Deutschland
Bild

dpa

Warum Seehofer im Asylstreit den Integrationsgipfel mit Merkel abgesagt hat

Mancher bei der SPD wird sich gerade bange fragen, ob die Große Koalition schon bald zerbrechen könnte.

Nicht etwa, weil die Positionen zwischen Sozialdemokraten und CDU so weit auseinanderliegen. Nein, es geht um die CSU und Innenminister Horst Seehofer. Der geht gerade in den Overdrive, wenn es um die Eskalation mit Bundeskanzerlin Angela Merkel geht.

Am Montag hat Seehofer bereits eine gemeinsame Präsentation eines "Masterplans Migration" plötzlich abgesagt. Nicht einmal sein eigenes Ministerium wusste Bescheid.

Seehofer will Flüchtende, die bereits in einem anderen Staat der EU registriert sind, an der Grenze abweisen dürfen. Merkel sieht rechtliche Probleme und will an einem europäischen Kurs festhalten.

Am Dienstag aber hat Seehofer noch einen draufgesetzt

Laut Medienberichten sagte Seehofer als erster Innenminister überhaupt seine Teilnahme am Integrationsgipfel der Kanzlerin ab.

Das Magazin "Kontraste" zitiert aus Regierungskreisen, der Minister sei nicht mit dem inhaltlichen Ablaf des Treffens einverstanden. Ursprünglich sollte Seehofer bei dem Treffen auch eine Rede halten.

Am Dienstag will sich der CSU-Politiker mit dem österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz. Das ist für Merkel gleich eine doppelte Klatsche, weil Kurz für eine deutlich härtere Politik an den Grenzen der EU-Staaten steht als sie.

Wenn Seehofer wiederholt wichtige gemeinsame Termine mit  der Bundeskanzlerin absagt, wenn er stattdessen die Nähe zu ihrer politischen Konkurrenz in Österreich sucht, dann übt der Bundesinnenminister damit offen die Konfrontation mit der Kanzlerin.

Auch beim Koalitionspartner SPD ist die Asylpolitik Thema: 

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!

Markus Lanz provoziert Friedrich Merz: "Sie haben nichts zu sagen!"

Bei "Markus Lanz" war am Mittwochabend Friedrich Merz zu Gast. Dabei musste sich gleich zu Beginn der Sendung einige Provokationen gefallen lassen – und sich später erneut für seine homophoben Ausführungen zu der Frage nach einem schwulen Kanzler in Deutschland rechtfertigen.

Direkt nach der Vorstellung der Gäste geht es los: Moderator Markus Lanz stellt sofort eine direkte Frage an CDU-Politiker Friedrich Merz. "In Berlin wurde heute wieder Wichtiges besprochen und Sie waren nicht dabei. Wie …

Artikel lesen
Link zum Artikel