Forensic experts search the area after a shooting in Hanau near Frankfurt, Germany, February 20, 2020. REUTERS/Kai Pfaffenbach
Spezialkräfte untersuchen den Tatort.Bild: reuters
Deutschland

Attentat in Hanau: Was wir bisher über die Tat wissen

20.02.2020, 09:2320.02.2020, 12:49

Bei mehreren Gewalttaten im hessischen Hanau sind neun Menschen getötet worden und eine Person schwer verletzt. Auch der mutmaßliche Terrorist ist nach Angaben der Ermittler tot.

Stunden nach dem Verbrechen an zwei unterschiedlichen Tatorten mit neun Toten entdeckte die Polizei die Leiche des mutmaßlichen Attentäters in seiner Wohnung in Hanau – dort fanden Spezialkräfte noch eine weitere tote Person, seine Mutter. Insgesamt kamen damit elf Menschen am Mittwochabend und in der Nacht zum Donnerstag ums Leben.

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Was wissen wir bislang?

Was ist geschehen?

Nach Angaben der Polizei hat ein Mann am Mittwochabend gegen 22 Uhr in der Hanauer Innenstadt das Feuer eröffnet. Er erschoss und verletzte zunächst am Heumarkt mehrere Menschen. Kurz darauf ist der Täter mit einem Auto geflüchtet. Am rund zwei Kilometer entfernten Kurt-Schumacher-Platz erschoss und verletzte er dann ebenfalls mehrere Menschen. Bei beiden Tatorten handelte es sich um Shisha-Bars. Wenig später fand die Polizei in der Wohnung des Täters im Ortsteil Kesselstadt zwei weitere Tote, darunter den Täter und seine 72 Jahre alte Mutter.

Wer sind die Opfer?

Unter den Todesopfern von Hanau sind nach ersten Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden viele Menschen mit Migrationshintergrund. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen.

Ist es ein Terror-Anschlag?

Davon ist auszugehen. Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen aufgenommen, weil von einer terroristischen Gewalttat ausgegangen wird.

Was ist das Motiv?

Wie es nach Informationen aus Sicherheitskreisen hieß, ist ein Bekennerschreiben und ein Video gefunden worden. In dem 24-seitigen Schreiben spricht der Täter von seiner rassistischen Weltanschauung und Vernichtungsfantasien. So hätten "offenbar gewisse Personen aus meinem eigenen Land mit dazu beigetragen, dass wir nun Volksgruppen, Rassen oder Kulturen in unserer Mitte haben, die in jeglicher Hinsicht destruktiv sind". Eine "komplette Ausweisung dieser Menschen aus unserem Land" sei keine Lösung mehr, da "die Existenz gewisser Volksgruppen an sich ein grundsätzlicher Fehler" sei, heißt es in dem Dokument. Bestimmte Völker müssten "komplett vernichtet werden".

Wer ist der Täter?

Offenbar stammt der Mann aus Hanau, ist 43 Jahre alt mit deutscher Staatsangehörigkeit und hat eine Ausbildung zum Bankkaufmann gemacht. Studiert hat er ebenfalls: BWL in Bayreuth. Er war zudem Sportschütze und besaß einen Waffenschein.

Einbürgerung: Ricarda Lang lobt Union – "Spaltungskurs von Friedrich Merz widersetzen"

Der Streit um die erleichterte Einbürgerung dürfte die Bürgergelddebatte 2.0 werden. So zumindest macht es im Vorfeld der ersten Bundestagsdebatte zum Chancen-Aufenthaltsrecht den Anschein. In der ersten Dezemberwoche wird der Bundestag über den Gesetzentwurf von Innenministerin Nancy Faeser (SPD) abstimmen.

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