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Nach dem Todesfall in Köthen demonstrieren heute Neonazis und die AfD

Nach dem Tod eines 22-Jährigen in Folge einer gewaltsamen Auseinandersetzung in Köthen hat die AfD zu einer eigenen "Gedenkveranstaltung" aufgerufen. Außerdem wollen sich auch offene Rechtsextreme am Montagabend versammeln.

Bereits am Sonntag waren rund 2500 Menschen in der Kleinstadt in Sachsen-Anhalt auf die Straße gegangen. Am "Trauermarsch" hatten etwa 500 Rechtsextreme teilgenommen, wie der Innenminister Sachsen-Anhalts, Holger Stahlknecht, am Montag in einer Pressekonferenz erklärte. Die seien aus dem gesamten Bundesland, aber auch aus Niedersachsen und Thüringen angereist.

Die Polizei kündigt ein Großaufgebot an

Police secure a demonstration in Koethen, 90 miles southwest of the German capital Berlin, Sunday, Sept. 9, 2018, after police has arrested two Afghan men after a 22-year-old German man died after brawl. (AP Photo/Jens Meyer)

Der Polizeieinsatz am Sonntagabend. Bild: AP

Die Polizei war am Sonntag mit einem Aufgebot aus mehreren Bundesländern in Köthen im Einsatz. Unterstützt wurde sie dabei auch durch die Bundespolizei. Auch für Montagabend kündigte Stahlknecht einen Großeinsatz an: Beamte in einer "hohen dreistelligen" Anzahl, Wasserwerfer und auch berittene Polizisten sollen Körthen sichern.

Zur "Gedenkveranstaltung", die dort um 19 Uhr stattfinden soll, ruft der Ortsverband der AfD auf. Auch am Sonntag hatten sich laut Angaben des Innenministers bereits AfD-Mitglieder am "Trauermarsch" beteiligt. Auf politische Reden wolle man heute verzichten, schreibt die AfD Köthen/Anhalt in ihrem Aufruf. Viele Bürger würden in Ruhe und "ohne Extremisten" trauern wollen.

Auch Neonazis wollen erneut demonstrieren

Bei dem "Trauermarsch" am Sonntag ergriffen auch bekannte Neonazis das Wort. Der Thüringer Rechtsextremist David Köckert etwa sprach dabei von einem "Rassenkrieg gegen das deutsche Volk". Die Polizei prüft die Redebeiträge nun auf Strafbarkeit.

Köckert und seine Organisation "Wir sind Sachsen/Thügida" wollen ihre Kundgebung bereits eine Stunde vor der "Gedenkveranstaltung" der AfD starten. Sie soll nur etwa 200 Meter entfernt beginnen. Das Motto: "Klagt nicht, kämpft!"

Beim zuständigen Landkreis Anhalt-Bitterfeld weiß man von so einer Kundgebung bislang nichts. Bereits seit Jahren finde dort jedoch jeden Montag die "Montagsmahnwache" einer Einzelperson statt, zu der regelmäßig fünf bis zehn Personen kämen. Bereits 2014 berichtete die NPD davon, dass ihr Landesvorsitzender Peter Walde auf der "Montagsdemo" eine Gastrede gehalten habe. Offenbar wollen die Rechtsextremen um die Organisation "Wir lieben Sachsen/Thügida" diese Kundgebung heute für ihre eigenen Zwecke nutzen.

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Mit diesem Bild rufen Köckert und "Thügida" zu einer Kundgebung auf.  screenshot: facebook

Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich die Teilnehmer dieser Kundgebung später der AfD-Veranstaltung anschließen werden. Ähnliches ereignete sich bereits am ersten September in Chemnitz, wo "Pro Chemnitz" und die AfD schließlich ebenfalls gemeinsam demonstrierten.

(fh)

Was an dem Tag in Chemnitz geschah, könnt ihr hier nachlesen:

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Der Bundespräsident kuschelt nicht mit Linksextremen, er stellt sich gegen Nazis!

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