Deutschland
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
BERLIN, GERMANY - MARCH 14:  German Interior Minister designate and Bavarian Christian Democrat (CSU) Horst Seehofer chats with journalists during a break in the swearing-in of the new German government at the Bundestag on March 14, 2018 in Berlin, Germany. Members of the new German government, a coalition between Christian Democrats (CDU/CSU) and Social Democrats (SPD), will be sworn in today and will begin work immediately. The new government took the longest to create of any government in modern German history following elections last September that left the German Christian Democrats (CDU) as the strongest party but with too few votes in order to have a strong hand in determining the next coalition.  (Photo by Sean Gallup/Getty Images)

Horst Seehofer Bild: Getty Images Europe

"Der Islam gehört nicht zu Deutschland" – Seehofer im ersten Minister-Interview

16.03.18, 06:19 25.03.18, 12:32

Kaum ist Horst Seehofer neuer Innen- und Heimatminister, sorgt der CSU-Chef mit einem Interview für die erste Kontroverse. Hier die wichtigsten Aussagen:

Seehofer über den Islam

Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Deutschland ist durch das Christentum geprägt. Dazu gehören der freie Sonntag, kirchliche Feiertage und Rituale wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten

Horst Seehofer steigt damit in eine Debatte ein, die die Union seit 2006 entzweit. Damals hatte Wolfgang Schäuble zum ersten Mal betont, dass der Islam zu Deutschland gehört. Öffentliche Aufmerksamkeit bekam die Aussage, als der damaligen Bundespräsident Christian Wulff sie 2010 wiederholte. Seitdem beziehen Politiker von CDU/CSU immer wieder Stellung. Etwa der Fraktionschef der Union Volker Kauder (CDU), der sich auf die "Gehört nicht dazu"-Seite schlug.

Bundeskanzerlin Angela Merkel selbst allerdings hatte noch im Wahlkampf 2017 betont: Der Islam gehöre durchaus zu Deutschland. Horst Seehofer geht mit seiner Aussage jetzt auf Distanz zur Kanzlerin.

Seehofer über Muslime

Die bei uns lebenden Muslime gehören aber selbstverständlich zu Deutschland. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir deswegen aus falscher Rücksichtnahme unsere landestypischen Traditionen und Gebräuche aufgeben

Seehofer kündigte an, erneut Islamkonferenzen einzuberufen, um über Integrationsprobleme von Muslimen zu diskutieren.

Seehofer an muslimische Verbände

Wir müssen uns mit den muslimischen Verbänden an einen Tisch setzen und den Dialog suchen und da wo nötig noch ausbauen

Seehofers Forderung

Meine Botschaft lautet: Muslime müssen mit uns leben, nicht neben oder gegen uns. Um das zu erreichen, brauchen wir gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme. Das erreicht man nur, wenn man miteinander spricht

Mit "Hochdruck" will Seehofer zudem die Einrichtung zentraler Aufnahmestellen vorantreiben, so genannte Anker-Zentren. Darin sollen Asylbewerber nach ihrer Ankunft untergebracht werden, bis über Ihren Antrag entschieden ist. «Dieses Gesetzesvorhaben wollen wir noch bis zur Sommerpause angehen. Ein erstes "Anker-Zentrum" soll bis zum Herbst entstehen. (mit dpa)

Abonniere unseren Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

An diesem Samstag tragen die Menschen Orange und gehen für die Seebrücke auf die Straße

Der Samstag leuchtet orange in Deutschland. In Frankfurt am Main, Köln und vielen anderen deutschen Städten gehen die Menschen heute für eine humanere Flüchtlingspolitik auf die Straße.

In Genf veröffentlichten die UN die traurige Flüchtlingsbilanz dieses Jahres. Die Fluchtroute übers Mittelmeer bleibt demnach die gefährlichste der Welt. Seit Jahresbeginn sind 1 500 Menschen gestorben, allein im Juni und Juli verloren 850 Menschen ihre Leben. Dabei ist die Zahl der Migranten …

Artikel lesen