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Deutschlands Schüler stehen im internationalen Vergleich etwas besser da – aber ihre Ergebnisse wurden im Vergleich zur Pisa-Studie 2015 schlechter. Bild: getty
Deutschland

5 Ergebnisse der Pisa-Studie, die uns Sorgen machen sollten

04.12.2019, 09:06

Die neue Pisa-Studie ist da – und die Ergebnisse fallen gemischt aus. So schneiden deutsche Schüler leicht schlechter ab, als noch bei der letzten Erhebung vor drei Jahren. Im internationalen Vergleich aber liegt Deutschland über dem Durchschnitt.

Hier ein Kurzüberblick:

  • Deutschland büßte im Vergleich mit den Ergebnissen der vorangegangenen Pisa-Studie Punkte ein. Sowohl im Lesen als auch in Mathematik und Naturwissenschaften ging der Punktwert im Vergleich zur Studie vor drei Jahren nach unten.
  • Aber: Der Durchschnitt aller OECD-Staaten liegt bei 487 Punkten, Deutschland kommt auf 498 Punkte (Platz 20).
  • Sieger der Studie in Europa ist Estland. Davor liegen die chinesischen Provinzen Peking, Shanghai, Jiangsu und Zhejiang mit dem Mittelwert von 555 Punkten, gefolgt von Singapur, Macau und Hongkong.
Was ist die Pisa-Studie?
Weltweit nahmen 2018 rund 600.000 15-Jährige aus etwa 80 Ländern am Test der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) teil, der seit 2000 alle drei Jahre stattfindet. Aus Deutschland waren es 5451 Schüler in 226 Schulen. Im Fokus standen neben Naturwissenschaften und Mathematik diesmal vor allem Leistungen beim Lesen. Beim ersten Pisa-Test im Jahr 2000 schnitt Deutschland schlecht ab, was eine Debatte über Bildungsreformen ausgelöst und zunächst zu Verbesserungen geführt hat.

Einige der Ergebnisse der Studie bezeichnen Experten als "Alarmzeichen". Andere aber machen auch Hoffnung. Hier ein detaillierter Überblick.

Abstand zu Spitzenreitern bleibt groß.

Für die Pisa-Studie wurden die Schüler in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften geprüft. Wie erwähnt sanken die Leistungen deutscher Schülerinnen und Schüler in allen drei Bereichen.

  • Im Durchschnitt bleibt Deutschland zwar im oberen Mittelfeld. Vor allem aber, weil sich auch andere Länder stark verschlechterten.
  • Die Leistungen beim Lesen sind in Deutschland nach ersten Verbesserungen im Jahr 2012 nun wieder in etwa auf das Niveau von 2009 zurückgegangen.
  • Der Abstand zur Spitzengruppe in Europa und Asien mit Singapur, Hongkong, Japan, Estland, Kanada oder Finnland bleibt groß.

Der Anteil leistungsschwacher Schüler bleibt "Anlass für Alarm".

Der Bildungsforscher Olaf Köller warnt im Gespräch mit der Wochenzeitung "Die Zeit": "Die sogenannte Risikogruppe, also 15-Jährige, die nicht richtig schreiben und rechnen können, ist mit 21 Prozent wieder fast so groß wie beim Pisa-Schock vor zwei Jahrzehnten." Köller sieht "Anlass für Alarm".

Bei der vorangegangenen Pisa-Studie 2015 hatte sich der Anteil der "Risikogruppe" weiter erhöht.

Soziale Spaltung bleibt.

Die Analyse zeigt, dass der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg in Deutschland nach wie vor sehr groß ist. "Chancengerechtigkeit bleibt eine der Herausforderungen für das deutsche Bildungssystem", betonte die OECD.

So schneiden beim Test zur Lesekompetenz Schüler aus bildungsferneren Schichten oder weniger wohlhabenden Elternhäusern deutlich schlechter ab als Schüler mit einem günstigen sozioökonomischen Hintergrund.

Probleme bei der Lesekompetenz.

Auch wenn Deutschland insgesamt überdurchschnittlich bei der Lesekompetenz abschnitt, einige Aspekte machen doch Sorgen.

Mädchen schneiden hier besser ab als Jungen. Insgesamt gilt ein Viertel der Jungen als leseschwach. Das heißt, sie können die Grundidee eines Textes mit mittlerer Länge nicht erkennen.

Jeder zweite befragte 15-Jährige in Deutschland sagte bei der Studie, er oder sie lese nicht zum Vergnügen, sondern nur, um Informationen zu bekommen.

Fast ein Viertel klagt über Mobbing.

23 Prozent der Schüler in Deutschland gaben an, mindestens ein paarmal im Monat von Mitschülern drangsaliert zu werden. Das entspricht dem Durchschnitt der OECD-Länder.

Aber: Zwei Drittel der befragten 15-Jährigen sagten auch, der Zusammenhalt an ihrer Schüler sei gut.

Fazit

Der Ergebnisse der Pisa-Studie in diesem Jahr sind kein schreiendes Alarm-Zeichen wie die Ergebnisse der allerersten Pisa-Studie. Damals setzte eine Debatte über Bildung ein – und die Situation an deutschen Schulen wurde verbessert.

Mit der neuen Pisa-Studie steht fest: Deutschland muss sich wieder anstrengen. Mit dem Ergebnis könne man nicht zufrieden sein, sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek am Dienstag. Und betonte: "Wir wollen in die Spitze der Pisa-Studie aufsteigen."

(ll/dpa/afp/rt)

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