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Bild: imago/montage: watson

AfD-Abgeordneter eröffnet Bürgerbüro – mit einer CSU-Bürgermeisterin als Special Guest

Die AfD schießt gegen die Unionsparteien und die Union grenzt sich ihrerseits von der AfD ab. So lauten die politischen Spielregeln in Deutschland – meistens.

Dass das nicht immer so ist, zeigt ein aktueller Fall aus Bayern. In Schweinfurt hat der AfD-Landtagsabgeordnete Richard Graupner am vergangenen Samstag ein Bürgerbüro eröffnet. Unter den Gästen war auch Schweinfurts zweite Bürgermeisterin Sorya Lippert von der CSU.

Das teilte der AfD-Politiker in einer Pressemitteilung mit, ein Lokalportal und die Regionalzeitung "Main Post". Laut Graupners Mitteilung hat die CSU-Bürgermeisterin in einem Grußwort die "langjährige verlässliche Zusammenarbeit" zwischen ihr und dem heutigen AfD-Abgeordneten im Schweinfurter Stadtrat hin – trotz unterschiedlicher parteipolitischer Positionen. Graupner ist erst seit 2016 Mitglied der AfD. Zuvor vertrat er im Schweinfurter Stadtrat die rechtsradikalen Republikaner.

Lippert hielt nicht nur ein Grußwort, sie ließ sich auch gemeinsam mit Graupner vor einem AfD-Plakat fotografieren.

Von Seiten der Grünen im bayerischen Landtag hagelte es dafür Kritik. Der Abgeordnete Holger Laschka bezeichnete Lipperts Besuch auf Twitter als "krass" und sprach von abstoßendem und unwürdigem "Best-Buddy-Gehabe" zwischen CSU und AfD.

Auch die Grünen-Fraktionsvorsitzende im bayerischen Landtag, Katharina Schulze, kritisierte in einem Tweet die Gratulation durch die CSU-Bürgermeisterin.

Und warum hat Sorya Lippert überhaupt an der Veranstaltung teilgenommen? Auf watson-Anfrage teilt die Stadt Schweinfurt schriftlich mit:

"Zweite Bürgermeisterin Sorya Lippert nahm den Termin 'Eröffnung des Abgeordnetenbüros der AfD' in urlaubsbedingter Vertretung des Oberbürgermeisters wahr, dies gehört zu ihren Aufgaben als Bürgermeisterin."

Das Grußwort sei vorher mit dem Oberbürgermeister abgesprochen gewesen. Darin habe Lippert auch deutlich gemacht, dass sie "kein Verständnis für den Bedarf nach einer Alternative für Deutschland" sieht und habe das Wort für "Toleranz und Offenheit" ergriffen. Diese Passagen seien jedoch in der Mitteilung des AfD-Politikers nicht wiedergegeben worden.

Und die freundlichen Worte über Richard Graupner? Die dementiert die Stadt Schweinfurt nicht, sondern bezeichnet sie als Worte, "die man als höflicher, toleranter Demokrat an einem solchen Termin spricht".

Hinweis: Wir haben die Stellungnahme der Stadt Schweinfurt nachträglich im Text ergänzt.

(fh)

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