Deutschland
06.05.2020, Bayern, Waldkraiburg: Die eingeschlagene Fensterscheibe eines türkischen Döner-Imbiss. In der Nacht wurden die Fensterscheiben des türkischen Geschäfts eingeschlagen und ein Eimer mit einer übelriechenden Substanz in das Geschäft geworfen. Wenige Tage zuvor hatte es bereits  einen möglicherweise extremistischen Brandanschlag auf ein türkisches Lebensmittelgeschäft in Waldkraiburg gegeben. Foto: Matthias Balk/dpa | Verwendung weltweit

In Waldkraiburg wurden seit April vier Anschläge auf türkische Geschäfte und einen Dönerladen verübt. Nun hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Bild: dpa / Matthias Balk

Tatverdächtiger von Waldkraiburg: IS-Sympathisant mit Türkenhass

Der nach den Anschlägen auf Geschäfte türkischstämmiger Inhaber im bayerischen Waldkraiburg festgenommene 25-Jährige hat mit der IS-Terrormiliz sympathisiert. Der Mann habe als Tatmotiv seinen Hass auf Türken und eine antitürkische Gesinnung angegeben, er sei Anhänger des IS. Das teilten Vertreter von Polizei und Staatsanwaltschaft am Sonntag bei einer online aus Rosenheim übertragenen Pressekonferenz mit. Bei dem Mann seien Rohrbomben sowie eine Pistole gefunden worden.

Er habe weitere Anschläge geplant, konkrete Pläne gab es ersten Ermittlungen zufolge offensichtlich aber nicht. Ob der Mann Mittäter oder Mitwisser hatte, werde noch ermittelt.

Der Tatverdächtige ist den Angaben zufolge selbst deutscher Staatsbürger, seine Eltern stammen aus der Türkei. "Ich bin erleichtert, dass von dem gefährlichen Täter keine Gefahr mehr ausgeht", sagte der Polizeipräsident des Präsidiums Oberbayern Süd, Robert Kopp.

Vier Anschläge seit April

Mitte April waren drei Mal Steine in die Fensterscheiben türkischer Läden in Waldkraiburg geflogen, zudem ging ein Gemüseladen in Flammen auf. Sechs Menschen wurden verletzt. Dem Mann wird neben schwerer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung versuchter Mord vorgeworfen.

Der Mann war am Freitagabend am Bahnhof in Mühldorf am Inn von der Bundespolizei überprüft worden, weil er bei einer Kontrolle nicht im Besitz einer gültigen Fahrkarte war. In seinem Gepäck wurden den Angaben zufolge zehn funktionsfähige Rohrbomben gefunden.

In einem Wagen in einer Tiefgarage in Garching fanden die Ermittler 13 weitere funktionsfähige Rohrbomben sowie etwa zehn Kilogramm einer als Sprengstoff geeigneten Chemikalie. In der Waldkraiburger Wohnung des Mannes stellten die Beamten demnach darüber hinaus weiteres Material sowie eine Pistole sicher.

(om/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Zweiundvierzig 10.05.2020 18:14
    Highlight Highlight Wieder mal ein Beispiel dafür, dass nicht der Geburtsort oder das Passwesen, sondern die Soziallissierung einer Person das entscheidende ist.

    Darf wegen der Ideologie nicht sein, da damit bei faktisch gegebener Chancengleichheit keine Gleichheit zu erreichen ist bzw. die Eltern, das Umfeld und die Person selbst prägend sind und letztlich die Schuld am Verpassen der Chancen haben (und nicht das "System").

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