Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
ARCHIV - ILLUSTRATION - Die Spotify-App läuft am 17.03.2014 auf einem Tablet in Berlin. Foto: Ole Spata/dpa (zu dpa

Bild: dpa/collage

Spotify schmeißt R. Kelly aus den Playlisten und rutscht in die Scheinheiligkeit 

Eigentlich sollte man Spotify keinen Vorwurf machen. Die Musik-Plattform will Künstler aus seinen Playlisten schmeißen, weil deren Songs "besonders schädliche oder hasserfüllte" Botschaften transportieren – das ist erst einmal eine gute Sache. Wer diesen Gedanken aber weiterführt, stößt auf schwer lösbare Probleme. Auch Spotify rutscht jetzt in ein Dilemma, an dem schon andere gescheitert sind.

Was ist passiert?

Konkret geht es um die Musik des Sängers R. Kelly und des Rappers XXXTentacion. Beide will Spotify nicht länger abspielen.

R. Kelly wies die Anschuldigungen zurück. Dennoch löschte ihn Spotify und bekennt sich zu einer gerade in den USA laufenden Social-Media-Kampagne: #MuteRKelly will Musik und Konzerte des Popstars boykottieren.

Gewalt gegen Kinder oder sexuelle Gewalt, könne die Art der Zusammenarbeit "verändern", erklärte dann auch Spotify. Das sei keine Zensur, man lege allerdings Wert darauf, dass die Musikangebote in dem Streamingdienst "unsere Werte spiegeln". Das Problem mit dieser Sicht der Dinge lässt sich schnell erklären:

1. Wann soll ein Anbieter denn löschen?

Seit die #metoo-Debatte unmögliche Zustände in Hollywood zu Tage gebracht hat, muss zum Beispiel auch Netflix überlegen, ob es etwa den neuen Woody Allen-Film eigentlich noch zeigen möchte oder nicht. Auch gegen Allen stehen zahlreiche Missbrauchsvorwürfe im Raum.

Aber es geht nicht nur um #metoo. Es geht auch um politische Debatten, etwa die Antisemitismus-Vorwürfe gegen die Rapper Farid Band und Kollegah und den deutschen Echo. Es geht auch um die Inhalte von Songs und Filmen. 

Die beiden Rapper haben eine Antisemitismus-Debatte ausgelöst:

All diese Debatten sind emotional aufgeladen, die Fälle höchst kontext abhängig. Nicht immer ist so klar wie in den #metoo-Fällen, wo die Wahrheit liegt und wer der Schuldige ist.

In diesem Gewirr können die Streaming-Anbieter gar nicht wirklich beantworten, wie hoch ihre "Lösch-Schwelle" liegen soll. Welche Filme und Songs sie also stehen lassen und welche fliegen:

2. Abrutschen in die Scheinheiligkeit

Wenn die Unternehmen immer nur löschen, was gerade öffentlich diskutiert wird, dann:

Wenn Spotify und Co. auf der anderen Seite aber konsequent sein wollen, dann müsste ein Großteil des Musikangebots von den Plattformen verschwinden. Man denke etwa an die oft sexistischen, homophoben und rassistischen Inhalte vieler internationaler Rap-Songs.

Der jüdische Rapper Ben Salomo spricht etwa von einem massiven Antisemitismus-Problem im Deutsch-Rap:

Das würde das Geschäftsmodell von Spotify aber schwer beschädigen. Es bleibt zu vermuten, dass genau deshalb am Schluss alles beim alten bleiben wird und das schwedische Unternehmeh hin und wieder Lippenbekenntnisse geben wird. So ähnlich ist das auch im Falle von R. Kelly. Spotify meint es bestimmt gut, aber das war es dann auch schon.

(mit afp)

Das könnte dich auch interessieren:

Militärdienst für die Jungs von BTS – das denken die K-Popstars darüber

Link zum Artikel

Politiker-Lügen, Manager-Boni: Wir leben in einer schamlosen Zeit

Link zum Artikel

Sri Lanka: Einheimische Islamisten sollen die Anschläge verübt haben

Link zum Artikel

Exklusiv: 5 unangenehme Fragen an einen White Walker

Link zum Artikel

Defekte Displays – Samsung verschiebt weltweiten Verkaufsstart des Galaxy Fold

Link zum Artikel

Diesen ekligen Sitznachbarn im Flugzeug will keiner haben

Link zum Artikel

Wie Hartz IV meine Familie verändert hat

Link zum Artikel

Trotz Verbots: Polnische Gemeinde verbrennt wieder antisemitische "Judaspuppe"

Link zum Artikel

Der Cast von "Avengers: Endgame" hat das beste Musik-Remake des Jahres herausgebracht

Link zum Artikel

Getötete Journalistin in Nordirland: Militante Gruppe veröffentlicht Bekennerschreiben

Link zum Artikel

Dieses Rätsel ist so einfach, du wirst es niemals zugeben, wenn du es nicht lösen kannst

Link zum Artikel

E-Auto als Klimasünder? Neue Tesla-Studie sorgt für Wut – weil sie Mängel aufweist

Link zum Artikel

Das? Das ist nur die wohl umfangreichste Schatzkarte aller bisherigen Zeiten

Link zum Artikel

PAOK Saloniki wird erstmals seit 34 Jahren Meister – und die Ultras drehen völlig ab

Link zum Artikel

FPÖ provoziert mit "Ratten-Gedicht" über Geflüchtete – Kanzler Kurz: "abscheulich"

Link zum Artikel

Sex-Szene bei "Game of Thrones" – die Fans flippen aus

Link zum Artikel

Erdbeben auf den Philippinen: Hier stürzt ein Hochhaus-Pool auf die Straße

Link zum Artikel

Sie eiferte Steve Jobs nach – und wurde zur größten Betrügerin im Silicon Valley

Link zum Artikel

Sri Lanka: Zahl der Todesopfer steigt auf 310 – Hinweise auf "Vergeltung" für Christchurch

Link zum Artikel

Journalistin macht sich über Enissa Amani lustig – deren Fans starten eine Insta-Hetzjagd

Link zum Artikel

An Hitlers Geburtstag legt die Schweiz die Nazi-Elf aufs Kreuz

Link zum Artikel

Böhmermann macht aus "GoT" die "Game of Shows" – mit Gottschalk und LeFloid

Link zum Artikel

Influencerin geht in Neuseeland baden – und wird dafür abgestraft

Link zum Artikel

Ukraine-Wahl: Komiker Selenskyj neuer Präsident

Link zum Artikel

"Game of Thrones": Ein beliebter Charakter lebt noch

Link zum Artikel

So instrumentalisieren rechte Ideologen den Brand von Notre-Dame für ihre Zwecke

Link zum Artikel

Diese Iranerin zog ihr Kopftuch aus und muss jetzt ein Jahr ins Gefängnis

Link zum Artikel

Hartz-IV-Sanktionen in der Schulzeit: "Ich lebte von 30 Euro im Monat"

Link zum Artikel

"Wir sind nicht bei der WM!" Club aus Brandenburg hat 5 Regeln für Helikopter-Eltern

Link zum Artikel

Bei der Hillsborough-Tragödie sterben 96 Fans – und werden dafür beschuldigt

Link zum Artikel

Vermisst und wieder aufgetaucht – 7 Fälle von Kindern, die verschwunden waren

Link zum Artikel

Der HSV wirbt mit seinen Fans – nur sind's keine Hamburger. Sondern Magdeburger!

Link zum Artikel

Weil Erdogan kam, drang die Polizei in das Büro dieses Abgeordneten ein – jetzt klagt er

Link zum Artikel

"Junge Mädchen werden hier kaputtgefickt" – Ex-Prostituierte will Sexkaufverbot erreichen

Link zum Artikel

Erstes Foto von einem Schwarzen Loch – und das Internet so 🤷‍♀️

Link zum Artikel

Findest du heraus, welche dieser traurigen Tier-Fakten stimmen?

Link zum Artikel

Die coolste Socke gehört auf den "GoT"-Thron! #TeamTyrion

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Wikileaks-Gründer Assange in London verhaftet – USA will ihn ausliefern lassen

Nach fast siebenjährigem Asyl in der ecuadorianischen Botschaft in London ist WikiLeaks-Gründer Julian Assange festgenommen worden. Die britische Polizei teilte am Donnerstag mit, sie habe Erlaubnis bekommen, die Botschaft zu betreten, nachdem die Regierung in Quito ihr Asyl für Assange zurückgezogen habe.

Wikileaks befürchtet, dass die Behörden in den USA Assange wegen der Enthüllung brisanter Informationen den Prozess machen und ihn womöglich lebenslang hinter Gittern bringen wollen.

Ecuadors …

Artikel lesen
Link zum Artikel