Deutschland
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Bild

Großes Problem, großer Streit. imago/watson-montage

Auf die Größe kommt's doch an – warum das für Berliner und Hamburger ein Problem ist

Ein Satz, mit dem sich nicht jeder anfreunden kann: Auf die Größe kommt es an.

Besonders unpopulär ist dieser Satz in diesen Tagen auch bei den Städteplanern in Berlin und Hamburg. Denn die beiden Großstädte sind mit dem Ergebnis der letzten Volkszählung im Jahr 2011 unzufrieden. 

Die nächste Volkszählung wird schon für das Jahr 2021 vorbereitet. 

Ein Überblick über den Rechtsstreit um die Volkszählung:

Was waren die Ergebnisse der Volkszählung?

Nach der Vorstellung der Ergebnisse der ersten Volkszählung seit mehr als zwei Jahrzehnten im Mai 2013 hatte Deutschland auf einmal weniger Einwohner: Zum Stichtag 9. Mai 2011 lebten in Deutschland laut der Statistik rund 80.2 Millionen Menschen und damit rund anderthalb Millionen weniger als zuvor angenommen. Berlin hatte demnach rund 180.000 Einwohner weniger, Hamburg knapp 83.000.

Die Volkszählung brachte zudem eine ganze Reihe weiterer Ergebnisse, etwa zur Zahl der Ausländer, zum Familienstand der Bürger oder ihrer Religion. Dazu kamen Angaben zum Wohnungsbestand. Konkrete Folgen haben aber vor allem die offiziellen Einwohnerzahlen, weil sie eine entscheidende Rolle beim kommunalen Finanzausgleich und beim Länderfinanzausgleich oder auch bei der Einteilung von Wahlkreisen spielen.

Wie wurden die Zahlen berechnet?

Der Zensus 2011 war die erste registergestützte Volkszählung. Im Unterschied zu den Volkszählungen von 1987 im Westen und 1981 in der DDR wurden 2011 nur zehn Prozent der Einwohner tatsächlich befragt. Ansonsten wurde auf verschiedenste Datenregister von den Einwohnermeldeämtern bis zu den Geburtenregistern zurückgegriffen und durch weitere "primärstatistische Erhebungen" ergänzt.

Woran stören sich klagenden Stadtstaaten Berlin und Hamburg?

Die beiden Millionenstädte argumentieren, dass bei der Einwohnerzählung von Gemeinden mit mehr oder weniger als zehntausend Einwohnern durch unterschiedliche Erhebungsmethoden große Städte statistisch geschrumpft seien. Und das bedeutet weniger Geld: Allein Berlin zählt die gesunkenen Zuteilungen aus dem Länderfinanzausgleich auf 4,7 Milliarden Euro für den Zeitraum von 2011 bis zum nächsten Zensus im Jahr 2021.

Berlin und Hamburg zogen deshalb schließlich gegen das Zensusgesetz vor das Bundesverfassungsgericht. Bei der mündlichen Verhandlung im Oktober 2017 verteidigte die Bundesregierung den Methodenwechsel bei der Volkszählung. Bundesweit legten zudem mehr als tausend Gemeinden Rechtsmittel gegen den Zensus 2011 und die damit für sie verbundenen niedrigeren Zuweisungen aus dem kommunalen Finanzausgleich ein.

Welche Folgen könnte das Urteil des Gerichts haben?

Konkret geht es um das Zahlenwerk auf Grundlage der Volkszählung von 2011 und die damit verbundenen Folgen. Die Verfassungsrichter müssen entscheiden, ob die Ergebnisse Bestand haben. Doch ihre Entscheidung könnte auch Konsequenzen für die in drei Jahren anstehende Volkszählung haben. Noch zeigen sich die Statistiker von Bund und Ländern in ihrer Präsentation der nächsten Zählung überzeugt: "Das Grundmodell des registergestützten Zensus 2011 wird auch 2021 wieder zum Einsatz kommen." Ob es tatsächlich genauso kommt, hängt auch vom Urteil aus Karlsruhe ab.

(pb/afp)

Der Tag – was heute noch wichtig ist:

Das könnte dich auch interessieren:

McDonald's- und Burger-King-Mitarbeiter packen über dreisteste Kunden aus

Link zum Artikel

9 Hochzeitsplaner erzählen, welche "tollen Ideen" sie nicht mehr sehen können

Link zum Artikel

Ein Helene-Fischer-Song war für Florian Silbereisen gedacht – doch es kam ganz anders

Link zum Artikel

Autofahrer weichen aus: Gelbe Teststreifen plötzlich auf der A4 aufgetaucht

Link zum Artikel

"The Masked Singer": Mit seinem Helene-Fischer-Auftritt hat sich der Engel verraten

Link zum Artikel

iPhone-Userin ruiniert besonderen Moment der Braut – so regt sich eine Fotografin auf

Link zum Artikel

Ein Bobby-Car im Parkverbot – so reagiert die Polizei

Link zum Artikel

"The Masked Singer": Dieser Promi steckt im Kudu-Kostüm!

Link zum Artikel

Gleiches Produkt, dreifacher Preis? Jetzt reagiert Edeka auf die Vorwürfe

Link zum Artikel

"Masked Singer": Faisal Kawusi empört mit üblem Merkel-Witz – ProSieben reagiert patzig

Link zum Artikel

Whatsapp-Panne: Tochter schickt Eltern Urlaubs-Selfie – Wiedersehen dürfte peinlich werden

Link zum Artikel

Das denken Singles, wenn sie diese 5 Sprüche hören

Link zum Artikel

"Wo ist es nur geblieben?": Fans rätseln über angekündigtes Interview mit Helene Fischer

Link zum Artikel

Aldi startet neues Konzept in London – warum das in Deutschland nicht funktionieren würde

Link zum Artikel

Foodwatch kritisiert Edeka: Zwei Produkte, zwei Preise – trotz gleichen Inhalts

Link zum Artikel

Ein Fehler veranschaulicht, worum es Plasberg beim EU-Streit wirklich ging

Link zum Artikel

Weil sie ihr Auto wuschen: Wut-Brief an Sanitäter – Antwort wird gefeiert

Link zum Artikel

Neymar könnte mit Domino-Effekt für neuen Toptransfer beim FC Bayern sorgen

Link zum Artikel

Whatsapp: Mit diesem Trick kannst du noch Tage später unpassende Nachrichten löschen

Link zum Artikel

Umstrittenes Cover von Helene Fischer: "Vogue"-Chefin spricht über Bedenken

Link zum Artikel

"Stranger Things": Wenn diese Theorie stimmt, ist klar, was aus Hopper wurde

Link zum Artikel

Aldi wird sein Angebot radikal überarbeiten – das wird sich für dich jetzt ändern

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

AfD-Gäste und Pegida-Nähe: CDU-Spitzenpolitiker tritt an umstrittenem Ort auf

Die Veranstaltung heißt "70 Jahre DDR" und der Moderator möchte es noch einmal deutlich machen: "Das ist auch provokativ gemeint". Es ist der 27. Mai 2019 im "Buch- und Kulturhaus Loschwitz" nahe Dresden. Besagter Moderator ist Buchautor Uwe Tellkamp, und er stellt an diesem Tag den ersten Gast einer Veranstaltungsreihe vor, zu der auch "Achse des Guten"-Autorin Vera Lengsfeld und Ex-"Spiegel"-Autor Matthias Matussek kommen werden. Letzterer hat auch schon mit rechtsextremen "Identitären" …

Artikel lesen
Link zum Artikel