Deutschland
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Bild

Auch das Chemnitzer Rathaus musste Ende März nach einer Bombendrohung evakuiert werden. Bild: imago

Serie rechtsextremer Drohschreiben: Jetzt hat die Polizei einen Verdächtigen ermittelt

Im Fall der bundesweiten Serie rechtsextremer Droh- und Erpressungsschreiben hat die Generalstaatsanwaltschaft Berlin einen Tatverdächtigen aus Schleswig-Holstein ermittelt. Laut Informationen des NDR soll es sich dabei um einen Mann handeln, der bereits 2007 wegen eines geplanten Anschlags auf ein Volksfest festgenommen wurde.

Die Polizei will nun prüfen, ob der Verdächtige auch hinter mehr als 200 Drohschreiben steckt, die in den vergangenen Monaten verschickt wurden.

Die Linken-Bundestagsabgeordnete Martina Renner forderte auf Twitter, jetzt müssten der Hintergrund und "organisatorische Bezüge des mutmaßlichen Täters" geklärt werden.

Verdächtiger offenbar wegen vorheriger Anschlagspläne bekannt

Der NDR berichtete am Freitagmittag, bei dem Tatverdächtigen handele es sich offenbar um André M. aus Halstenbek im Kreis Pinneberg. Der Mann sei schon 2007 festgenommen worden, weil er mit einem Komplizen einen Anschlag auf das "Apfelfest" in Rellingen, ebenfalls im Landkreis Pinneberg, geplant hatte. Laut Informationen des ARD-Hauptstadtstudios habe eine Kette von Indizien die Ermittler auf die Spur des Mannes gebracht. Unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet tagesschau.de, der Tatverdächtige sei psychisch labil und befinde sich derzeit unter Beobachtung in einem Krankenhaus.

Bombendrohung auf Zug in Schleswig-Holstein

Die Droh-Mails, die mit verschiedenen Namen mit Bezügen zum Nationalsozialismus unterzeichnet wurden, wurden unter anderem an Politiker und andere Personen des öffentlichen Lebens verschickt. Sogar die Schlagersängerin Helene Fischer erhielt so ein Schreiben. Fischer hatte sich im vergangenen Jahr gegen Rechtsextremismus positioniert.

Unter dem Namen "Nationalsozialistische Offensive" wurde erst vor wenigen Tagen auch ein Bekennerschreiben nach einer Bombendrohung auf einen Regionalexpress in Neumünster (Schleswig-Holstein) verschickt. Die Bombendrohung hatte den Bahnverkehr am Montagabend für mehrere Stunden lahmgelegt. In der Zugtoilette eines Regionalexpress war am Bahnhof Neumünster der Schriftzug "Bombe im Zug" entdeckt worden.

Das Bekennerschreiben sei als Mail beim "Hamburger Abendblatt" eingegangen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Mittwoch. Die Zeitung habe es am Dienstag an die Ermittler weitergeleitet.

An den Ermittlungen, die jetzt zu der Durchsuchung beim mutmaßlichen Täter geführt haben, waren neben der Berliner Staatsanwaltschaft auch die Landeskriminalämter Berlin und Schleswig-Holstein, sowie das Bundeskriminalamt beteiligt.

(pb/fh/dpa)

Mehr in Kürze auf watson

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Faktencheck: Nein, in Deutschland wird nicht täglich ein Mensch von Asylbewerbern getötet

Genau das hat der rechtskonservative Publizist Roland Tichy behauptet. Mehrere AfD-Politiker verbreiten die Aussage auf Facebook weiter. Der Faktencheck zeigt jedoch: Die Behauptung ist falsch.

Am Dienstag hat Bundesinnenminister Horst Seehofer die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2018 vorgestellt. Seehofers Fazit: Die Kriminalitätszahlen seien rückläufig, Deutschland werde sicherer.

Ebenfalls am Dienstag hat der rechtskonservative Publizist Roland Tichy auf dem Youtube-Kanal seines Magazins "Tichys Einblick" ein Video veröffentlicht, in dem ein gänzlich anderes Bild gezeichnet wird. Darin behauptet Tichy unter anderem:

In den vergangenen vier Jahren sei im Schnitt täglich …

Artikel lesen
Link zum Artikel