Deutschland
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Einer von 4 Anhängern hält Teile seiner eigenen AfD für rechtsextrem

Jonas Schaible

Ist die AfD rechtsextrem? Die Partei wehrt sich gegen diese Beschreibung – doch ein Viertel ihrer Anhänger sieht sie selbst so. Der Rest der Deutschen hat ebenfalls eine klare Haltung.

Immerhin ein Viertel der AfD-Anhänger sagt, rechtsextremes Gedankengut sei in der Partei weit verbreitet. Zu diesem Ergebnis kommt die Forschungsgruppe Wahlen in ihrem aktuellen ZDF-Politbarometer. Zwar verneint die Mehrheit der Anhänger, die Partei sei in weiten Teilen rechtsextrem, aber der Anteil derjenigen, die eine Partei wählen, die sie selbst als rechtsextrem beschreiben, ist dennoch beachtlich.

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Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF: Die Nicht-AfD-Anhänger sind sich überwiegend einig.  Statista/t-online.de

Wie eine Partei bezeichnet wird, ist immer auch eine politische Frage. Während SPD und Grüne kein Problem damit haben, als «linke» Partei beschrieben zu werden, ziehen FDP und Union die Label "konservativ" oder "bürgerlich" der Beschreibung "rechts" vor.

Besonders umstritten ist die Bezeichnung der erfolgreichen Parteien am rechten Rand. Sie wehren sich oft gegen die Beschreibung als «rechtsradikal» oder "rechtsextrem" – auch die AfD. Sie sieht sich als «liberal», "konservativ" oder "patriotisch".

Ein Berliner Anwalt hat im Frühjahr vor Gericht klären lassen, ob man die AfD als rechtsextrem bezeichnen dürfe. Das Landesgericht Gießen entschied, dass diese Aussage von der Meinungsfreiheit gedeckt sei.

Ähnlichen Streit um die Bezeichnung von extrem rechten Parteien gibt es auch in anderen Ländern: In Ungarn etwa klagte die sogar in ihrer Ästhetik neofaschistische Jobbik-Partei immer wieder gegen Beschreibungen als Neo-Nazi-Partei. Auch der ehemalige österreichische Präsidentschaftskandidat, Norbert Hofer, ging gegen ein Facebook-Posting vor, in dem ihn ein Sozialdemokrat als Nazi bezeichnete. In erster Instanz verlor Hofer, in zweiter bekam er Recht.

Nicht-Anhänger
sind sich fast einig

Fragt man die Menschen in Deutschland zur AfD, ergibt sich ein sehr klares Bild. Unter allen Befragten sagten 77 Prozent, in der Partei sei rechtsextremes Gedankengut weit verbreitet.

Nur 18 Prozent verneinen das. Und grob überschlagen sind fast die Hälfte von ihnen selbst AfD-Anhänger. Das heißt: Nur grob zehn Prozent der Deutschen, die nicht selbst AfD wählen, bezweifeln, dass in der Partei rechtsextremes Gedankengut weit verbreitet ist. 

Die Zahl ist interessant, wenn es um das mögliche Wachstum der AfD geht. Geht man davon aus, dass unter den Anhängern anderer Parteien wenig Menschen sind, die eine rechtsextreme Partei wählen würden, ist das Potenzial der Partei, weiter zuzulegen, begrenzt.

Die Überschlagsrechnung

Die Überschlagsrechnung geht so: Die Forschungsgruppe Wahlen veröffentlicht immer zwei Ergebnisse. Erstens die nur leicht gewichteten Angaben der Befragten und zweitens eine Projektion, für die Statistiker die Angaben aufwändiger gewichten, damit sie möglichst repräsentativ für alle Wahlberechtigten sind. Dieser Projektion nach kann die AfD derzeit mit 15 Prozent der Stimmen rechnen; diese Zahl wird als «Sonntagsfrage» kommuniziert. Konkret angegeben, die AfD wählen zu wollen, haben in der Umfrage aber nur rund 11 Prozent der Befragten .

Sie sind die Grundlage für die Schätzung. Geht man davon aus, dass unter allen Befragten rund 11 Prozent AfD-Anhänger sind und dass von ihnen 72 Prozent die AfD nicht für rechtsextrem halten, dann sind das etwa acht Prozent aller Befragten. Insgesamt sagen 18 Prozent, sie glaubten nicht, dass die AfD in weiten Teilen rechtsextrem sei. Demnach bleiben grob überschlagen 10 Prozent der Befragten übrig, die nicht AfD wählen und die nicht sagen, die AfD sei in weiten Teilen rechtsextrem.

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