Deutschland
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Aufstehen, bitte! Wagenknechts Links-Bündnis startet mit einer prominenten Grünen

04.08.18, 11:13 04.08.18, 11:40

Im Netz lief am Samstamorgen unter www.aufstehen.de der Countdown. Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht ging mit ihrer neuen Sammlungsbewegung an den Start. Unter dem Namen "Aufstehen" sollen Mehrheiten für eine linke Politik in Deutschland gesucht werden. 

3 Fakten zum neuen linken Projekt.

Worum geht's?

Die Parteisystem erodieren – in den USA kaperte Donald Trump die etablierten Republikaner, in Frankreich stürmte Emmanuel Macron mit seiner neuen Partei „En Marche“ (Vorwärts) ins Präsidentenamt. In Deutschland will Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht ein neues Links-Bündnis unter dem Namen „Aufstehen“ schmieden. Wagenknecht sagte: 

"Unser Ziel sind natürlich andere politische Mehrheiten und eine neue Regierung mit sozialer Agenda.“

Sahra Wagenknecht, www.aufstehen.de

Wer macht mit? Die Grünen-Politikerin Antje Vollmer!

Der SPD-Sozialpolitiker Rudolf Dressler hatte sich früh zu Wagenknechts Bewegung bekannt. Am Wochenende folgte

""Die Idee ist gut. Der Zeitpunkt ist richtig gewählt. Das Bedürfnis nach tief greifender Veränderung ist riesig."

Antje Vollmer, Grüne,  spiegel

Antje Vollmer galt bisher eher als Schwarze unter den Grünen

Video: YouTube/NZZ-Podium Deutschland

"Vielleicht gibt es eine Chance, so die politische Linke insgesamt zu stärken und wieder zu anderen parlamentarischen Mehrheiten zu finden.“

Dietmar Bartsch, Linken-Ko-Fraktionschef spiegel

Umfrage

Brauchen wir ein neues Links-Bündnis?

  • Abstimmen

49 Votes zu: Brauchen wir ein neues Links-Bündnis?

  • 92%Ja, nach 16 Jahren Merkel braucht das Land 2021 einen linken Reboot
  • 4%Nein, "Aufstehen" klingt wie Kirchentag. Und ehrlich, wie sollen Sahra Wagenknecht und Olaf "G20" Scholz gemeinsam regieren
  • 0%Mir egal, geh eh ins Ausland arbeiten (mir ist es hier zu national und stickig)

Die ersten Reaktionen (klingen nicht so erfreut)

Die Begeisterung hielt sich in Grenzen.

"Das beunruhigt mich nicht. Wenn ich mir angucke, wer da so alles mitmacht, hat das nicht viel mit linker Politik zu tun. Sahra Wagenknecht ist in der Migrationspolitik alles andere als progressiv, das sind nationalistische Töne."

Lars Klingbeil, SPD-Generalsekretär

So klang das in den 80ern!

Video: YouTube/durchhaltenbis70

Andere fühlten sich bei dem Namen ein wenig an den Agitrpop der 80er erinnert. Damals sang die niederländische Band "Bots": 

"Alle Menschen, die ein besseres Leben wünschen, sollen aufstehen. Für den Aufstand!"

bots

Heute wird die Band ("Was wollen wir trinken") im Stadion des SAP-Klubs TSG 1899 Hoffenheim gespielt. Links wird Folklore.

Fazit: Deutschland bewegt sich (zumindest gedanklich)

Fakt ist: Schwarz-Grün ohne Mehrheit, für Rot-Rot-Grün fehlt die Fantasie (und das Personal). Noch. Jetzt kommt ins deutsche Parteiensystem Bewegung. Deutschland macht sich locker. Selbst, wenn das Projekt "Aufstehen" nicht recht vorankommt, es führt zu gedanklichen Lockerungsübungen für die Koalitionssuche in der Nach-Merkel-Zeit.

(dpa, afp, per.)

Mehr zur politischen Lage in Deutschland 

"Ich glaube, Lindner war frustriert" – Renate Künast über Streit in der Opposition 

Unsere Armutsserie startet: So lebt Jan mit 800 Euro im Monat

Merkel-Raute vs. Lindner-Faust – Was uns die Gesten der Macht sagen 

Dobrindt und Lindner, die zwei von der Abschiebeindustrie

Polizei, Polizei, Polizei! Die CSU benimmt sich wie die schlimmsten Helikopter-Eltern

Was heute wieder gesagt werden darf – und zwar nicht nur von der AfD

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

"Nicht alle zu Nazis abstempeln" – so verteidigt Sahra Wagenknecht Wutbürger von Chemnitz

Sarah Wagenknecht will nicht mehr nur Partei sein. Deswegen hat sie gemeinsam mit Oskar Lafontaine die Bewegung "Aufstehen" ins Leben gerufen. Sie soll Menschen aus allen politischen Lagern einsammeln, um linke Mehrheiten im Land möglich zu machen. Aber kann eine Bewegung von oben funktionieren? Und wie links ist sie wirklich? Sahra Wagenknecht im watson-Interview

watson: Ihre neue überparteiliche Sammlungsbewegung segelt unter dem Motto "Aufstehen". Für Chemnitz galt das offensichtlich …

Artikel lesen