Deutschland
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Bild: iStockphoto/montage

Plagiatsverdacht – Ministerin Giffey lässt ihre Doktorarbeit prüfen

Es ist das Gespenst der deutschen Politik, und es will seinen Doktortitel einfach nicht abgeben: Der Vorwurf des Plagiats. So groß ist noch immer die Angst vor der plötzlichen Ächtung wegen kopierter Passagen in der eigenen Doktor-Arbeit, Politiker selbst fragen bei Universitäten an, ob diese einmal auf Fehler nachschauen könnten. Frei nach dem Motto: Lieber selbst das Problem öffentlich machen, als plötzlich in den Schlagzeilen zu stehen. Neuste Ausgabe: Die Familienministerin.

Wegen eines Plagiatsverdachts prüft die Freie Universität Berlin (FU) nämlich gerade die Doktorarbeit von Franziska Giffey. Die SPD-Politikerin hat die Hochschule selbst um diese Prüfung gebeten, wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtete. Die Universität erklärte, sie werde dieser Bitte nachkommen und "in Kürze ein entsprechendes Verfahren einleiten".

Giffey wies ein bewusstes Plagiat zurück: "Ich habe diese Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen verfasst", sagte sie.

Dem Bericht zufolge untersuchen die Plagiatsjäger der Webseite "VroniPlag" Giffeys Arbeit. Gefunden hätten sie zahlreiche wörtliche oder sinngemäße Textübernahmen, die nicht gekennzeichnet seien. "Nach meinem bisherigen Eindruck ist das ein ernstzunehmender Fall", sagte der Jurist und "VroniPlag"-Akteur Gerhard Dannemann dem Magazin.

Viele prominente Politiker verloren ihren Doktortitel

Giffey promovierte von 2005 bis 2009 im Bereich Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin. Ihre Dissertation verfasste sie zum Thema "Europas Weg zum Bürger – Die Politik der Europäischen Kommission zur Beteiligung der Zivilgesellschaft".

In den vergangenen Jahren hatte es in der deutschen Politik mehrere Plagiatsvergehen gegeben. Auch prominente Politiker wie der frühere Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und die Ex-Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) waren betroffen. Sie verloren ihre Doktortitel oder gaben sie freiwillig ab.

(mbi/dpa/afp/)

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