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New Huawei foldable phone. The new Huawei Mate Xs foldable smartphone, which was unveiled on Monday. Picture date: Tuesday February 18, 2020. The new phone will be the first Huawei foldable to launch in the UK, costing ??2,299 and is set to be released in March. See PA story TECHNOLOGY Huawei. Photo credit should read: Martyn Landi/PA Wire URN:50730338 |

Huawei hat ein faltbares Telefon auf den Markt gebracht. Bild: PA Wire

Huawei: Konzern bringt Falt-Smartphone Huawei Mate Xs nach Deutschland

Huawei gibt nicht auf: Auch ohne Google-Dienste will der Konzern in diesem Jahr neue Top-Smartphones auf den deutschen Markt bringen, darunter ein faltbares Gerät. Dabei sieht selbst der Hersteller ein, dass das Huawei Mate Xs hierzulande nicht viele Abnehmer finden wird. Warum tut sich Huawei das an?

Laura Stresing / t-online

Trotz der Absage des Mobile World Congress hat Huawei am Montag seine neuen Produkte in Barcelona vorgestellt. Die Keynote wurde im Livestream übertragen. In Berlin hatten Journalisten außerdem die Möglichkeit, die neuen Produkte aus der Nähe zu begutachten und auszuprobieren.

Das kann das neue Huawei Mate Xs

Besondere Aufmerksamkeit galt dabei dem Huawei Mate Xs, einem neuen faltbaren Smartphone, das erstmals auch auf dem europäischen Markt erhältlich sein soll. Das Vorgängermodell konnte man nur in China kaufen.

Laut Huawei wurden die Faltmechanik und die Stabilität des Gerätes verbessert. Anders als bei Konkurrenzmodellen wie dem Samsung Galaxy Fold (hier geht's zum Testbericht ) wird das Display beim Huawei Mate Xs nicht nach innen, sondern nach außen umgeklappt. Eine deutlich sichtbare Schutzfolie soll Schaden und Kratzer abhalten – und darf wie beim Galaxy Fold auf keinen Fall abgepult werden. 

Display, Akku, Kamera

Ein Knopf auf der Rückseite lässt das Scharnier aufspringen und die Rückseite nach vorne klappen. So verwandelt sich das Smartphone in ein tabletartiges Gerät mit 8 Zoll Bildschirmdiagonale (etwa 20 cm) und einem nahezu quadratischen 4:3-Format. Im zusammengeklappten Zustand ist das Foldable fast fingerdick. An der Seite befindet sich ein in den Ein/Aus-Knopf integrierter Fingerabdrucksensor.

Die Kamera sitzt beim Mate Xs auf der Rückseite, und zwar ausschließlich dort. Um Selfies aufzunehmen muss der Nutzer das Gerät also aufklappen, die Kamera-App aktivieren, das Gerät wieder zuklappen und umdrehen. Ausgelöst wird dann mit einem Knopf an der Seite. Alles in allem ist das etwas umständlich. 

Probleme mit Google-Apps

Das Huawei Mate Xs kommt Mitte März für 2'499 Euro in den Handel und wird nur in ausgewählten Flagship-Stores erhältlich sein. "Aufgrund der hohen Kosten ist es kein Gerät für den Massenmarkt", räumt Huawei-Deutschlandchef William Tian im Gespräch mit t-online.de ein. Die Hauptzielgruppe seien Geschäftsleute.

Am 26. März will Huawei in Paris sein nächstes Top-Gerät für den Massenmarkt vorstellen, das Huawei P40 Pro. Bis dahin soll auch das Problem mit den fehlenden Apps und Google-Diensten beseitig sein, verspricht Tian. Er sei zuversichtlich, dass bis zu dem Vorstellungstermin fast alle in Deutschland populären Apps auch in Huaweis App Gallery verfügbar sein werden.

WhatsApp und Facebook sind nutzbar

Seit dem vergangenen Jahr darf Huawei seine neuen Geräte aufgrund von US-Handelsrestriktionen nicht mehr mit Google-Diensten anbieten. Dadurch fehlen auf den Android-Smartphones sowohl der Play Store als auch beliebte Apps wie YouTube, GMail oder Google Maps . Zuletzt warnte Google sogar ausdrücklich davor , die Apps aus einer anderen Quelle als dem offiziellen Play Store herunterzuladen.

Huawei bemüht sich um Alternativlösungen. Wer beispielsweise im Huawei App Store nach WhatsApp oder Facebook sucht, wird automatisch auf eine offizielle Download-Seite des Facebook-Konzerns weitergeleitet. "Damit bieten wir unseren Kunden einen sicheren und legalen Weg, ihre Lieblings-Apps auf einem neuen Huawei-Smartphone zu nutzen", sagt Tian. 

Angriff auf Apple und Google

Langfristig will Huawei seine eigene Plattform namens Huawei Mobile Services (HMS) als Alternative zu den Systemen von Google und Apple  positionieren. Ziel sei es, ein Ökosystem zu erschaffen, das "offener, sicherer und innovativer sei" als das der US-Giganten, sagt Tian. Dabei sei es von Vorteil, dass Huawei Hard- und Software aus einer Hand anbieten und perfekt aufeinander abstimmen könne.

Insgesamt drei Milliarden US-Dollar will Huawei in sein extrem ehrgeiziges Vorhaben investieren. Allein die App-Entwicklung soll mit einer Milliarde Dollar gefördert werden. Davon sollen 25 Millionen Dollar der deutschen Entwicklerszene zugute kommen, sagt Tian. 

Als zusätzlichen Anreiz verspricht Huawei, dass die Entwickler im ersten Jahr 100 Prozent ihrer App-Einnahmen behalten dürfen, während sich Google und Apple ihren Teil vom Kuchen nehmen. Wer beispielsweise Apps fürs iPhone oder iPad programmieren will, muss 30 Prozent seiner Einnahmen an Apple abdrücken – ein Umstand, der Unternehmen wie Spotify bereits auf die Barrikaden treibt. 

So will Huawei die Nutzer überzeugen

Dennoch: Ohne die entsprechende Kundschaft wird es schwierig, Huaweis App Store als attraktiven Marktplatz zu etablieren. Laut Unternehmensangaben zählt die App Gallery weltweit 1.3 Millionen registrierte Entwickler und 400 Millionen monatlich aktive Nutzer. Nur 28 Millionen davon leben in Europa. Mit Servern in Europa, On-Device-Datenverarbeitung und angeblich EU-konformen Datenschutzbestimmungen wirbt Huawei um das Vertrauen der Konsumenten, die ihre Daten bisher Apple oder Google anvertraut haben. 

Sollte es Huawei tatsächlich gelingen, neben Apple und Google eine dritte, starke Alternative auf dem Markt für mobile Betriebssysteme zu etablieren, wäre das nicht weniger als eine Sensation. Bislang sind alle Versuche, das Duopol aufzubrechen kläglich gescheitert. 

Und auch Huawei hält sich lieber noch eine Hintertür offen: Offiziell will der Konzern eine Rückkehr zu den Google-Diensten noch nicht gänzlich ausschließen. Doch auch das zeigt: Huawei ist noch lange nicht gewillt, seinen Status als Nummer Drei auf dem Smartphone-Markt abzugeben, sondern wird darum kämpfen – koste es, was es wolle. 

Dieser Artikel erschien zuerst auf t-online.de

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