Deutschland
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Ein Vorfall in Schöneberg sorgt bundesweit für Aufsehen. Bild: Arco Images GmbH/picture alliance

Wo im Juni ein syrischer Junge starb, schmieren jetzt offenbar Nazis Hakenkreuze

06.08.18, 14:15 06.08.18, 16:05

Nach Hakenkreuzschmierereien am Unfallort eines syrischen Jungen in Mecklenburg-Vorpommern sind zwei Tatverdächtige ermittelt worden. Den beiden Männern im Alter von 22 und 23 Jahren kamen die Ermittler durch Hinweise aus der Bevölkerung auf die Spur, wie die Staatsanwaltschaft Schwerin am Montag mitteilte. Bei Wohnungsdurchsuchungen sei zwar die Sprühfarbe nicht gefunden worden, der Tatverdacht bestehe aufgrund der Ermittlungsergebnisse aber weiter.

"Ich weiß nicht, was in den vernebelten Köpfen solcher Täter vorgeht. Das darf man nicht hinnehmen", zeigte sich Lutz Götze, Bürgermeister der Gemeinde Schöneberg schockiert. Das sei blinder und primitiver Hass gegenüber Ausländern.

Der Fall

Nachdem im Juni ein neun Jahre alter syrischer Jungen mit seinem Fahrrad auf eine Straße stürzte und von einem Traktor erfasst wurde, wird die Unfallstelle zu einem Schauplatz der Fremdenfeindlichkeit.

Ende Juli schmierten Unbekannte ein Hakenkreuz auf dem Gehweg in der Stadt Schönberg, wenige Meter vom Ort entfernt, an dem der Junge den tödlichen Unfall hatte. Zudem war dort die Aufschrift "1:0" zu lesen. Gegenüber der Schweriner Volkszeitung (SVZ) sagte eine Sprecherin des Rostocker Polizeipräsidiums: 

"Wir glauben, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Tod des Jungen und den Schmierereien gibt."

Polizei Rostock

Bürgermeister ist schockiert

Die Region in Nordwestmecklenburg war einst eine Hochburg der rechtsextremen Szene. Gegenüber der "Bild"-Zeitung sagte Landesinnenminister Lorenz Caffier zwar, dass es in Schönberg selbst keine Neonazis gebe. "Allerdings prüfen wir derzeit, inwiefern Rechtsextremisten in der näheren Umgebung beheimatet sind."

Der syrische Junge war am 20. Juni mit seinem Fahrrad auf dem Bürgersteig unterwegs. Er kam ins schlingern und fiel auf die Straße. Dort wurde er von einem Traktor erfasst. Im Krankenhaus erlag das Kind seinen Verletzungen. Die Hakenkreuze sind mittlerweile von der Straße entfernt. Freunde des syrischen Jungens haben sie mit Blumen übermalt. 

Dieser Artikel erschien zuerst auf t-online.de

Das könnte dich auch interessieren:

"So dunkel bist du ja jetzt nicht"– Unter #MeTwo teilen Hunderte ihre Rassismuserfahrungen

"Lederhosen und Bier sind meine Kultur": Bayerin im Dirndl wehrt sich gegen Anfeindungen

Özil – für immer Gast im eigenen Land? Das geht schon seit Generationen so

Endlich! 2018 begreift die Mode- und Beautywelt, dass "nude" nicht nur beige ist

Diese Studentengeschichte zeigt, warum Rassismus auch in der US-Elite ein Problem ist

Christian Lindner und der Fremde beim Bäcker – Rassismus-Debatte in der FDP 

"An Sexismus und Rassismus rausgehauen, was ging" – ZDF erntet Shitstorm

Wikipedia sperrt 62.000 sächsische Rechner wegen gelöschtem Rassismus-Absatz

Heineken ist mit diesem Werbespot gerade so richtig in den Rassismus-Fettnapf getreten

Mann, sind die doof, Mann! Dickmann's entschuldigt sich bei Herzogin Meghan 

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • DerTaran 06.08.2018 19:15
    Highlight Die fühlen sich jetzt sicher, haben das Gefühl, die Deutschen steht hinter ihnen, aber der Ekel und der Wiederstand wächst. Wehe, wenn unser Gedultfaden reisst und die liberale Gesellschaft mit allen rechtlichen Mitteln zurück schlägt, dann werden sie sich wünschen, nie aus ihren braunen Löchern gekrochen zu sein.
    0 2 Melden

Erneuter rassistischer Angriff in Chemnitz – 6 Verdächtige in Untersuchungshaft

Nach einer Demonstration der rechten Organisation "Pro Chemnitz" am Freitagabend haben nach Angaben der Polizei Chemnitz 15 Personen eine Gruppe aus Deutschen, Iranern und Pakistanern in Chemnitz angegriffen. Gegen sechs Tatverdächtige wurde Haftbefehl erlassen. Die Angreifer hatten vorher offenbar an der Demonstration teilgenommen.

Augenzeugen hatten auf Twitter bereits am Freitagabend von einem Angriff durch "Nazis" berichtet. Die Polizei schrieb zunächst lediglich von einer …

Artikel lesen