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AfD gegen AfD: Mitglieder werfen Höcke "totalitäre Säuberungen" vor

Jonas Mueller-Töwe

Zum Bundesparteitag kracht es in der AfD gewaltig: Die "Alternative Mitte" wirft dem radikalen Flügel um Björn Höcke eine "totalitäre Säuberung" vor. Er suche die Nähe zu ehemaligen Kadern der SED.

Lange Zeit gerierte sich die "Alternative Mitte" in der AfD als bürgerliches Lager, dass die offene Auseinandersetzung mit den Radikalen in der Partei scheute. Das scheint nun vorbei zu sein. Pünktlich zum Bundesparteitag in Augsburg gehen Mitglieder der "Alternativen Mitte" nun allerdings auf Konfrontationskurs zum "Flügel" um Thüringens Landeschef Björn Höcke.

Der Landesverband in Thüringen unterliege derzeit "regelrechten Säuberungsbemühungen", schreibt die Alternative Mitte auf ihrem Facebook-Profil.

Seit das Parteiausschlussverfahren gegen Höcke eingestellt sei, werde der Landesverband "zum Brückenkopf linksnationaler Kreise in der AfD ausgebaut". Kritiker "vor allem liberal-konservative, demokratische Kreise" würden "aktiv verdrängt", heißt es weiter.

Grund des Vorstoßes ist offenbar unter anderem ein Parteiausschlussverfahren gegen Höckes ehemalige Stellvertreterin Steffi Brönner. Sie ist Vorsitzende der Alternativen Mitte in Thüringen. Brönner hatte Höcke bereits vor der Bundestagswahl vorgeworfen, aktiv mit Neonazis mitzulaufen. Deswegen wird ihr nun offenbar parteischädigendes Verhalten vorgeworfen.

"Alle führenden Köpfe der [Alternativen Mitte] sind von harten Verdrängungsmaßnahmen betroffen", sagte ein Sprecher der Alternativen Mitte Thhüringen gegenüber der "Thüringer Allgemeinen". "Der AfD-Landesverband führt eine totalitäre Säuberung des Landesverbands von liberal-konservativen, demokratischen Kräften durch."

Weitere AfD-Mitglieder in Thüringen erneuerten nun diese Kritik. Gründungsmitglied Helmut Witter schrieb bei Facebook hinsichtlich des rechten "Flügels": "Mit deren Aussagen kann man nur eines verbinden, sie wollen das demokratische System abschaffen." Höcke und seinem Stellvertreter Stefan Möller warf er vor: "Sie sind alles nur keine Demokraten."

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Alternative in der Alternative: Mitglieder werfen Höcke "Säuberungen" vor. Bild: dpa watson montage

Kurz zuvor hatte bereits Jens Sprenger, Vorstandsvorsitzender eines AfD-nahen Bildungswerks, unter Protest sein Amt niedergelegt, wie die "Thüringer Allgemeine" berichtete. Er warf dem Landesverband unter anderem vor, sich zunehmend mit "Ex-SED-Kadern" anzureichern. Kritiker würden aus der Partei gedrängt. Auch in Hessen hatte der Landesvorstand angekündigt, die "Alternative Mitte" nicht zu dulden und Maßnahmen gegen die Mitglieder zu verhängen, wie die "taz" berichtete.

Ein Sprecher der "Alternativen Mitte" in NRW hatte kurz vor dem letzten Parteitag im Interview mit t-online.de bekräftigt, die Strömung vertrete die Mehrheit in der Partei. Beim Parteitag war der vom sogenannten moderaten Lager bevorzugte Georg Pazderski allerdings als Kandidat für den Parteivorsitz gescheitert. Daraufhin übernahm Gauland den Co-Vorsitz neben Jörg Meuthen. Seitdem ist der Parteivorsitz fest in der Hand des völkisch-nationalen Lagers. Für Gaulands Nachfolge ist unter der brandenburgische Landesvorsitzende Andreas Kalbitz im Gespräch. Er nahm unter anderem an paramilitärisch organisierten Neonazi-Zeltlagern teil.

Dieser Artikel ist zuerst bei t-online erschienen.

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