Sarah-Lee Heinrich, Jungen-Statement

Sarah-Lee Heinrich engagiert sich für soziale Gerechtigkeit. Bild: privat / privat

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"Das Problem an der CDU ist nicht der Parteivorsitz": Das haben junge Frauen unter 30 jetzt CDU-Chef Armin Laschet zu sagen

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet ist neuer CDU-Vorsitzender. Der 59-Jährige setzte sich am Samstag beim digitalen Bundesparteitag in einer Stichwahl gegen den früheren Unionsfraktionschef Friedrich Merz durch.

Zum Abschluss des Parteitags rief Laschet zu Geschlossenheit auf – gerade mit Blick auf das Superwahljahr. Ob er als Parteivorsitzender auch Kanzlerkandidat sein wird, ist noch ungeklärt, aber es ist gut möglich. Und dann braucht er auch die Stimmen junger Wähler, um Kanzler zu werden.

Armin Laschet, CDU, Ministerpraesident von NRW.

Armin Laschet wurde am Samstag zum neuen Vorsitzenden der CDU gewählt. Bild: www.imago-images.de / Thomas Imo/photothek.net

Für watson erklären vier junge Frauen unter 30, was sie sich nun vom nächsten CDU-Vorsitzenden wünschen.

Sarah-Lee Heinrich: "Das Problem an der CDU ist nicht der Parteivorsitz"

Sarah-Lee ist 19 Jahre alt, studiert Sozialwissenschaften und ist Mitglied des Bundesvorstands der Grünen Jugend. Sie setzt sich für soziale Gerechtigkeit ein und sagt, dass die CDU an sich das Problem ist.

"Mich erleichtert es nicht wirklich, dass Armin Laschet statt Friedrich Merz Parteivorsitzender ist. Das Problem an der CDU ist nicht der Parteivorsitz, sondern die Partei an sich. Das Problem ist, dass sie eine unsoziale Politik machen.

Sie sind es, die die Kosten der Krise auf dem Rücken von denen austragen, die gerade sowieso schon knapp bei Kasse sind. Sie sind es, die die Erhöhung des Mindestlohns oder die Entschärfung der Hartz-IV-Sanktionen blockieren. Das ist unter Merkel der Fall gewesen, das war unter Annegret Kramp-Karrenbauer so und daran ändert die Wahl von Armin Laschet nichts.

"In diesem Jahr kämpfen wir für echte Veränderung!"

Ich glaube, wir sollten jetzt nicht darauf einsteigen, dass Laschet der 'Moderate' ist und damit die CDU besser darstellen, als sie ist. Klar ist, wirkliche Verbesserung für die Lebenssituation der vielen Menschen gibt es dann, wenn die CDU aus der Regierung fliegt. Die CDU steht für eine Politik der Alternativlosigkeit. Sie versucht den Status Quo zu verteidigen, auch wenn der Status Quo für viele Menschen jetzt schon Unsicherheit, finanzielle Probleme und Armut bedeuten.

In diesem Jahr kämpfen wir für echte Veränderung! Für bessere Löhne, gute Ausbildungen für alle, ein Ende von Hartz-IV und eine soziale Absicherung, die jeden auffängt. All das gibt es nur gegen die CDU, egal ob Laschet, Röttgen oder Merz."

Johanna: "Aus Fehlern lernt man – hoffentlich auch Herr Laschet"

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Johanna ist Vorstandsmitglied der Landesschüler*innenvertretung NRW. Bild: johanna börgermann

Johanna, 17, ist Schülerin einer Oberstufe in Löhne nahe Bielefeld. Sie will ein besseres Corona-Krisenmanagement an Schulen und die Einhaltung der Klimaziele.

"Armin Laschet ist Vorsitzender der CDU. Länger kenne ich ihn schon als meinen Ministerpräsidenten, als welcher er mich vor allem, während der Coronapandemie enttäuschte. Das Krisenmanagement in Schulen war frustrierend, es wurde zögerlich gehandelt und schnell war Nordrhein-Westfalen Hotspot Nummer eins. Doch aus Fehlern lernt man – hoffentlich auch Herr Laschet.

"Ich hoffe, dass Armin Laschet die Klimaziele einhält!"

Abgesehen von einem geordneten, fairen und sozialen Krisenmanagement der Coronapandemie, erwarte ich von der CDU und ihrem Vorsitzenden klare Kante gegen Faschismus und eine Anpassung an die heutige Zeit: offene Grenzen, Frauenquoten und die Loslösung von der heteronormativen Weltsicht.

Außerdem ist es unbestreitbar, dass der Klimaschutz weiterhin nicht die Wichtigkeit in der Politik hat, die notwendig ist – ich erhoffe mir, dass Herr Laschet dies ändert und Deutschland bald die CO2-Emissionen senkt und die Klimaziele einhält!"

Paula möchte mehr als nur "markige und schöne Worte"

Paula Maaß

Paula hat Armin Laschets Rede gefallen. Bild: privat

Paula ist 28 und lebt in Berlin. Sie arbeitet im sozialen Bereich und erhofft sich von einem möglichen zukünftigen Kanzler Armin Laschet, dass er seinen Worten auch Taten folgen lässt:

"Seine Rede war schön anzuhören. Sie erfüllte meine Erwartungen, das Bedürfnis nach Einigung, Klarheit, Modernisierung und auch die Wahrnehmung von Frauen. Aber diesen 'markigen oder schönen Worten' (O-Ton Laschet) müssen jetzt Handlungen folgen.

"Seine Rede erfüllt meine Erwartungen."

Ich bin gespannt, ob er letztendlich auch Chancen als Kanzler hat, denn die Klarheit, die der väterlich anmutende Armin Laschet sich wünscht, ist momentan schwer auszumachen. Ob Mutti Merkel den Staffelstab an Papa Laschet weitergibt? To be continued..."

Lilli hat für Norbert Röttgen gestimmt: "Jetzt muss Laschet liefern"

Lilli Fischer

Lilli Fischer durfte selbst beim CDU-Parteitag abstimmen. Bild: Paul Blau

Lilli Fischer ist mit 20 Jahren die jüngste Delegierte auf dem CDU-Parteitag gewesen. Sie hat für Norbert Röttgen gestimmt. Jetzt hat sie hohe Erwartungen an Gegenkandidaten Armin Laschet:

"Jetzt muss Armin Laschet liefern und einen. Er muss die Unterstützer von Merz und Röttgen mitnehmen und ihnen in der Partei eine Stimme geben. Ich erwarte von ihm jetzt den Teamgedanken ernst zu nehmen, unsere Partei zu modernisieren und mit dem Vorsitzenden der CSU gemeinsam zu arbeiten. Es sollte der Kanzlerkandidat werden, der den größten Rückhalt in der Bevölkerung hat."

"Es sollte der Kanzlerkandidat werden, der den größten Rückhalt in der Bevölkerung hat."

(lw/mit material von dpa)

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