Zahlreiche Menschen leuchten mit ihren Handys, während die Band Silbermond bei der Solidaritätskundgebung "Sound of Peace" am Brandenburger Tor auftritt.
Zahlreiche Menschen leuchten mit ihren Handys, während die Band Silbermond bei der Solidaritätskundgebung "Sound of Peace" am Brandenburger Tor auftritt.Bild: dpa / Christophe Gateau

"Sound of Peace"-Konzert am Brandenburger Tor: Zwölf Millionen Euro Spendengeld für die Ukraine

21.03.2022, 12:35

Mit einer großen Solidaritätskundgebung haben Kulturschaffende am Sonntag in Berlin vor Tausenden Menschen ihre Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine demonstriert. Die Friedensaktion "Sound of Peace" (Klang des Friedens) sollte nach Einschätzung der Veranstalter "Europas größte musikalische Kundgebung" gegen den Krieg werden. Auch in anderen deutschen Städten demonstrierten Tausende von Menschen gegen den Krieg.

Nach Angaben der Polizei waren geschätzt 15.000 Menschen zu der musikalischen Aktion mit rund 50 Auftritten in Berlin gekommen. Auf vielen Plakaten wurde sofortiger Frieden gefordert. Häufig zu sehen waren Blau und Gelb, die Farben der Ukraine. Ziel von "Sound of Peace" sollte es auch sein, Spenden zu sammeln, um die Opfer des Krieges in der Ukraine zu unterstützen. Bis zum Abend kamen dabei nach Angaben der Veranstalter zwölf Millionen Euro zusammen.

Natalia Klitschko, Ehefrau des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko, sing ein Lied für Frieden in der Ukraine.
Natalia Klitschko, Ehefrau des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko, sing ein Lied für Frieden in der Ukraine.Bild: dpa / Jörg Carstensen

Mit dabei war auch Natalia Klitschko, Frau des Bürgermeisters von Kiew und Ex-Profiboxers Vitali Klitschko. "Nur zusammen schaffen wir Frieden", sagte sie. Anschließend sang Klitschko mit "Better Days" ein "neues Lied für mein Land". "Es ist wichtig, die Massen zu sehen, die hier zusammenkommen. Es ist wichtig zu sehen, dass die ganze Welt für die Ukraine steht", sagte sie.

Auf der Bühne gab es immer wieder Beiträge, in denen die Lage in der Ukraine und von Flüchtlingen dort und weltweit beschrieben wurde. Musikerinnen und Sänger gaben sich das Mikrofon in die Hand. Marius Müller-Westernhagen sang begleitet von Tausenden Stimmen seinen Song "Freiheit", Peter Maffay stimmte unter Jubel "Über sieben Brücken" an. Pascal Kravetz sang "Wozu sind Kriege da", den Song, den er 1981 mit Udo Lindenberg gesungen und berühmt gemacht hatte.

Von David Garrett bis The BossHoss

Der Geiger David Garrett spielte, Michael Patrick Kelly läutete eine Schweigeminute für den Frieden ein. Clueso sang, einen Song auch zusammen mit einer ukrainischen Grundschullehrerin. Fury in the Slaughterhouse war dabei, ebenso wie In Extremo, Mia, Mine, Revolverheld, Sarah Connor, Silbermond, The BossHoss oder Zoe Wees.

Sänger Peter Maffay vor dem Brandenburger Tor.
Sänger Peter Maffay vor dem Brandenburger Tor. Bild: dpa / Jörg Carstensen

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne), früher selbst Band-Managerin, sagte: "Die Musik überwindet alle Grenzen, bringt Menschen zusammen – Musik gibt Hoffnung, gibt Kraft gegen diejenigen, die Hass und Gewalt und Mord und Tod mit sich bringen." Wichtig sei, dass auch russische Künstlerinnen und Künstler dabei seien. "Es wäre verheerend, wenn wir jetzt in einen Kulturboykott geraten würden", betonte Roth.

Im Internet reagierten die meisten Menschen mit Begeisterung. Doch wie immer machten sich auf Twitter auch einige lustig über die Aktion und die auftretenden Musikerinnen und Künstler.

Einem User, der das "Sound of Peace"-Konzert peinlich fand, antwortete ZDF-Moderator Jo Schück ironisch: "Spenden sammeln für Kriegsopfer. Mega peinlich, findet Dirk. Dann blasen wirs lieber ab, oder?" Und auch Komiker Oliver Kalkhofe, der gestern vor dem Brandenburger Tor eine Rede hielt, machte den "Immermeckerern und Dauernörglern" (Zitat Kalkhofe) eine Ansage.

Abseits von der Diskussion um die Spendenaktion kam auch viel Freude an der Musik an sich auf. Sogar Star-Pianist Igor Levit schaltete sich ein. Er freute sich vor allem über den Auftritt von Peter Maffay. Dessen Performance habe ihn zu Tränen gerührt, schreibt Levit auf Twitter.

(nik/dpa)

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