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Schluss mit Lügen! So lässt sich die ganze Welt allein mit grüner Energie versorgen

Klimaskeptiker und Erdöl-Lobbyisten liegen falsch: Der komplette Verzicht auf fossile Brennstoffe ist nicht nur möglich, sondern langfristig günstiger.

Daniel Schurter / watson.ch

Das Wichtigste in Kürze:

"Unsere Studie zeigt, dass Greta Thunberg und ihre jungen Freunde Recht haben."

Christian Breyer, Professor für Solarwirtschaft

Was ist das Besondere an dieser Studie?

Szenarien zur zukünftigen Energieversorgung habe es auch vor dieser Studie schon gegeben, schreibt "Welt" Online, die die Ergebnisse vor der Veröffentlichung am Freitag einsehen konnte. Das Besondere sei nun der Umfang der Daten, auf denen die LUT-Studie basiere:

"Über viereinhalb Jahre haben die Forscher daran gearbeitet. Sie teilten die Welt in 145 Regionen auf und verglichen unter anderem Wind- und Wetterverhältnisse sowie Standortdaten zu Wasservorkommen und Infrastruktur."

Anders als andere hätten die Forscher keine Jahresdurchschnittswerte genutzt, sondern stundengenaue Wetterdaten eines Beispieljahres. "So konnten sie prüfen, wann Engpässe drohen und wie man sie ausgleichen kann."

Wie soll der Energiemix in Zukunft aussehen?

Der heutige globale Energiemix sieht laut LUT-Studie noch so aus: Knapp 80 Prozent Kohle, Gas und Öl, 5 Prozent Atomenergie und um die 15 Prozent Erneuerbare Energie.

Was hat es mit synthetischen Kraftstoffen auf sich?

Eine besondere Rolle spielen laut "Zeit" Online die synthetischen Kraftstoffe, also künstlich hergestellte Substanzen wie Wasserstoff. "Da sie sich speichern lassen, kann man mit ihnen sogenannte Dunkelflauten ausgleichen, also Tage, an denen weder Wind weht noch die Sonne scheint."

Die synthetischen Kraftstoffe eigneten sich auch zum Heizen und sogar als Treibstoff für Flugzeuge. "Unter anderem damit würde es laut den Forschern möglich, Verkehr und Wärmeversorgung zu 100 Prozent grün zu machen."

Was wird die Energiewende kosten?

Es wird uns weniger kosten, als wenn wir bei Erdöl und Kohle bleiben, haben die Forscher am Computer berechnet.

"Die Energiesicherheit der ganzen Welt ist gewährleistet und die Energiewende wird preiswerter als keine Energiewende."

Zudem würden die Arbeitsplätze im Stromsektor auch wachsen, weltweit bis zum Jahr 2050 um 15 Millionen Stellen.

Wie sieht die Energiewende bei uns aus?

In Ländern, wo sich viele Flüsse und Seen stauen lassen, kommt der Wasserkraft eine besondere Rolle zu, als eine der wichtigsten Energiequellen.

Die LUT-Studie zeige, dass Deutschland überwiegend mit Sonnen- und mit Windenergie versorgt werden könne, hält Telepolis fest. Länder wie Österreich, die Schweiz, Norwegen oder Schweden "weitgehend mit Wasserkraft".

"Jetzt kommt es einzig und allein auf den politischen Willen an."

Ist die grüne Energiewende machbar?

Nicht ganz so euphorisch wie die finnischen Forscher ist Andreas Löschel, Professor für Energieökonomik an der Universität Münster. Die Studie sei wertvoll, um abschätzen zu können, was technisch und ökonomisch möglich ist. "Aber viele Probleme kommen bei der Umsetzung."

Telepolis kommentiert:

"Die Kinder und Jugendlichen werden als Klimarebellen noch viele Freitage demonstrieren müssen, bis erwachsene Politiker endlich ihre Klima-Hausaufgaben machen. Bisher wurden die Kinder noch nicht ernst genommen. Aber immerhin haben sie schon jetzt mit konkreten Forderungen neuen Schwung in die alte Klima-Debatte gebracht."

Sind die Erkenntnisse der Studie neu?

Nein. Eigentlich nicht. Wissenschaftliche Studien mit entsprechenden Ergebnissen gab es auch schon früher, wenn auch in kleinerem Umfang. Auch das renommierte deutsche Fraunhofer-Institut komme zu ähnlichen Ergebnissen.

Die Präsentation der Studie ist als Video-Stream verfügbar:

Schulstreik für das Klima

#FridaysForFuture: Schüler erklären, warum sie demonstrieren

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