Deutschland

Aufstehen, bitte! Wagenknechts Links-Bündnis startet mit einer prominenten Grünen

Im Netz lief am Samstamorgen unter www.aufstehen.de der Countdown. Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht ging mit ihrer neuen Sammlungsbewegung an den Start. Unter dem Namen "Aufstehen" sollen Mehrheiten für eine linke Politik in Deutschland gesucht werden. 

3 Fakten zum neuen linken Projekt.

Worum geht's?

Die Parteisystem erodieren – in den USA kaperte Donald Trump die etablierten Republikaner, in Frankreich stürmte Emmanuel Macron mit seiner neuen Partei „En Marche“ (Vorwärts) ins Präsidentenamt. In Deutschland will Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht ein neues Links-Bündnis unter dem Namen „Aufstehen“ schmieden. Wagenknecht sagte: 

"Unser Ziel sind natürlich andere politische Mehrheiten und eine neue Regierung mit sozialer Agenda.“

Sahra Wagenknecht, www.aufstehen.de

Wer macht mit? Die Grünen-Politikerin Antje Vollmer!

Der SPD-Sozialpolitiker Rudolf Dressler hatte sich früh zu Wagenknechts Bewegung bekannt. Am Wochenende folgte

""Die Idee ist gut. Der Zeitpunkt ist richtig gewählt. Das Bedürfnis nach tief greifender Veränderung ist riesig."

Antje Vollmer, Grüne,  spiegel

Antje Vollmer galt bisher eher als Schwarze unter den Grünen

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Video: YouTube/NZZ-Podium Deutschland

"Vielleicht gibt es eine Chance, so die politische Linke insgesamt zu stärken und wieder zu anderen parlamentarischen Mehrheiten zu finden.“

Dietmar Bartsch, Linken-Ko-Fraktionschef spiegel

Brauchen wir ein neues Links-Bündnis?

Die ersten Reaktionen (klingen nicht so erfreut)

Die Begeisterung hielt sich in Grenzen.

"Das beunruhigt mich nicht. Wenn ich mir angucke, wer da so alles mitmacht, hat das nicht viel mit linker Politik zu tun. Sahra Wagenknecht ist in der Migrationspolitik alles andere als progressiv, das sind nationalistische Töne."

Lars Klingbeil, SPD-Generalsekretär

So klang das in den 80ern!

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Video: YouTube/durchhaltenbis70

Andere fühlten sich bei dem Namen ein wenig an den Agitrpop der 80er erinnert. Damals sang die niederländische Band "Bots": 

"Alle Menschen, die ein besseres Leben wünschen, sollen aufstehen. Für den Aufstand!"

bots

Heute wird die Band ("Was wollen wir trinken") im Stadion des SAP-Klubs TSG 1899 Hoffenheim gespielt. Links wird Folklore.

Fazit: Deutschland bewegt sich (zumindest gedanklich)

Fakt ist: Schwarz-Grün ohne Mehrheit, für Rot-Rot-Grün fehlt die Fantasie (und das Personal). Noch. Jetzt kommt ins deutsche Parteiensystem Bewegung. Deutschland macht sich locker. Selbst, wenn das Projekt "Aufstehen" nicht recht vorankommt, es führt zu gedanklichen Lockerungsübungen für die Koalitionssuche in der Nach-Merkel-Zeit.

(dpa, afp, per.)

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