nazizeit empfundene Äußerung unseres Parteivorsitzenden", heißt es in der Erklärung. 

Es heißt dort weiter:

"Wir bitten auch Alexander Gauland selbst, bei allem Respekt vor seiner Person und seinen Verdiensten für die AfD, sich öffentlich zu entschuldigen."

Breit gefächerte Kritik

Auch der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen distanzierte sich von der Äußerung seines Co-Vorsitzenden. "Der Herrn Gauland angelastete Satz - insbesondere die Bezeichnung "Vogelschiss" - ist in der Tat ausgesprochen unglücklich und die Wortwahl unangemessen", sagte Meuthen Zeit Online.

Gauland selbst verteidigte seine Wortwahl am Sonntagabend, sprach allerdings von "Fliegenschiss": "Ich habe den Nationalsozialismus als Fliegenschiss bezeichnet. Das ist eine der verachtungsvollsten Charakterisierungen, die die deutsche Sprache kennt. Das kann niemals eine Verhöhnung der Opfer dieses verbrecherischen Systems sein", hieß es in einer persönlichen Stellungnahme.

Die anderen im Bundestag vertretenen Parteien sowie Vertreter der Zivilgesellschaft hatten entsetzt auf die Äußerung Gaulands reaigiert. Dass so harte Stimmen aus seiner Partei selbst kommen, ist dagegen selten.

(fh/dpa)

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