Deutschland
14.12.2020, Berlin: Der Kandidat f

Friedrich Merz will das konservative Profil der CDU schärfen, viele halten ihn jedoch für reaktionär. Bild: dpa / Bernd von Jutrczenka

Friedrich Merz "freut sich über Feedback" – und Twitter zerlegt ihn

Am 16. Januar wählt die CDU einen neuen Vorsitzenden. Zur Wahl stehen NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Außenpolitik-Experte Norbert Röttgen und der ehemalige Vorsitzende der Bundestagsfraktion Friedrich Merz.

Letzterer hat nun mit einem Video den Endspurt im Wahlkampf eingeläutet. In dem dreiminütigen Clip ist zu sehen, wie Merz die FAZ liest, in Regenjacke durch den Wald läuft und Reden vor applaudierendem Publikum hält. Er spricht sich etwa dafür aus, das Klima zu schützen, "ohne das Fundament unseres Wohlstandes zu gefährden" und plädiert für die "ökologische Erneuerung der sozialen Marktwirtschaft". Ansonsten verrät Merz nicht viel über seine politischen Inhalte. Viel mehr soll das Video das Gefühl eines Neuanfangs vermitteln.

Das Promo-Video trägt den Titel "Neue Zeit, neue Verantwortung" – darin sagt Merz außerdem: "Wir müssen die Fenster aufmachen, wir brauchen fische Luft im Saal." Doch viele Twitter-Nutzer bezweifeln, dass der altgediente Unionspolitiker frische Luft in die CDU bringt. Neben einigen konservativen Unterstützern – zum Beispiel aus der jungen Union – hagelt es Spott für Merz.

Twitter-Nutzer sammeln Verfehlungen von Merz

Unter dem Hashtag #TeamMerz schreibt der Kandidat für den CDU-Vorsitz, er freue sich über Feedback. Doch viele nutzten die Gelegenheit, um auf Twitter die Verfehlungen des CDU-Politikers zu sammeln.

Zum Beispiel, dass er 1997 im Bundestag gegen die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe votierte, 2004 eine Abschaffung des Kündigungsschutzes erwog oder erst kürzlich Homosexualität in die Nähe von Pädophilie rückte.

Auf dem CDU-Parteitag vom 15. bis 16.1. 2021 wird dann über die Nachfolge von Annegret Kramp-Karrenbauer entschieden. Der Parteivorsitz ist allerdings nicht automatisch gleichbedeutend mit der Kanzlerkandidatur. Es ist möglich, dass bei der Bundestagswahl im September ein anderer Kandidat für die CDU/CSU ins Rennen geht.

(lau)

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