Von den Videos des Youtubers "Drachenlord1510" fühlen sich regelmäßig Tausende provoziert.
Von den Videos des Youtubers "Drachenlord1510" fühlen sich regelmäßig Tausende provoziert.youtube
Deutschland

Warum die Polizei in Bayern den "Drachenlord" schützen muss

21.08.2018, 14:2921.08.2018, 16:13

Es sind aufregende Zeiten, die das fränkische Emskirchen derzeit erlebt. Am Montag musste die Polizei in dem beschaulichen 50-Einwohner-Ort ausrücken, um den Youtube-Star "DrachenLord1510" zu schützen.

  • Trotz eines Versammlungsverbots waren Hunderte Menschen zu einer Hass-Demo gegen den YouTuber am Montag zusammengekommen.
  • Laut einem Polizeisprecher, sprachen die Beamten vor Ort 300 Platzverweise aus, ein Polizist sei bespuckt und beleidigt worden. Zudem hätten einzelne Teilnehmer Böller geworfen, sodass die Feuerwehr einen kleinen Wiesenbrand löschen musste.
  • Im Laufe des Montags hätten sich laut dem Sprecher zwischen 600 und 800 meist junge Leute in dem 50-Einwohner-Ort aufgehalten. 
Was ist da los in Emskirchen?
In sozialen Netzwerken hatten meist anonyme Nutzer für Montag zu der Veranstaltung gegen den YouTuber aufgerufen. Zwischen dem Mann und seinen Kritikern gibt es seit mehreren Jahren immer wieder Streit. Der Mann veröffentlicht unter dem Nutzernamen "DrachenLord1510" Videos über sein Leben und provoziert dabei auch mit extremen Ansichten – einmal bezeichnete er etwa den Holocaust als "nice Sache". Seine Kritiker beschimpfen ihn und machen sich unter anderem über sein Aussehen, sein Gewicht und seine Ansichten lustig. 

Der Streit des "DrachenLord1510" mit seinen "Fans":

  • Es kam auch bereits zu Straftaten – so wurden Steine durch Fenster des Hauses geworfen, in dem der Youtuber wohnt, er wurde bedroht und verletzt: Im Jahr 2016 verurteilte das Landgericht Nürnberg einen damals 24-Jährigen in dem Fall zu einer mehrjährigen Haftstrafe.
  • Neben zahlreichen anderen Straftaten hatte er einen falschen Notruf abgesetzt und damit einen großen Polizei- und Feuerwehreinsatz bei dem YouTuber ausgelöst.
  • "DrachenLord1510" forderte seine Gegner in einem seiner Videos wiederum auf: "Traut euch, kommt zu mir", er wolle die Sache von Angesicht zu Angesicht klären. Dabei nannte er auch seine vollständige Adresse.

Dieser Beitrag vom Y-Kollektiv erklärt das Phänomen gut:

Die Gemeinde war bereits vor Montag alarmiert: Das Landratsamt Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim hatte in der vergangenen Woche ein Versammlungsverbot für den Ort erlassen, weil die Behörde Straftaten befürchtete.

In den Aufrufen im Netz wurde unter anderem ein "Kampf epischen Ausmaßes" angekündigt, ein Nutzer forderte andere sogar zum Mord an dem Youtuber auf.

(pb/dpa)

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