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Felix Kästle/dpa

Theater bietet kostenlosen Eintritt für Hakenkreuz-Träger – und 50 Leute wollen kommen

Ein Hakenkreuz, Symbol für massenhaftes Morden der Nazis, als Gratis-Eintrittskarte für eine Theaterstück? Ein Witz?

Was sich der in der Türkei geborene deutsche Kabarettist und Regisseur Serdar Somuncu als Provokation am Theater Konstanz ausgedacht hat, ruft immer mehr Kritiker auf den Plan. Am Freitag will Somuncu dort die Premiere von George Taboris Stück "Mein Kampf" aufführen.

Das Schauspielhaus in Konstanz bietet den Zuschauern zur Vorführung einen umstrittenen Deal an: 

50 Interessierte hätten sich gemeldet (Spiegel Online).

Ist das Geschmacklosigkeit, wie es unter anderem die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Konstanz dem Theater vorwirft? Oder ein misslungener Marketing-Gag? 

Weder noch, heißt es beim Theater. Mit der Idee habe man zeigen wollen, wie leicht Menschen bestechlich seien. Theaterintendant Christoph Nix sieht darin zudem eine Auseinandersetzung mit Rassismus.

Der Theaterintendant sagt:

"Das Theater ist der einzige Ort, an dem unmittelbar solche Auseinandersetzungen stattfinden."

dpa

Taboris "Mein Kampf" ist nach Darstellung des Theaters ein Groteske der früheren Jahre Hitlers. Das Stück zeige, "dass wir nicht von Ideologien befreit sind" und sich historischer Horror entwickeln könne, hieß es im Schauspielhaus.

Auch Regisseur Somuncu verweist darauf, dass Antisemitismus in Deutschland zunehmend hoffähig sei - dem müsse man entgegenwirken. Es gehe darum, die demokratische Verfassung in Schutz zu nehmen, sagte er.

Regisseur Somuncu:

"Aber nicht dadurch, dass wir uns zum Opfer machen oder uns zurückziehen in Räume und kleine abgezirkelte Bereiche, in denen wir mit Gleichgesinnten Gleichgesinntes austauschen – sondern offensiv raus auf die Straße und zwar direkt ins Gesicht unserer politischen Gegner." 

Somuncu sagte weiter, dass es Aufgabe des Theaters sei, praktische Anleitungen für Diskussionen zu geben - "und genau das ist die Idee meiner Inszenierung."

Bislang seien bereits mehrere Anfragen für eine Freikarte im Gegenzug für das Tragen eines Hakenkreuz-Symbols eingegangen, sagte Nix. Ein Treffpunkt für Nazis soll das Theater nicht werden. Man werde darauf achten, dass es bei den insgesamt 14 Vorstellungen jeweils nur eine Handvoll Menschen mit Freikarte sei.

Am Eingang werde streng kontrolliert und auch intensiv darauf geachtet, dass die Symbole nach der Veranstaltung wieder eingesammelt würden. Zudem seien Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden, falls es zu Zwischenfällen kommen sollte.

Dass die Premiere auch noch ausgerechnet auf den Geburtstag von Adolf Hitler (1889-1945) fällt, ist nach Angaben von Nix ein früherer Wunsch seines Freundes George Tabori (1914-2007). Das Theater habe zudem ein Gutachten eingeholt, um mögliche juristische Fragen zu klären.

Denn grundsätzlich ist das Tragen von Hakenkreuzen in der Öffentlichkeit verboten, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Konstanz sagt. Es seien bereits mehrere Anzeigen eingegangen, die nun geprüft würden.

(mbi/dpa)

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