Deutschland
19.03.2018, Berlin, Deutschland - Pressekonferenz der Partei Alternative fuer Deutschland, AfD zum Thema Syrienreise von AfD-Politikern. Foto: Christian Lueth, Pressesprecher der AfD. *** 19 03 2018 Berlin Germany Press Conference of the Alternative Party for Germany AfD on the topic of Syria travel by AfD politicians Photo Christian Lueth Press spokesman of the AfD MR: N

Nach Fantasien, Migranten umzubringen, wurde Christian Lüth fristlos entlassen. Bild: imago stock&people / Reiner Zensen

AfD-Fraktion kündigt Ex-Sprecher Lüth fristlos

Die AfD-Fraktion hat ihren langjährigen Pressesprecher Christian Lüth nach Berichten über menschenverachtende Äußerungen fristlos entlassen. Der Fraktionsvorstand habe die Entscheidung am Montag einstimmig gefällt, sagte ein Fraktionssprecher am Montag zu AFP in Berlin. Hintergrund seien aktuelle Berichte, wonach Lüth unter anderem über die Möglichkeit des Erschießens oder Vergasens von Migranten gesprochen habe.

"Wir können die nachher immer noch alle erschießen (...) Oder vergasen, oder wie du willst."

Christian Lüth bei einem heimlich gefilmten Treffen

Bei einem heimlich von ProSieben gefilmten Treffen mit einer rechten Publizistin im Februar sprach sich der damalige AfD-Fraktionssprecher laut dem Nachrichtenportal "Zeit Online" dafür aus, dass "noch mehr Migranten kommen". Weiter sagte er demnach: "Weil dann geht es der AfD besser. Wir können die nachher immer noch alle erschießen. Das ist überhaupt kein Thema. Oder vergasen, oder wie du willst. Mir egal!"

"Zeit Online" berichtete, ProSieben spreche aus rechtlichen Gründen in einer dazugehörigen Fernsehdokumentation nur von einem hohen AfD-Funktionär und nenne Lüths Namen nicht. Allerdings habe das Portal Lüth mithilfe mehrerer Informanten eindeutig identifiziert. Der Film wurde am Montagabend ausgestrahlt.

ProSieben berichtete im Vorfeld, er habe seine Gesprächspartnerin zur Mitarbeit bei der Partei bewegen wollen. "Je schlechter es Deutschland geht, desto besser für die AfD", soll er gesagt haben. "Das ist natürlich scheiße, auch für unsere Kinder - aber wahrscheinlich erhält uns das." Dies sei mit Fraktionschef Alexander Gauland "lange besprochen" worden, soll er zudem gesagt haben.

"Abscheulich, menschenverachtend und offen rechtsradikal"

Scharfe Kritik kam von der SPD. "Es ist wieder einmal die AfD, die solche Menschen in ihren Reihen hat", kritisierte SPD-Bundestagsfraktionsvize Katja Mast gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Lüths angebliche Aussage über das Erschießen von Migranten sei "abscheulich, menschenverachtend und offen rechtsradikal". "Das ist Gift für unser Land und es macht mich krank."

Christian Lueth - Anschuldigungen gegen ehe. AfD-Pressesprecher DEU, Deutschland, Germany, Berlin, 12.03.2018 Alexander Gauland, Parteivorsitzender der AfD, Christian Lueth, Pressesprecher der AfD, und Joerg Meuthen, Parteivorsitzender der AfD v.l.n.r., von der Partei AfD, Alternative fuer Deutschland, bei der Bundespressekonferenz zum Koalitionsvertrag in Berlin.  Alexander Gauland, leader of the AfD, Christian Lueth, press speaker oft the AfD, and Joerg Meuthen, leader of the AfD f.l.t.r., of the right-wing party AfD, Alternative fuer Deutschland, Alternative for Germany, at a press call before the coalition contract between the three parties to create the next German government will be signed on March 12, 2018 in Berlin, Germany

Von der Parteiführung entlassen: Christian Lüth. Bild: www.imago-images.de / Stefan Boness/Ipon

Zwei Monate nach dem angeblichen Treffen wurde Lüth vom Dienst als Bundestagsfraktionssprecher freigestellt. Vor zwei Wochen wurde ihm der Posten nach Fraktionsangaben offiziell aberkannt. Die Freistellung im April erfolgte nach Bekanntwerden von Berichten, wonach sich Lüth selbst als "Faschist" bezeichnet und mit Bezug auf seinen Großvater von seiner "arischen" Abstammung gesprochen haben soll.

Die AfD betonte auf Twitter, Lüth sei kein Parteimitglied und seit drei Jahren nicht mehr für die Partei tätig. "Er konnte im Februar 2020 nicht für uns als Partei sprechen", erklärte die AfD zu dem damaligen Pressesprecher der Bundestagsfraktion.

(lau/afp)

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