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Gesprächsangebot und Konfrontation – so widersprüchlich reagiert die CDU jetzt auf Rezo

Eigentlich hatte Philipp Amthor auf das "CDU-Zerstörungs-Video" des Youtubers Rezo antworten sollen. Nachdem das Reaktionsvideo doch gecancelt wurde, meldet sich nun CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak zu Wort. Auf Twitter lädt er Rezo zum Gespräch ein. Mit dem Versprechen, Philipp Amthor komme auch.

Miteinander reden, das mache die CDU bereits seit 70 Jahren, schreibt Ziemiak im ersten von sieben sorgfältig formulierten Tweets: "Wir zerstören einander nicht, sondern wir hören einander zu". Er erzählt die Geschichte der CDU (aus CDU-Perspektive) und geht zumindest am Rande auf die Kritik Rezos ein. "Wir machen nicht alles richtig. Du hast Kritikpunkte benannt, die berechtigt sind. Wir können beim Klimaschutz noch mehr tun, mit besseren Technologien und guten Ideen", schreibt Ziemiak. Er gesteht auch ein, seine Partei habe bei der Diskussion um Uploadfilter "nicht den richtigen Ton angeschlagen".

Ob der CDU das nun besser gelingt? In einem ebenfalls veröffentlichten offenen Brief schlägt die Partei nämlich deutlich konfrontativere Töne an (Siehe unten).

Das ist Ziemiaks Thread im Wortlaut:

CDU geht in offenem Brief auf Konfrontationskurs

Die CDU hat neben den Tweets ihres Generalsekretärs am Donnerstag auch einen ganz offiziellen Antwortbrief an Rezo veröffentlicht.

Darin steht:

"Wir haben in der CDU gemeinsam überlegt, wie wir mit Deiner Kritik und der Form, in die Du sie packst, umgehen. Brauchen wir eine schnelle Reaktion? Müssen wir dem medialen Druck nachgeben? Folgen wir den vielen Hinweisen, die uns gegeben werden? Sehr hohes Tempo und extreme Zuspitzungen bestimmen fast alle Debatten dieser Tage. Wir hatten uns für eine Antwort auf derselben Ebene entschieden – für ein Video. Wir haben ein klasse Produkt erarbeitet, in dem das steckt, was die Mitarbeiter der CDU wie die Wahlkämpfer im Europawahlkampf, Landtagswahlkampf in Bremen und im Kommunalwahlkampf in zehn Ländern derzeit jeden Tag geben: Herzblut, Einsatz und Kreativität."

Die CDU geht in dem Brief erneut auf Konfrontation: "Die Währung von YouTubern sind Klickraten. Die Währung einer Volkspartei wie der CDU ist Vertrauen" heißt es dort. Deshalb hätte die Partei doch nicht mit einem schnell produzierten Video reagiert.

Die Partei macht dem Youtuber auch Vorwürfe: "Verkürzen, verzerren, verdrehen – das ist Populismus."

Versöhnlich klingen auch diese Sätze nicht:

"Auf eine steile These folgt bei uns nicht die hastige Antwort, auf eine kühne Interpretation von Statistiken reagieren wir unsererseits nicht mit vereinfachenden Schlüssen. Antworten zu geben, die über den Tag hinaus tragen, das erfordert Zeit, das erfordert Maß und Mitte."

Die verantwortungsbewusste Volkspartei gegen die klickgetriebenen Youtuber – dieses Narrativ unterscheidet stark von der freundlichen Gesprächseinladung Ziemiaks.

Diesem offenen Brief ist ein insgesamt elfseitiges PDF-Dokument angehängt, in dem die Partei Rezos Kritik aus CDU-Perspektive richtigstellen will. Darin geht es um Einkommensungleichheit in Deutschland, Bildungspolitik, Klimaschutz und Kriege. Darin verweist die CDU auf eine ganze Reihe an Studien und Statistiken um ihre Standpunkte zu untermauern.

Hier gibt es den ganzen Text der CDU als PDF zum Nachlesen.

(fh)

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