Am Flughafen Düsseldorf müssen Flugreisende mit besonders langen Wartezeiten rechnen.
Am Flughafen Düsseldorf müssen Flugreisende mit besonders langen Wartezeiten rechnen.Bild: dpa / David Young

Abhilfe gegen Urlaubs-Flugchaos: Bundesregierung gibt Go für ausländische Beschäftigte

29.06.2022, 11:35

Lange Warteschlangen, ausgefallene Flüge, Reise-Stress pur: Wer aktuell mit dem Flugzeug verreisen will, braucht viel Geduld. Die Bundesregierung will nun Abhilfe schaffen: Als Maßnahme gegen die akuten Personalengpässe an deutschen Flughäfen will sie den kurzfristigen Einsatz ausländischer Beschäftigter erleichtern.

"Wir ermöglichen, dass die Unternehmen Hilfskräfte aus dem Ausland, vor allem aus der Türkei, einsetzen können", sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) am Mittwoch in Berlin nach abgestimmten Vorschlägen der Regierung.

Fehlendes Personal verursacht Flug-Chaos: Ein europaweites Problem

Als wäre das Personal-Chaos nicht schon genug, kam es am Mittwoch zu technischen Problemen bei der Deutschen Flugsicherung. Diese haben am Mittwoch den Flugverkehr über weiten Teilen Deutschlands eingeschränkt. An einer Lösung werde gearbeitet. Bis dahin könne nur eingeschränkt geflogen werden. Ein Faktor, der das Flughafen-Problem akut verstärkt.

Wer aktuell mit dem Flugzeug verreisen will, muss mitunter viel Geduld mitbringen.
Wer aktuell mit dem Flugzeug verreisen will, muss mitunter viel Geduld mitbringen.Bild: AA / Kadir Ilboga

Fehlende Mitarbeiter etwa bei der Gepäckabfertigung oder auch bei Sicherheitskontrollen an Flughäfen haben bereits zum Start der Hauptreisezeit zu teils chaotischen Zuständen geführt, wie watson berichtete. Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) sagte, dies sei "ein Problem, das wir europaweit haben". Fachkräfte in privaten Unternehmen seien während der Corona-Pandemie abgewandert.

Sozialdumping und Leiharbeit werden nicht zugelassen

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte, nach Angaben der Branche gehe es um einige tausend Arbeitskräfte, die an Flughäfen in der Türkei derzeit nicht gebraucht würden. Eingestellt werden müssten sie von den Unternehmen selbst. Für den Einsatz in Deutschland sollten staatlicherseits schnell und befristet Voraussetzungen mit Einreise- und Aufenthaltstiteln und Arbeitserlaubnissen geschaffen werden.

Hubertus Heil, Volker Wissing und Nancy Faeser stellten Maßnahmen zur kurzfristigen Abhilfe der Situation an den deutschen Flughäfen vor.
Hubertus Heil, Volker Wissing und Nancy Faeser stellten Maßnahmen zur kurzfristigen Abhilfe der Situation an den deutschen Flughäfen vor.Bild: dpa / Kay Nietfeld

Heil machte deutlich, dass dafür Bedingungen gelten sollen, um Sozialdumping auszuschließen. So werde nicht zugelassen, Personal in Leiharbeit anzustellen. Bezahlt werden müsse zudem nach Tarif, vorgegeben würden auch gute Unterkünfte. Faeser betonte, dass es bei Anforderungen an Sicherheit und Zuverlässigkeit keine Abstriche gebe.

(ast / mit Material von dpa / afp)

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