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Umweltministerin Schulze am Dienstag in Berlin. Bild: picture alliance/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Bericht der Bundesregierung: So trifft der Klimawandel Deutschland

Die Folgen der globalen Erderwärmung werden in Deutschland spürbarer und lassen sich immer besser belegen.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) nannte die Befunde "alarmierend".

"Es geht nicht nur um Gletscher und Eisbären, es betrifft uns hier in Deutschland", sagte Schulze.

Dem Bericht zufolge erhöhte sich die mittlere Lufttemperatur in Deutschland von 1881 bis 2018 um 1,5 Grad. Allein in den vergangenen fünf Jahren stieg diese um 0,3 Grad an. "Die Folgen des Klimawandels treten immer deutlicher zutage", sagte Ministerin Schulze. "Dem können wir nur mit vorsorgendem Klimaschutz und konsequenter Anpassung an den Klimawandel begegnen."

Erstellt wurde der Bericht von Schulzes Ministerium und dem Umweltbundesamt (UBA). Dessen Präsidentin Maria Krautzberger verwies darauf, dass die Erhöhung der mittleren Temperatur mit einer höheren Anzahl "heißer Tage" verbunden sei – dies sind Tage, an denen die Temperaturen über 30 Grad steigen. Deren Zahl sei seit 1951 von etwa drei auf derzeit etwa zehn Tage pro Jahr gestiegen. Das setze auch den Menschen zu, vor allem in den Städten.

UN warnen vor Erderhitzung

In einem weiteren Bericht wird an diesem Dienstag vor den Folgen des Klimawandels gewarnt. Die Länder müssten ihre Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel immens verstärken, wenn sie gemeinschaftlich das 1,5-Grad-Ziel erreichen wollen. Das ist Ergebnis einer Studie des UN-Umweltprogramms Unep.

Wenn die Weltbevölkerung so weiterlebe wie aktuell, drohe die Temperatur bis zum Ende des Jahrhunderts um 3,4 bis 3,9 statt wie angestrebt um nur 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu steigen.

"Es ist nicht auszudenken, was es bedeuten würde, wenn sich das in dieser Geschwindigkeit wirklich fortsetzen würde", sagte Umweltministerin Schulze am Dienstag. Die Antwort müsse heißen: "Viel mehr Klimaschutz, und zwar weltweit."

In dem Unep-Bericht heißt es: Die Länder müssten ihre national festgelegten Beiträge im kommenden Jahr deutlich anpassen, um die Lücke bei den Klimazielen mit politischen Ansätzen und Strategien zu schließen. Selbst wenn alle Staaten ihre derzeit festgelegten Beiträge auch wirklich erbringen, werden demnach 2030 noch immer 32 Gigatonnen CO2 zu viel ausgestoßen, um das 1,5-Grad-Ziel erreichen zu können.

(ll/mit afp/dpa)

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