Das Orkantief "Ylenia" führte zu Hunderten Einsätzen von Polizei und Feuerwehr.
Das Orkantief "Ylenia" führte zu Hunderten Einsätzen von Polizei und Feuerwehr.Bild: imago images / papp

Orkantief "Zeynep" im Anmarsch: Deutlich stärkeres Ausmaß als bei "Ylenia" erwartet

18.02.2022, 09:04

Weiten Teilen Deutschlands droht an diesem Freitag schon der nächste Sturm. Nachdem "Ylenia" erst am Donnerstag viele Bäume umstürzen ließ, auf den Straßen zu Unfällen mit einigen Toten und Verletzten führte, den Bahnverkehr durcheinanderbrachte und Schulausfälle verursachte, kommt von der Nordsee bereits das nächste Orkantief namens "Zeynep".

Schwerpunkt dieser neuen schweren Sturm- beziehungsweise sogar Orkanlage sei vom Freitagnachmittag bis Samstagfrüh die Nordhälfte Deutschlands, sagen die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) voraus.

Vielerorts Unterrichtsausfälle

Mancherorts dürfte auch am Freitag – wie teils schon am Donnerstag - wieder der Schulunterricht beeinträchtigt sein oder ganz ausfallen. So teilte der Landkreis Goslar in Niedersachsen mit, dass die Schüler und Schülerinnen nicht überall befördert werden könnten. Deshalb wurde dort der Präsenzunterricht in allen allgemein- und berufsbildenden Schulen abgesagt. Aus Hamburg hieß es, Sorgeberechtigte könnten selbstständig entscheiden, ob ihr Kind zu Hause bleibt, sie sollten dann aber unbedingt die Schule informieren.

"Sturmfrei" heißt es in einigen Bundesländern.
"Sturmfrei" heißt es in einigen Bundesländern.Bild: dpa / Philipp von Ditfurth

Großflächige Störungen des Zugverkehrs

Die Deutsche Bahn erwartet bis einschließlich Samstag Verspätungen und Zugausfälle. Auch noch am späten Donnerstagabend war der Fernverkehr weitgehend eingestellt. "Zwischen Leipzig, Berlin und Hamburg verkehren wieder einzelne ICE-Züge", informierte die Bahn auf ihrer Website und verwies auf "besondere Kulanzregelungen für die Gültigkeit bereits gekaufter Fernverkehrstickets".

Noch bis voraussichtlich Samstag müssen Bahnreisende mit Einschränkungen rechnen.
Noch bis voraussichtlich Samstag müssen Bahnreisende mit Einschränkungen rechnen.Bild: dpa / Bludau Foto

Gefahr von weiterer Sturmflut

Für die deutsche Nordseeküste wird auch für Freitag wieder vor Sturmflut-Gefahr gewarnt. Sturmfluten an sich seien durchaus normal, in der Häufigkeit wie im Moment jedoch schon ungewöhnlich, hatte ein Sprecher des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) gesagt. An der Nordseeküste spricht man von einer Sturmflut, wenn das Hochwasser mindestens 1.5 Meter höher als normal aufläuft. Von einer schweren oder sehr schweren Sturmflut wird erst ab Werten von 2.5 beziehungsweise 3.5 Meter gesprochen.

Zahlreiche Einsätze durch Polizei und Feuerwehr

Auch für die Einsatzkräfte etwa von Polizei und Feuerwehr bedeutet das Herannahen von Orkantief "Zeynep", dass sie nur kurz durchatmen können. Zuvor hatte schon Orkantief "Ylenia" seit Mittwochabend zu Tausenden Einsätzen geführt. So rückte allein die Berliner Feuerwehr bis Donnerstagabend zu rund 1300 Einsätzen aus. Es galt zum Beispiel, umgestürzte Bäume zu beseitigen oder beschädigte Gebäude zu sichern.

Mindestens drei Autofahrer in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt starben bei wetterbedingten Unfällen - zwei wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen, ein dritter starb, als sein Anhänger im Sturm auf die Gegenfahrbahn geriet und es dabei zu einem Unfall kam.

Glimpflich ging ein Zwischenfall für die Menschen auf einer Hamburger Hafenfähre aus: Auf stürmischer Fahrt über die Elbe zerschlug am Donnerstagmorgen eine große Welle die Frontscheiben des Schiffs. Nach Polizei-Angaben wurden drei Fahrgäste leicht verletzt.

(abd / dpa)

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