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Los Angeles, California, USA- Airport Sign at the entrance of the security checkpoint in LAX airport with People waiting in line.

Bild: iStock Unreleased

"Wir stehen sechs Stunden am Stück am Band." Das sagt ein streikender Sicherheitsmann

Wer bei den Streikenden in Frankfurt und München anruft, dem schallen Trillerpfeifen aus dem Hörer entgegen. Am Dienstag hat die Gewerkschaft Verdi zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen, und die angestellten Sicherheitsleute vieler Flughäfen sind gefolgt – watson hat mit einem von ihnen gesprochen. 

Hunderte Flüge fallen gerade aus, Zehntausende Passagiere kommen nicht wie geplant an ihr Ziel. Der Arbeitskampf in Frankfurt etwa soll noch bis 20.00 Uhr dauern. Dort, so erzählt ein Verdi-Vertrauensmann am Telefon, seien die Arbeitsbedingungen mehr als finster.

Jürgen Hopp, der seinen echten Namen nicht geschrieben sehen will, findet klare Worte: "Der dauernde Personalmangel bringt uns als Mitarbeiter, aber auch die Passagiere selbst in ständige Gefahr", sagt er. Hopp ist ein sogenannter Sicherheitsangestellter §5 LuftSiG. Damit ist er zuständig für die Passagier- und Gepäckkontrolle.

Er erzählt

"Wir stehen sechs Stunden am Stück am Band. Kein Mensch könnte sich solange konzentrieren."

Beispiele aus der jüngeren Verganenheit würden das zeigen: Immer wieder seien Teile des Frankfurter Flughafens geräumt worden, weil überlastete Mitarbeiter bei der Sprengstoffkontrolle ihre Passagiere aus den Augen verloren hatten, sagt Hopp. Dazu komme die ständige Beobachtung:

"Bei unserer Arbeit schauen ständig Bundespolizisten zu. Machen wir Fehler, kann uns das auch immer selbst den Kopf kosten"

Komme es zu einem Sicherheitszwischenfall, würden die Überwachungskameras alles zeigen: Diese Sicherheitangestellte kontrollierte hier den Koffer, dieser Angestellte den Passagier – hier gab es einen Fehler und das ist der Verantwortliche.

"Dazu kommen regelmäßige Qualitätstests unserer Leistung durch den Arbeitgeber. Auch zivile Polizisten schmuggeln immer wieder Dinge durch die Sicherheit, um uns zu überprüfen", so Hopp. In Verbindung mit einem ausufernden Schichtdienst und zu wenig Personal sei das alles nicht mehr länger hinnehmbar gewesen.

Aber kann bessere Bezahlung die Lage wirklich ändern?

Es sei ein Anfang, sagt Hopp. Erst einmal sei es wichtig, die Motivation der Mitarbeiter irgendwie wieder zu steigern. "Bezahlung ist immer ein Ausdruck von Anerkennung und deshalb ein erster Schritt", sagt Hopp.

In einem nächsten Schritt müssten sich die Arbeitgeber aber auch endlich um die anderen Probleme kümmern, damit nicht am Ende tatsächlich etwas Schlimmes passiert, nur weil einem müden Mitarbeiter etwas durch die Lappen ging.

(mbi)

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