Polizeibericht zu Chemnitz geleakt: "100 vermummte Personen (rechts) suchen Ausländer"

Im sächsischen Landtag hatte der Ministerpräsident des Landes, Michael Kretschmer, noch gesagt, es habe nach den Demonstrationen von AfD und "Pro Chemnitz" keine Hetzjagden auf Ausländer gegeben: 

"Es gab keinen Mob, es gab keine Hetzjagd und es gab keine Pogrome in dieser Stadt."

Doch nun will das ZDF-Magazin "Frontal21" einen internen Polizeibericht ausgewertet haben, der eine ganz andere Lage beschreibt.

In dem Bericht ist laut dem Magazin von "Vermummten", die sich "mit Steinen bewaffnen" und die "Ausländer suchen" und ein jüdisches Restaurant überfallen, die Rede.

Auch Verfassungsschutzpräsident Maaßen muss Aussagen korrigieren

Nach Recherchen von "Frontal21" sollen am 27. August ab 19 Uhr Meldungen über gewaltbereite Rechtsextreme bei der Polizei eingelaufen sein.

"Vermutlich handelt es sich um Personen, die intensiv Kampfsport betreiben, gewaltsuchend sind."

Zitat aus dem Polizeibericht, Frontal21

Bild

Bild: imago stock&people

Aus dem Bericht soll ebenfalls hervorgehen, dass es mehrere Versuche von Seiten Rechtstextremer gegeben haben soll, sowohl Leute aus dem linken Milieu, als auch Ausländer anzugreifen.

"100 vermummte Personen (rechts) suchen Ausländer."

Zitat aus dem Polizeibericht, Frontal21

Im Zuge dieser Angriffe soll es auch zu der Attacke auf das jüdische Restaurant "Schalom" gekommen sein. Das Restaurant wurde von mehreren vermummten Personen mit Steinen und Flaschen attackiert, der Besitzer tätlich angegriffen und verletzt. Die Ermittlungen zu dem Angriff auf das Restaurant laufen.

(gw)

Die Proteste in Chemnitz in Bildern

1 / 17
Der Tag in Chemnitz in Bildern
quelle: ap / jens meyer/ap
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Exklusiv

Historische Entscheidung bahnt sich an: Homosexuelle sollen einfacher Blut spenden dürfen

Am Montag ist Weltblutspendetag. Damit rückt auch eine Ungleichbehandlung bei der Blutspende in den Fokus, die seit Jahren heftig kritisiert wird: Schwule und bisexuelle Männer durften in Deutschland bis 2017 faktisch überhaupt kein Blut spenden. Seit 2017 dürfen sie das theoretisch – aber nur, wenn sie zwölf Monate zuvor keinen Sex hatten.

Diese Beschränkung könnte in Kürze fallen: Das geht aus einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) auf eine watson-Anfrage hervor.

Diese historische …

Artikel lesen
Link zum Artikel