Polizisten während der Ereignisse am 26. August 2018 in Chemnitz. Fand dort eine Hetzjagd statt?
Polizisten während der Ereignisse am 26. August 2018 in Chemnitz. Fand dort eine Hetzjagd statt?
Bild: imago/HärtelPRESS

Neue Beweise für Hetzjagden in Chemnitz: Rechtsextreme haben sich per Chat verabredet

26.08.2019, 18:3026.08.2019, 18:47

Gab es im August 2018 Hetzjagden in Chemnitz? Diese Frage wurde im vergangenen Jahr heiß debattiert. Vor allem der damalige Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen behauptete vehement, es gebe keine Belege für Hetzjagden auf Migranten.

  • Laut einem Bericht des Rechercheverbunds aus "Süddeutscher Zeitung", WDR und NDR gibt es mittlerweile weitere Indizien dafür, dass es tatsächlich Hetzjagden gegeben habe.
  • Ermittler hätten auf Handys von Rechtsextremen aus dem Großraum Chemnitz Chatnachrichten gefunden, in denen sie sich entweder zu "Jagden" verabredet oder von Gewalttaten gegen Migranten berichtet hätten.
  • watson veröffentlichte bereits im August 2018 eine in Chemnitz kursierende Sprachnachricht, in der ein Teilnehmer der Ausschreitungen von "blutverschmierten Kanaken" berichtete.

Die "Süddeutsche Zeitung" stützt ihren Artikel auf einen vertraulichen Bericht des sächsischen Landeskriminalamtes. In Chats hätten rechtsextreme Demonstranten demnach selbst den Begriff "Jagd" verwendet – und das vor allem am 26. und 28. August, mehrere Tage, bevor die öffentliche Debatte über den Begriff der "Hetzjagd" startete.

Am 26. August, einen Tag nach der tödlichen Messerattacke auf den 35-jährigen Daniel H. am Rande eines Stadtfestes, fanden die ersten Proteste in Chemnitz statt. Sie wurden schnell gewaltsam, Demonstranten griffen Polizisten, Flüchtlinge und Migranten an.

Mehrere Rechtsextreme hätten in den Chatnachrichten an diesem Tag von Gewalttaten gegen Migranten berichtet, heißt es im Bericht der "Süddeutschen Zeitung".

Beschreibung der "Hetzjagd" kursierte bei Whatsapp

Eine ähnliche Äußerung kursierte im August 2018 bereits als Whatsapp-Sprachnachricht in Chemnitz. watson war die Nachricht damals zugespielt worden. Darin berichtet ein Mann, der offenbar an der gewalttätigen Demonstration am 26. August teilgenommen hatte, von Gewalttaten. Er sagt unter anderem: "Du hast da nur noch Kanaken rumliegen sehen, die blutverschmiert mir entgegen kamen."

Der Mann sagt darin: "Das Zentrum war in fünf Minuten gesäubert."

Video: watson/Felix Huesmann, Lia Haubner

(fh)

So sah die Demo am zweiten Protesttag am 27. August 2018 aus:

Darf man diese AfD-Politiker Neonazis nennen? Zwei Dresdner Gerichte sagen Ja

Seit ihrer Gründung vor sechs Jahren ist die AfD immer weiter nach rechts gerückt. Von Lucke zu Petry zu Gauland. Von der Anti-Euro-Partei zur Anti-Flüchtlingspartei. Antisemitismus-Skandale folgten auf Reden im Nazi-Duktus. Rassistische Ausfälle von Politikern der Partei sind mittlerweile mehr die Regel als die Ausnahme. Als Rechtsextremisten oder gar Neonazis wollen sich AfD-Politiker allerdings nicht bezeichnen lassen.

Zwei sächsische AfD-Politiker wehrten sich nun sogar juristisch dagegen. …

Artikel lesen
Link zum Artikel