Hanf-Produkte in den Einkaufswagen? Das ging bei Lidl nur sehr kurze Zeit. Und nach dem Rückruf der Produkte droht dem Discounter nun weiterer Ärger.
Hanf-Produkte in den Einkaufswagen? Das ging bei Lidl nur sehr kurze Zeit. Und nach dem Rückruf der Produkte droht dem Discounter nun weiterer Ärger.
Bild: dpa / Marijan Murat

Lidl-Rückruf von Hasch-Keksen wegen THC – Discounter drohen heftige Konsequenzen

27.08.2021, 14:1027.08.2021, 14:38

Lidl hat ungewöhnlich turbulente Tage hinter sich – und es geht noch weiter: Nachdem der Discounter vor einigen Wochen eine Aktion mit Hanfprodukten gestartet hatte, wurden eben diese nach einer Razzia in einer Lidl-Filiale im bayerischen Rosenheim einkassiert. Der Grund: Die Hanfprodukte sollen, anders als erlaubt, THC enthalten – einen Stoff, der unter das Betäubungsmittelgesetz fällt.

Die Hanf-Produkte wurden gemeinsam mit dem Start-up "The Green Dealers" verkauft, dessen Gründer noch Anfang August stolz die Zusammenarbeit mit dem Discounter verkündete: "3.350 Geschäfte, 21 brandheiße Cannabis Food- Produkte und 100% legal." Eine Untersuchung der Hanf-Produkte ergab jedoch, dass diese alles andere als "100% legal" sind – sondern tatsächlich den verbotenen Stoff THC enthalten.

Lidl ruft unter anderem den Cannabis-Tee zurück.
Lidl ruft unter anderem den Cannabis-Tee zurück.
Bild: dpa / Lidl

Lidl ruft Hanf-Produkte zurück und kassiert Spott im Netz

Es folgte eine große Rückrufaktion bei Lidl, die unter anderem zwei Hanftees, Cookies und auch ein Öl betraf. Auf Twitter machten sich zahlreiche Menschen über die Lidl-Panne lustig – unter anderem mit Kiffer-Scherzen wie dem, dass die Produkte auch "ohne Bong" zurückgegeben werden können.

Doch was die Netz-Gemeinde lustig findet, kann für Lidl bittere Folgen haben: Denn nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Heilbronn gegen den Discounter. "Es wurde aufgrund dessen bei ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und wegen eines Vergehens nach § 59 Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch eingeleitet", schreibt das Wirtschaftsmagazin "Business Insider".

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Lidl

Da die Staatsanwaltschaft noch nicht wisse, wer bei Lidl personell für diesen Verstoß verantwortlich sei, werde erst einmal gegen Unbekannt ermittelt, heißt es weiter. Das sei jedoch eine Formsache, denn Ermittlungen werden gegen natürliche Personen und nicht gegen ganze Unternehmen geführt.

Zudem sollen in einigen Hanf-Produkten nicht nur THC, sondern auch geringe Mengen CBD gefunden worden sein. CBD ist in Deutschland zwar mittlerweile nicht mehr verboten, jedoch bedarf bei einem Handel mit CBD-Produkten einer Zulassung. Die genauen Untersuchungsergebnisse durch das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt stehen laut "Business Insider" noch aus.

(jab)

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