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Nahles macht einen Ausfall gegen die Jusos – und gegen Kevin Kühnert

Irgendwann musste Andrea Nahles auch einmal in die Offensive gehen. Es ist kein Geheimnis, dass die Chefin der SPD seit geraumer Zeit unter einem enormen politischen Druck steht. Sie steht für die Wiedereinkehr in die GroKo wie kaum ein anderer Genosse. Sie war es auch, die der SPD in der Maaßen-Affäre erneut Stimmen gekostet hat. Viele in der Partei sagen sogar, mit ihr sei der Fall der einstigen Partei nicht aufzuhalten.

Wie gesagt, irgendwann musste Nahles einmal gegen ihre Kritiker austeilen. Und ihre schärfsten Kritiker sitzen beim Parteinachwuchs der Jusos unter Kevin Kühnert.

Am Sonntag sprach Nahles auf dem Bundeskongress der Jungsozialisten. Und sie sparte kaum an Vorwürfen. Die Jungen würden bei jedem Konflikt mit der CDU verlangen, dass die SPD aus der Regierung aussteigen soll.

Nahles sagte:

"Wir laufen in dieser Frage auf einen echten Richtungsstreit hinaus. Wir stecken wahrscheinlich schon mitten drin"

Genau das sei aber der falsche Weg. Ferner würden die Jusos viele Probleme oft einfach an die Parteispitze weiterdelegieren. Getroffene Entscheidungen würden andauernd in Frage gestellt.

Kevin Kühnert widerspricht

Jusos-Chef Kühnert widersprach diesen Vorwürfen. Nicht der Austritt würde reflexhaft von den Jusos gefordert, viel mehr kämen von der SPD-Spitze reflexhaft Aussagen wie "Das war das letzte Mal".

Irgendwann dürfe nicht mehr nur gedroht werden, sagte Kühnert:

"Wer immer nur Ankündigungsweltmeister ist und versucht, den Koalitionspartner unter Druck zu setzen, aber nie die Konsequenz daraus zieht, der landet irgendwann als Bettvorleger."

Die Geduldsfäden der Jusos seien sehr gespannt. "Und irgendwann reißen sie tatsächlich auch."

Kühnert hatte zum Auftakt des dreitägigen Bundeskongresses am Freitag ein maßgebliches Mitspracherecht für seine Organisation in der krisengeschüttelten Partei und in Europa beansprucht. Im ersten Jahr seiner Amtszeit an der Juso-Spitze hat er sich als scharfer Gegner der großen Koalition und als Treiber der SPD-Erneuerung positioniert.

(mbi/dpa)

Lest hier unser Kühnert-Interview zur Entwicklung in der SPD aus dem Sommer:

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