Deutschland
 Bilder des Tages Weidel, Gauland, AfD PK Asylpolitik DEU, Deutschland, Germany, Berlin, 21.08.2017 Alice Weidel, Spitzenkandidatin der AfD, und Alexander Gauland, Spitzenkandidat der AfD, v.l.n.r., waehrend der Pressekonferenz der AfD, Alternative fuer Deutschland, zum Thema Das Asylpolitische und Entwicklungspolitische Konzept der AfD in Berlin. Die Vorstellung ist Teil vom Bundestagswahlkampf fuer die Bundestagswahl am 24. September 2017. Alice Weidel, candidate AfD for the general election, and Alexander Gauland, candidate AfD for the general election f.l.t.r., during a press conference of Germany s right-wing populist party AfD, Alternative fuer Deutschland, on their program on immigration and integration in Berlin. This campaign is part for the federal elections of the German Bundestag scheduled for September 24 2017

Ein Drittel des Wählerstamms der AfD hat eine rechtsextreme Einstellung. Bild: imago images / Stefan Boness/Ipon

29 Prozent der AfD-Wähler klar rechtsextrem eingestellt

Unter den Wählern der AfD sind Chauvinismus, Ausländerfeindlichkeit und ein gewisser Hang zum Autoritären deutlich stärker verbreitet als unter den Anhängern der anderen Parteien im Bundestag. Zu diesem Ergebnis kommt die Bertelsmann Stiftung in der Auswertung einer Studie, die auf einer repräsentativen Online-Umfrage vom Juni 2020 beruht.

Um rechtsextreme Einstellungen zu messen, waren die 10.055 Teilnehmer der Umfrage aufgefordert worden, sich zu Aussagen wie "Wir sollten einen Führer haben, der Deutschland zum Wohle aller mit starker Hand regiert" oder "Die Bundesrepublik ist durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet" zu positionieren.

Bei den Grünen waren rechtsextreme Tendenzen am niedrigsten

Den Angaben zufolge fanden sich "manifest rechtsextreme" Einstellungen bei 29 Prozent der Befragten, die beabsichtigten, die AfD zu wählen. Unter den Anhängern von CDU und CSU äußerten sich demnach sechs Prozent entsprechend. In der Wählerschaft von Linke und FDP lag der Anteil laut Bertelsmann Stiftung bei jeweils fünf Prozent. Niedriger war der Wert für die SPD-Wähler (vier Prozent) und die Wähler der Grünen (zwei Prozent).

Eindeutig oder zumindest teilweise populistische Einstellungen wurden darüber hinaus laut Bertelsmann Stiftung von fast drei Viertel (73 Prozent) der AfD-Wählerschaft vertreten. Der Autor der Studie, Robert Vehrkamp, schlussfolgert: "Mag ihr Wahlerfolg bei der Bundestagswahl 2017 noch vor allem ein Erfolg rechtspopulistischer Wählermobilisierung im Schatten der Flüchtlingskrise gewesen sein." Vor der Bundestagswahl 2021 zeige sich die AfD als eine Partei deren Wählerschaft mehrheitlich manifest oder latent rechtsextrem eingestellt sei.

7,7 Prozent der Wahlberechtigten vertreten ein rechtsextremes Weltbild

Mit Blick auf Medienberichte zu einem neuen Gutachten des Verfassungsschutzes zur AfD betonte die Stiftung, das von ihr verwendete wissenschaftliche Konzept zur Messung von Wähler-Einstellungen sei nicht gleichzusetzen mit den Kategorien der Sicherheitsbehörde.

Unter allen Wahlberechtigten in Deutschland vertreten der Untersuchung zufolge 7,7 Prozent ein geschlossen rechtsextremes Weltbild. Deutlich weiter verbreitet sind chauvinistische Einstellungen.

Auch Chauvinismus ist bei Grünen-Wählern am wenigsten ausgeprägt

Dazu zählen Forscher beispielsweise den Wunsch nach mehr "Mut zu einem starken Nationalgefühl", nach einem "harten und energischen Durchsetzen deutscher Interessen gegenüber dem Ausland" und dem Ziel, "Deutschland die Macht und Geltung zu verschaffen, die ihm zusteht" als oberste Maxime deutscher Politik. Unter den Wählern der Unionsparteien und der FDP stimmen solchen Aussagen bei der Befragung etwas mehr als 60 Prozent ganz oder teilweise zu. Unter den Wählern der AfD waren es 90 Prozent. Auch hier bildeten die Grünen den Gegenpol: Unter ihren Anhängern ist dieser Chauvinismus-Wert mit 34 Prozent geringer als bei allen anderen Parteien.

(lfr/dpa)

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