Mit diesem "Outing" sorgte ARD-Journalist Lorenz Beckhardt am Montagabend in seinem "Tagesthemen"-Kommentar für Aufsehen.
Mit diesem "Outing" sorgte ARD-Journalist Lorenz Beckhardt am Montagabend in seinem "Tagesthemen"-Kommentar für Aufsehen.ard-screenshot
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ARD-Journalist will Autos und Flüge teurer machen – ZDF-Kollege verspottet ihn

30.07.2019, 09:23

"Ich bin Konsumjunkie."

Mit diesem Satz sorgte ARD-Journalist Lorenz Beckhardt am Montagabend in seinem "Tagesthemen"-Kommentar (ARD, 22:25 Uhr) für Aufsehen. Anlass seines Meinungsbeitrags war der Erdüberlastungstag, der in diesem Jahr an eben jenem Montag stattfand.

  • Von diesem Tag an werden auf dem Planeten Ressourcen verbraucht, die nicht mehr im Lauf des Jahres nachwachsen. Vor allem der Lebensstil in reichen Industrienationen belastet das Konto, ärmere Länder gleichen es noch ein wenig aus.
  • In der ARD wurde Beckhardt am Abend deutlich. Über seinen eigenen Lebensstil sagt er: "Ich hatte heute Abend ein schönes Stück Fleisch auf dem Grill. Das habe ich öfter." Privat fliege er auch gerne.
  • Er sei eben "konsumsüchtig". Wie "fast alle" Deutsche nun einmal.

Beckhardt meint: "Jeder weiß: Süchtige brauchen Hilfe." Weil Ärzte die Konsumsucht der Deutschen eben nicht heilen könnten, müsste die Politik ran. Die Forderung des ARD-Journalisten an die Spitzen in Berlin: "Macht Fleisch, Auto fahren und fliegen so verdammt teuer, dass wir davon runter kommen. Bitte! Schnell! Dann wählen wir auch Euch alle!"

Die deutliche Forderung des Journalisten wurde im Netz schnell zum Aufreger. Auf den Tweet der "Tagesthemen" reagierten eine Reihe Nutzern – vorhersehbar – mit Empörung.

Andreas Kynast, Korrespondent im ZDF-Hauptstadtstudio äußerte sich am Abend spöttisch über Beckhardts Kommentar – und meinte: "Ist das eine Art Wette? Dass jeder den vorherigen Bestraft-Mich-Kommentar überbieten muss." Kynast fügte ironisch hinzu: "Der arme Kerl morgen..."

Doch es gab auch positiven Zuspruch: Zahlreiche Klimaschutz-Aktivisten retweeteten den ARD-Beitrag, bis in die Nacht sammelte der zugehörige Tweet über "500 Gefällt mir"-Angaben ein.

In die Berechnungen des Erdüberlastungstags fließen zum Beispiel der Verbrauch von Holz, Ackerland und Fischgründen ein, außerdem der CO2-Ausstoß und der Flächenverbrauch – nicht aber endliche Ressourcen wie Erdöl. In Deutschland schlägt vor allem der hohe CO2-Ausstoß zu Buche, etwa durch Verkehr und Kohlekraftwerke.

(pb/mit dpa)

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