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Georg Restle bei einer Anti-Rassismus-Kundgebung Bild: imago stock&people

Journalist erhält Morddrohung nach AfD-Kommentar – der WDR wehrt sich

philipp luther

Deutschland, 2019: Wer hierzulande gegen Rechts den Mund aufmacht, muss mit Beleidigungen, Anfeindungen und Morddrohungen rechnen. Der Fall des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke zeigte zudem, dass aus Drohungen inzwischen bitterster Ernst werden kann.

Nicht zuletzt deshalb dürfte sich der WDR dazu entschlossen haben, Strafanzeige zu stellen – denn sein Journalist Georg Restle, Leiter der Redaktion "Monitor", ist mit dem Tod bedroht worden. Der Sender geht davon aus, dass die Drohung aus dem rechtextremen Spektrum kommt.

WDR-Intendant Tom Buhrow sagte:

„Dass es eine Morddrohung gegen einen unserer Journalisten gibt, entsetzt und erschüttert mich. Wir tun alles, um unseren Kollegen – wie alle anderen auch – zu schützen und ihn zu unterstützen."

Restle, der sich wieder und wieder für eine offene Gesellschaft einsetzt, hatte vergangene Woche in einem Kommentar in den "tagesthemen" unter anderem die AfD scharf kritisiert, auf Verbindungen zur rechtsextremen "Identitären Bewegung" hingewiesen und vom Bundesverfassungsschutz eine Einstufung der Partei als rechtsextrem gefordert:

Die AfD-Seele kochte daraufhin über. Uwe Junge (Vorsitzender der AfD-Landesfraktion in Rheinland-Pfalz und Stabsoffizier der Bundeswehr), der gerne mal den "Aufstand der Generale" – damit ist ein Militärputsch gemeint – fordert, beschimpfte Restle als "erbärmlichen Linksextremisten".

Jörg Meuthen (stellvertretender Fraktionsvorsitzender der rechtsnationalen EU-Parlamentsfraktion Identität und Demokratie) nannte den WDR-Journalisten einen "totalitären Schurken".

Kritikfähigkeit, das beweist die AfD immer wieder, gehört einfach nicht zu ihren Stärken.

Der WDR will sich unterdessen von Morddrohungen und Beleidungen nicht von seiner Arbeit abhalten lassen: "Perfide Drohgebärden dieser Art werden uns nicht davon abhalten, unseren Job als Journalisten zu machen", sagte Buhrow am Freitag.

Und weiter:

"Meinungsfreiheit und Pressefreiheit sind ein hohes Gut. Wer das nicht akzeptiert, ist ein Feind der Demokratie."

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