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Die Fast-Unfallgeschichte des AfD-Abgeordneten Anton Friesen. Teil II

AfD sprach von "Mordversuch" gegen Friesen. Ein Gutachten zeigt: Es muss sich bei kaputtem Auto gar nicht um Sabotage gehandelt haben. Und: Die Staatsanwaltschaft hat keine Hinweise auf ein politisch motiviertes Verbrechen. 

Timo Stein
Timo Stein

Die Geschichte ging so: Der AfD-Bundestagsabgeordnete Anton Friesen hatte Ende Mai auf dem Rückweg einer Veranstaltung in der thüringischen Kleinstadt Zella-Mehlis einen Beinahe-Unfall.

Er saß mit einem Mitarbeiter und einem Dokumantarfilmer in einem Auto, an dem Radmuttern locker waren. Das stellte der Fahrer während der Fahrt fest, nachdem er Friesen und den Dokumentarfilmer bereits abgesetzt hatte.

Der AfD-Abgeordnete Anton-Friesen machte aus der Fast-Unfall-Geschichte eine Geschichte über einen terroristischen Anschlag von links.

Die Fast-Unfall-Geschichte Teil I ging so:

Friesen postet ein Bild mit einem Unfallauto vor einem Baum und sprach von einem "feigen Anschlag", von "mutmaßlich linksextremistische(n) Fanatiker(n)". Er gab eine "Pressemitteilung" heraus und ließ sich darin mit den Worten "neue Dimensionen linksextremistischer Gewalt" zitieren. Björn Höcke verteilte dann die These vom "Mordversuch" in Spruchkartenform. Das AfD-Netzpublikum war aktiviert.

Aber: Es gibt keine Hinweise auf eine politisch motivierte Straftat

Der Fall ist noch nicht abgeschlossen. Aber es gibt neue Erkenntnisse.

Ein externer Sachverständiger hat sich den Wagen angeschaut und ein Gutachten erstellt.

Der Gutachter stellte fest, dass "sich alle Radbolzen am Fahrzeug als nicht mehr fest angezogen" erwiesen.     

Und: Er hält selbständiges Lösen der Radbolzen für wahrscheinlich. Es gab offenbar Mängel am Fahrzeug und Teile waren nicht im Originalzustand. Zusammengefasst: Bei dem Vorfall Ende Mai muss es sich nicht um eine Sabotage gehandelt haben. 

Das sagt die Staatsanwaltschaft zu watson

"Eine technische Fahrzeuguntersuchung zur Beweissicherung durch einen Sachverständigen ergab, dass die am Fahrzeug verbaute Rad-/Reifenkombination nicht dem Originalzustand des Fahrzeuges entsprach. Es konnten Mängel am Fahrzeug bzw. weitere Anknüpfungstatsachen dokumentiert werden, die in ihrer Gesamtheit ein selbständiges Lösen der Radbolzen begünstigt haben und aus technischer Sicht auch hierfür ursächlich gewesen sein können."

Hinweise auf eine politisch motivierte Vorsatztat ergaben sich laut Staatsanwaltschaft nicht.

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