Deutschland
FILE - In this file photo, issued by German federal police on Wednesday, Dec. 21, 2016, 24-year-old Tunisian Anis Amri is shown, who was responsible for the fatal attack on the Christmas market in Berlin on Dec. 19, 2016. The German government has rejected media reports claiming authorities sought to cover up the involvement of a second man in the deadly 2016 truck attack on a Berlin Christmas market by deporting him.(German police via AP) |

Der Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri. Bild: German Federal Police/AP Photo / Uncredited

Verfassungsschutz-Quelle in Moschee von Weihnachtsmarkt-Attentäter

Ein Mitarbeiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz hat erstmals öffentlich bestätigt, dass seine Behörde bei einem vom späteren Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri häufig besuchten Moscheeverein einen Informanten platziert hatte. Der Verfassungsschützer, der am Donnerstag als Zeuge im Untersuchungsausschuss des Bundestages zu dem Terroranschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz befragt wurde, sagte nach Angaben von Teilnehmern der Sitzung, die V-Person habe Amri vor dem Anschlag jedoch nicht als relevante Person wahrgenommen.

Der abgelehnte Asylbewerber Anis Amri war häufig Gast in der Fussilet-Moschee in Berlin-Moabit gewesen. Auch am Tag des Anschlags, dem 19. Dezember 2016, ging er in die von radikalen Islamisten frequentierte Gebetsstätte. Kurz darauf kaperte der Tunesier einen Lastwagen und raste damit über den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche. Bei dem Anschlag starben zwölf Menschen. Er konnte fliehen und wurde später in Italien von der Polizei erschossen.

Kurz nach dem Anschlag hatte der damalige Präsident des Verfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, erklärt, die Behörde habe mit Amri kaum zu tun gehabt, Amri sei ein "reiner Polizeifall" gewesen. Inzwischen ist allerdings bekannt, dass sich das Bundesamt durchaus mit Amri, der auch Kontakt zu Salafisten in anderen Bundesländern hatte, beschäftigt hat. Maaßen soll voraussichtlich in der kommenden Woche im Untersuchungsausschuss als Zeuge vernommen werden. Der Ausschuss hat die Aufgabe, mögliche Fehler der Behörden rund um den schwersten islamistischen Anschlag in der Geschichte der Bundesrepublik aufzuklären.

(hau/dpa)

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