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Hunderte kommen zu Kundgebungen in Köthen und Halle – mal friedlich, mal mit "Sieg Heil"

"Wir trauern" – unter diesem Motto hatte der AfD-Abgeordnete Hannes Loth einen Trauermarsch in Köthen angemeldet, zu dem nach Polizeiangaben etwa 550 Menschen kamen.

Köthen

People attend a minute of silence during a gathering after a 22-year-old German man died in the eastern town of Koethen and two Afghans have been detained on suspicion of killing him, in Koethen, Germany, September 10, 2018. REUTERS/Hannibal Hanschke

Bild: X02197

Nach einer Schweigeminute und einer kurzen Kundgebung auf dem Markt zogen die Teilnehmer durch die Innenstadt zu dem Schauplatz der Auseinandersetzung, einem Spielplatz. Hier war es zum Streit zwischen zwei Männergruppen gekommen. Ein 22-Jähriger starb, für ihn wurde ein Kranz der AfD Sachsen-Anhalt niedergelegt. Er war der Bruder eines bekannten Rechtsextremen aus Köthen.

Köthen

People hold a banner reading:

Bild: X02197

Tags zuvor waren bei einer ersten Spontandemonstration rund 2500 Menschen zusammengekommen. Unter den Demonstranten waren nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden zwischen 400 und 500 Rechtsextreme aus Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen.

Was ist in Köthen passiert?

Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler war es in der Nacht zu Sonntag an dem Spielplatz zum Streit zwischen mindestens zwei afghanischen Staatsbürgern und mindestens zwei Deutschen gekommen. Am Ende war der 22-Jährige tot. Er starb nach Behördenangaben an Herzversagen. Wie genau es dazu kommen konnte, ist bislang nicht zweifelsfrei geklärt. Die Polizei nahm zwei Afghanen im Alter von 18 und 20 Jahren fest. Im sächsischen Chemnitz hatte zwei Wochen zuvor ein ähnlicher Fall zwei Tage lang zu Spontandemos mit rechtsextremer Beteiligung und Gewaltausbrüchen geführt.

Dem Augenschein nach beteiligten sich am Montagabend vor allem Menschen aus Köthen und der Region an der AfD-Kundgebung. Laut Polizei gab es zunächst keine Strafanzeigen. Im Zusammenhang mit der Demonstration am Vortag hatte die Polizei zunächst zehn Anzeigen registriert. Innenminister Stahlknecht zog ein positives Fazit. Er dankte allen Polizisten.

"Wir haben die Versammlungsfreiheit garantiert und einen starken Staat demonstriert"

Holger Stahlknecht Deutsche Presse-Agentur

Es blieb friedlich in Köthen.

Anders sah es in Halle aus. Dort rissen einige der 450 Teilnehmer einer Montagsdemo den rechten Arm hoch zum Hitlergruß, riefen "Sieg Heil", attackierten Polizisten. Die Polizei leitete zehn Ermittlungsverfahren ein, unter anderem wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Körperverletzung. Die rechte Szene hatte ihre Anhänger verstärkt für die Demonstration in Halle mobilisiert nach den Vorfällen in Köthen und Chemnitz. 

Manche Demonstranten in Halle seien stark alkoholisiert gewesen und hätten Polizisten bespuckt, hieß es von der Polizei. Außerdem sei es zu Handgreiflichkeiten unter Demonstranten gekommen. Wieviele der Teilnehmer Rechtsradikale waren, vermochte die Polizei zunächst nicht zu sagen. Neben der Montagsdemo gab es demnach eine Gegenveranstaltung der linken Szene mit 80 bis 100 Teilnehmern. Die sei friedlich geblieben.

(sg/dpa)

Von einem Parkhaus gefilmt: Die komplette rechtsextreme Demo in Chemnitz

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Video: watson/Felix Huesmann, Marius Notter

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