Berlin GER, Berlin, 24.03.21, Fragestunde BT - mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel Fragestunde - mit Angela Merkel - Bkin - Bundeskanzlerin - Befragung der Bundesregierung im Deutschen Bundestag, 24.03.2021, *** Berlin GER, Berlin, 24 03 21, Question Time BT with Chancellor Angela Merkel Question Time with Angela Merkel Bkin Chancellor Questioning the Federal Government in the German Bundestag, 24 03 2021, Copyright: xUwexKoch/Eibner-Pressefotox EP_EER

Im deutschen Bundestag müssen Lobby-Aktivitäten der Politiker bekannt gegeben werden. Bild: IMAGO / Eibner

Lobbyregister im Bundestag beschlossen: Mehr Transparenz bei der Gesetzgebung

Nach jahrelangen Diskussionen hat der Bundestag die Einführung eines Lobbyregisters beschlossen. Das Gesetz, das am späten Donnerstagabend verabschiedet wurde, verpflichtet professionelle Interessenvertreter dazu, sich in ein öffentlich einsehbares Register einzutragen und dort Angaben über ihre Auftraggeber zu machen. Dadurch soll in Zukunft deutlicher erkennbar werden, wer Einfluss auf politische Entscheidungen und die Gesetzgebung genommen hat. Der CDU-Abgeordnete Patrick Schnieder erklärte, Interessenvertretung sei nicht per se etwas Schlechtes, müsse aber transparent gemacht werden.

Opposition hält neues Register nicht für ausreichend

Lobbyisten, die im Bundestag oder bei der Bundesregierung die Interessen bestimmter Gruppen durchsetzen wollen, müssen in dem neuen Register Angaben zu ihren Arbeit- oder Auftraggebern machen sowie zur Anzahl der Beschäftigten und den finanziellen Aufwendungen für die Lobbyarbeit. Treffen in Ministerien sollen bis hinunter zur Ebene von Unterabteilungsleitern erfasst werden. Das Register wird digital beim Bundestag geführt. Wer sich nicht an die Regeln hält, muss mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro rechnen.

Die Opposition hält die von der großen Koalition ausgehandelten Regelungen allerdings nicht für ausreichend. Transparency International beklagte ebenfalls große Mängel. "Wir werden auch in Zukunft keine Transparenz über die konkrete Lobbyarbeit bekommen oder höchstens eine sehr dünne", sagte der Deutschland-Chef der Organisation, Hartmut Bäumer, in der "Augsburger Allgemeinen".

Auch regierende SPD war für weitergehende Regelungen

Selbst die SPD hätte sich in dem gemeinsamen Gesetzentwurf der großen Koalition weitergehende Regelungen gewünscht. Matthias Bartke, der für die Sozialdemokraten den Kompromiss mit CDU und CSU ausgehandelt hatte, nannte es im Bundestag einen "erheblichen Wermutstropfen", dass die Union den "exekutiven Fußabdruck" verhindert habe. Dieses Instrument soll kenntlich machen, wie Gesetzestexte konkret durch das Eingreifen von Lobbyisten verändert wurden. Für den Justiziar der Unionsfraktion, Michael Frieser (CSU), wäre dies jedoch "ein Irrsinn an bürokratischer Verwaltung".

(vdv/dpa)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Analyse

Die drei Kanzlerkandidaten: Was ihr über Laschet, Baerbock und Scholz wissen müsst

Der Unionskandidat Laschet hat schon dreimal viele überrascht, die Grüne Baerbock hat Machthunger entwickelt – und der Sozialdemokrat Olaf Scholz gilt trotz Skandalen als solider Regierender. Die Kandidaten im watson-Check.

Diese Wahl wird die spannendste seit Langem. Am 26. September findet die erste Bundestagswahl der Geschichte statt, zu der der amtierende Kanzler oder die amtierende Kanzlerin nicht antritt. Es ist außerdem die erste Wahl seit 16 Jahren, in die CDU und CSU nicht als haushohe Favoriten gehen. Und es ist auch die erste Wahl, bei der nicht nur Union und SPD, sondern auch die Grünen realistische Chancen haben, zu gewinnen.

Seit vergangener Woche steht fest, mit welchen Kanzlerkandidaten die drei …

Artikel lesen
Link zum Artikel