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Tausende Klimaschützer demonstrieren für Kohleausstieg – Aktivisten stürmen Tagebau

22.06.2019, 17:32

Rund zehntausend Menschen haben am Samstag im rheinischen Braunkohlerevier für einen raschen Kohleausstieg demonstriert.

  • An einer Kundgebung im Ort Keyenberg, der dem Tagebau weichen soll, nahmen nach Angaben der Organisatoren rund 8000 Menschen teil.
  • Mehr als tausend Klimaschützer drangen zudem nach Angaben der Organisation Ende Gelände in den Tagebau Garzweiler vor und brachten die Bagger zum Stillstand.
  • Dabei wurden nach Angaben der Polizei auch Beamte verletzt. Die Polizei Aachen sprach von sechs verletzten Polizisten.
  • Hunderte Aktivisten blockierten zudem die Bahnstrecken für den Kohletransport.
  • Zu den Teilnehmern der Kundgebung in Keyenberg gehörten auch Anhänger der Schülerbewegung Fridays for Future. Sie hatten bereits am Freitag in Aachen für einen schnellen Kohleausstieg demonstriert – an der Demonstration hatten nach Angaben der Organisatoren 40.000 junge Menschen teilgenommen.
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Zu dem Aktionstag unter dem Motto "Kohle stoppen - Klima und Dörfer retten" hatte ein Bündnis aus umwelt- und zivilgesellschaftlichen Gruppen aufgerufen – dazu gehören etwa Greenpeace, der BUND, Campact oder die NaturFreunde Deutschlands.

Polizei setzte Pfefferspray ein

Eine Sprecherin der Polizei Aachen sagte AFP, die Proteste seien zwar weitgehend friedlich verlaufen – es habe aber Ausnahmen gegeben. Eine größere Gruppe von Klimaschützern sei am frühen Nachmittag auf das Gelände des Tagebaus eingedrungen. Die Polizei habe Pfefferspray eingesetzt. Sie versuche, die Demonstranten von den Großgeräten auf dem Gelände fernzuhalten. Im Vorfeld hatte die Polizei gewarnt, es sei lebensgefährlich, das Gelände zu betreten.

Ein Polizist versucht, einen Aktivisten am Betreten des Tagebau Garzweiler zu hindern.
Ein Polizist versucht, einen Aktivisten am Betreten des Tagebau Garzweiler zu hindern.
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Hunderte Aktivisten von Ende Gelände hatten bereits am Freitagabend die Bahnstrecke vor dem Kohlekraftwerk Neurath blockiert und so den Kohletransport vom Tagebau Garzweiler zum Kraftwerk des Energiekonzerns RWE unterbrochen. Die Blockade dauerte am Samstag an. Am Samstag besetzten Klimaschützer zudem die Hambach Bahn beim Tagebau Hambach. "Damit sind alle zentralen Knotenpunkte des Rheinischen Kohlereviers blockiert", erklärte Ende Gelände.

(ll/afp)

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