Christian Lindner, FDP Parteivorsitzender, aufgenommen in der Bundespressekonferenz.

FDP-Vorsitzender Christian Lindner stand den Journalisten am Dienstag in der Bundespressekonferenz Rede und Antwort. Bild: www.imago-images.de / Thomas Trutschel/photothek.de

watson live dabei

FDP auf Frage von watson: Youtuber und TV-Moderatoren könnten digitalen Schulunterricht übernehmen

Nun es ist es bereits ein Jahr her, seit der erste Corona-Fall in Deutschland bekannt wurde. Die FDP nahm das zum Anlass, um Bilanz zu ziehen über den bisherigen Kampf gegen des Virus. In einer Pressekonferenz sprach die Parteiführung auch darüber, wie die Pandemie ihrer Meinung nach in Zukunft bekämpft werden sollte. FDP-Chef Christian Lindner, der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion Michael Theurer und die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP, Christine Aschenberg-Dugnus, stellten sich während der Bundespressekonferenz in Berlin den Fragen der Journalisten.

Die drei FDP-Politiker kritisierten zunächst die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung. So sei die Maskenpflicht für FFP2-Masken zu spät gekommen. Auch werde in Deutschland zu wenig getestet, so die Kritik der FDP. Vor allem seien aber Lockerungen der Corona-Maßnahmen nötig, so Christian Lindner:

"Wir haben nun ein Jahr lang mit dem Instrument der Schließung gearbeitet. Im Frühjahr brauchen wir jetzt einen Strategie-Wechsel."

Lindner forderte, dass eine Perspektive geboten wird, wann mit Öffnungen wieder gerechnet werden kann. Hierfür könne man auch regional gestaffelt beginnen, je nach Viruslast in den betreffenden Regionen. Außerdem sprach sich der FDP-Chef für eine Priorisierung von Erzieherinnen und Erziehern, sowie Lehrerinnen und Lehrern bei der Vergabe von Impfungen aus. Es müsse sichergestellt werden, dass der Präsenzunterricht an Schulen und Universitäten, sowie die Betreuung von Kleinkindern so bald wie möglich wieder stattfinden könne.

Watson interessierte besonders, wie die FDP die staatliche Unterstützung für Studierende und Schülerinnen und Schüler während der Corona-Pandemie wahrnimmt und welche Verbesserungsmöglichkeiten sie sieht.

Michael Theurer, der stellvertretende Fraktionschef der FDP im Bundestag, sprach sich auf die Frage von watson für eine Verbesserung des Bafögs aus. Außerdem erklärte er, es bereite ihm besondere Sorge, dass viele Studierende aufgrund des fehlenden Präsenzunterrichts durch die Prüfungen fielen. Er kenne einen Hochschullehrer, bei dem fast 20 Prozent der Studierenden exmatrikuliert wurden, weil sie nicht zu Prüfungen erschienen sind.

"Wir glauben, dass der Präsenzunterricht anders gestaltet werden muss. Sowohl an den Universitäten, wie an den Schulen", erklärte Theurer. Er fände es sinnvoll, Universitäten und Schulen würden Lehrvideos erstellen, in denen der Unterrichtsstoff vermittelt wird. Das würde es seiner Argumentation nach ermöglichen, dass sich Lehrer auf die Einzelbetreuung der Schülerinnen und Schüler konzentrieren könnten.

"Wenn in einem Schulunterricht zum Beispiel ein bekannter Youtuber oder ein Fernsehmoderator aus dem Bildungsfernsehen die Inhalte digitalgerecht transportiert, ist das möglicherweise besser, als wenn eine früher analog vom Lehrer gehaltene Unterrichtsstunde abgefilmt und ins Netz gestellt wird."

Michael Theurer, FDP

FDP-Chef Christian Lindner pflichtete seinem Fraktionskollegen bei. Er sieht eine zusätzliche Unterstützung für Studierende, deren Nebenjobs weggefallen sind, in einem Bürgergeld, das die FDP bereits seit einiger Zeit propagiert. Dieses würde an jene ausgezahlt werden, die unter eine bestimmte Einkommensgrenze rutschen und könnte ebenso Solo-Selbstständigen und Freelancern helfen. "Das ist aber ein ganz dickes Brett. Das braucht ein bisschen länger und kann nicht in der Pandemie mal eben umgesetzt werden", so Lindner.

Virologin redet Politiker bei "Lanz" in Grund und Boden

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