Nesar Ahmad Aliyar vor der Schule, an der er sein Abitur mit Bestnote bestanden hat.
Nesar Ahmad Aliyar vor der Schule, an der er sein Abitur mit Bestnote bestanden hat.Bild: screenshot wdr

Erst beinahe Abschiebung – jetzt Abi mit 0,8

04.07.2020, 13:35

Vor fünf Jahren sprach er noch kein Wort Deutsch. Und jetzt hat Nesar Ahmad Aliyar sein Abitur bestanden – mit 0,8 oder wie es im Volksmund heißt: Note 1 plus. Das berichtet die "Rheinische Post".

2015 kam Aliyar demnach aus Afghanistan nach Deutschland. Sein Vater lebte bereits in Geldern (NRW). Seine Mutter und seine jüngere Schwester sind nicht mehr am Leben.

Damals war Aliyar gerade mal 13 Jahre alt. In Deutschland geht er im Anschluss auf die 9. Klasse der Realschule. Deutsch habe er durch extrem viel Lesen gelernt, erzählt er der "Rheinischen Post":

"Angefangen habe ich mit Kinderbüchern, mittlerweile sind es wissenschaftliche Artikel."

2017 schließt er die Realschule ab – mit einem Notendurchschnitt von 1,2, was ihn zum Jahrgangsbesten macht. Im selben Jahr ist sein neues Leben in Deutschland plötzlich in Gefahr. Sein Asylantrag wird von den Behörden abgelehnt. Aliyar droht die Abschiebung. Er ist gerade einmal 15 Jahre alt.

Schließlich darf er doch bleiben. Und lässt sich von diesem Rückschlag nicht beirren: Er will studieren, doch dafür braucht er das Abitur. Also geht er an ein Berufskolleg, an die katholische Liebfrauenschule in Geldern.

Dort hat er es nun geschafft: Notendurchschnitt 0,8, damit ist er erneut Klassenbester. Schließlich gibt es gar keine bessere Note. Doch wie man sich schon fast denken kann, gibt sich Aliyar auch damit nicht zufrieden: Als nächstes will er Medizin studieren, am liebsten an der Berliner Charité.

(om)

Exklusive Umfrage: 59 Prozent der Deutschen wünschen sich Karl Lauterbach als Gesundheitsminister

Eine Mehrheit der Deutschen würde es positiv beurteilen, wenn der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach das Gesundheitsministerium in der neuen Regierung übernehmen würde. Bei einer repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsunternehmen Civey im Auftrag von watson durchführte, gaben 59 Prozent der Befragten an, einen Gesundheitsminister Lauterbach positiv zu sehen. Rund ein Drittel (33 Prozent) würde Lauterbach auf dem Ministerposten negativ beurteilen.

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