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Apple schlägt zurück – 8 Gründe, warum sich die Keynote lohnt

Am Dienstagabend hält der iPhone-Hersteller seine wichtigste Produkteshow ab. Selten war die Ausgangslage spannender.

Daniel Schurter / watson.ch

Am Dienstag, 19.00 Uhr, beginnt im Steve Jobs Theater in Cupertino die Keynote des Jahres. Apple-Chef Tim Cook und weitere überbezahlte Darsteller führen ein Stück auf, das an Dramatik kaum zu überbieten ist.

Für die erfolgsverwöhnten Kalifornier steht viel auf dem Spiel: Es gilt, die globale Smartphone-Krone zu verteidigen und das angekratzte Image aufzupolieren als innovativer Hersteller von sicheren Produkten.

Die (voraussichtlich) rund zweistündige Darbietung lohnt sich nicht nur für hartgesottene Fans und Hater. Die Apple-Show wird nämlich folgendermaßen angekündigt:

"By Innovation Only"

Vollmundiges Versprechen von Apple –
steht so auf der Einladung.

Wer besteigt den Eisernen Thron?

Am Dienstagabend fällt die Vorentscheidung, wer sich 2019 die Smartphone-Krone sichert. Dann erfahren wir, mit welchen neuen iPhones Apple die Konkurrenz auf Abstand halten will. Oder sogar den Vorsprung ausbauen kann.

Im Segment der Premium-Mobilgeräte, die 600 Dollar oder mehr kosten, dominieren drei Unternehmen:

Die Großen im Premium-Segment geben der Branche die Hardware-Trends vor. Sie bestücken ihre Flaggschiff-Produkte mit der neusten und besten Technik, seien dies Kameras, Prozessor, Touch-Screen, Akku oder Biometrie-Sensoren.

"Das europäische Geschäft von Apple ist größer als das Geschäft in China."

Gene Munster, Zheng Li

Wie bei "Game of Thrones" gilt auch in der realen Wirtschaftswelt: Wenn ein Königreich attackiert wird, bzw. ein Techkonzern schwächelt, versuchen andere zu profitieren.

BEIJING, CHINA --- MAY 1: A young woman shops for an Apple iPhone at an electronics market in Beijing, China on May 1, 2008. It is technically illegal to sell iPhones in China., BEIJING CHINA PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: DennisxDrenner 9862100002

Das iPhone legte 2008 in China (inklusive Hongkong) einen Fehlstart hin. Schon damals kritisierten Analysten den Verkaufspreis als zu hoch, was sich nicht bestätigte. Bild: imago stock&people

Samsung hat im März und im August vorgelegt, Huawei wird das Mate 30 und Mate 30 Pro am 19. September präsentieren. Allerdings ohne Google Play Store und andere populäre Apps, was die Verkaufsaussichten in Europa massiv trübt.

Marktforscher gehen davon aus, dass Apple und Samsung von Huaweis Schwächung wegen des US-Boykotts profitieren. Wobei die Situation in China umgekehrt ist. Dort verkaufen sich nicht-chinesische Handys zunehmend schwer, wenn der Handelskrieg mit den Vereinigten Staaten anhält.

Laut den Marktforschern von Loup Ventures lag Apple im jüngsten Geschäftsquartal noch mit 42 Prozent Marktanteil weltweit vorn. Huawei und Samsung machten rund 40 Prozent aus, beide mit Googles Android-Betriebssystem. Die restlichen 18 Prozent des Marktes wurden von Google (Pixel) und einer Vielzahl chinesischer Hersteller gehalten, darunter OnePlus, Oppo, Xiaomi und wie sie alle heißen.

Außen vor lassen wir die neue Kategorie der Falt-Handys von Samsung und Huawei, die einen klassischen Fehlstart hingelegt haben. Mit ihren astronomischen Preisen werden sie wohl nur wenige User hinter dem Ofen hervorlocken.

Apple streamt beim größten Widersacher

Apple überträgt die Keynote nicht nur auf seiner Website (und via App), sondern auch über seinen offiziellen YouTube-Kanal.

Noch nie zuvor habe Apple die Video-Plattform von Google genutzt, um einen Live-Event zu hosten, hält Apple Insider fest. Warum ändert sich das ausgerechnet dieses Mal?

Der (rote) Elefant im Raum

(190323) -- BEIJING, March 23, 2019 (Xinhua) -- Apple CEO Tim Cook speaks at the Economic Summit of China Development Forum 2019 in Beijing, capital of China, March 23, 2019. The three-day China Development Forum, which kicked off Saturday, will focus on key issues such as the supply-side structural reform, new measures of proactive fiscal policy, and the opening-up of the financial sector and financial stability. More than 50 officials from the Chinese central government s departments and over 150 overseas delegates will participate in the forum, including 96 executives from the world s leading companies and nearly 30 globally well-known scholars. (Xinhua/Cai Yang) CHINA-BEIJING-DEVELOPMENT FORUM (CN) PUBLICATIONxNOTxINxCHN

Bild: www.imago-images.de

Fünf Buchstaben. Ein Riesenproblem.

Apple kann nicht ohne China. Und mit China wird es immer schwieriger, wie auch die jüngsten Enthüllungen über arbeitsrechtliche Verstöße bei Foxconn zeigen.

Fakt ist: Im Weißen Haus wütet ein größenwahnsinniger Egomane und führt einen Wirtschaftskrieg in Fernost mit unabsehbaren Folgen.

China ist nicht nur Wirtschaftsgroßmacht, sondern auch ein Unrechtsregime, dessen langer Arm weit über den "Great Firewall" reicht. Die Regierung in Peking lässt Freund und Feind überwachen und digital ausspionieren.

Dass die Sicherheit von iPhone- und Android-Usern durch massive Hackerattacken massiv beeinträchtigt wird, nehmen die Verantwortlichen als Kollateralschaden in Kauf.

Und was tun die rivalisierenden Techkonzerne? Sie schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu und üben sich in juristischen Wortklaubereien, statt über die Hintergründe und Hintermänner der Attacken zu informieren.

Immerhin hat Apple in einer aktuellen Mitteilung bestätigt, dass sich der jüngste Hackerangriff gegen die Uiguren gerichtet hatte. Wohl wissend, dass es sich damit nicht hat.

Am Dienstag hat Tim Cook die perfekte Bühne, um das Vertrauen verunsicherter User zurückzugewinnen und um Maßnahmen anzukündigen im Kampf gegen Hacker. Seien dies gewöhnliche Kriminelle oder Angreifer im Staatsauftrag. Und ganz egal, ob sie aus dem Reich der Mitte stammen oder aus Apples Heimatland – Snowden lässt grüßen!

Wenn der letzte Vorhang fällt ...

Jan. 24, 2012 - London, LONDON, UK - London, UK. London-born designer Jonathan Ive the senior vice president of Industrial Design at Apple talks to the media on a large screen about the influence the Design Museum has had on him. The Design Museum in London today unveiled plans to create a new Museum of Design and Architecture. The museum will be housed in The former 1960 s abandoned building of The Commonwealth Institute in High Street Kensington, London. The 80million GBP refit by architect John Pawson will open to the public in 2014. Photo credit : Stephen Simpson/LNP PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAl94_

Jony Ive stand nicht gern auf der Bühne. Bild: www.imago-images.de

Jony Ive geht.

Das ist ein brutaler Verlust für Apple.

Auch wenn gemäß offizieller Darstellung alles halb so schlimm sein soll und er ein bisschen bleibe.

Sicher ist: Der Brite mit US-Pass scheidet Ende 2019 aus dem Unternehmen aus und macht sich selbstständig. Am Dienstag könnte seine letzte Keynote sein.

Jony Ive war nie eine Rampensau. Wird Apple seinem wertvollsten Mitarbeiter den (gewünscht) leisen Abschied gewähren, oder den Abgang PR-mäßig ausschlachten? Und wer versucht in Jonys gewaltige Fußstapfen zu treten?

Damit kommen wir zur delikaten Frage, ob Jony Ive, der das Apple-Design während mehr als zwei Jahrzehnten prägte, mit einem eher unschönen Design-Fail abgeht ...

Design-Fail oder Genie-Streich?

Wie sieht sie aus, die Dreifach-Kamera auf der Rückseite des neuen iPhones? Ist es tatsächlich ein unansehnlicher Klotz mit abgerundeten Ecken, der aus dem Gehäuse hervorragt, oder hat Jony Ive noch knapp die Kurve gekriegt?

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Zwei mögliche Designs: Man beachte die Positionierung des Apple-Logos. Bild: screenshot twitter

Mehr wollen wir an dieser Stelle nicht über die 2019er-iPhones spekulieren, bis auf eine Neuerung ...

Ultra Wide Band

Laut ernstzunehmenden Gerüchten sind die neuen iPhones mit einem Sensor für Ultra Wide Band (UWB) bestückt.

"Ultra-Breitband ist eine stromsparende Funktechnologie mit kurzer Reichweite, die eine präzisere Positionierung im Innenbereich ermöglicht als Bluetooth LE und WLAN."

Apple-Analyst Ming-Chi Kuo

Diese Technologie soll in Zusammenhang mit einem neuen Zubehör aus Cupertino wichtig werden: Angeblich will Apple kleine runde Chips (siehe Bild oben) lancieren, die es ermöglichen, den Standort auf wenige Zentimeter genau zu bestimmen. Glaubt man den unbestätigten Berichten, dann ist eine Art Bluetooth-Tracker à la Tile geplant, nur viel genauer.

Die User können einen münzenartigen Chip an den Schlüsselbund hängen, im Portemonnaie platzieren oder an jedem nur denkbaren persönlichen Gegenstand befestigen.

Wenn man den Gegenstand nicht mehr findet, setzt man den angehängten Tracker in den "Verlorenen Modus". Sobald dann ein anderer iPhone-User auf das verlorene Objekt stößt, lassen sich die Kontaktinformationen einsehen und der Besitzer per Anruf oder Nachricht kontaktieren.

Dunkle Wolken über der iCloud

Nur kurz: Während der Testphase für die neue iPhone-Software iOS 13 wurden in den vergangenen Wochen beunruhigende Berichte von Software-Entwicklern publik. Und zwar über Synchronisierungs-Probleme bei iCloud.

"Der diesjährige Beta-Release-Zyklus für alle Apple-Betriebssysteme war ein Chaos. Die Monate seit der WWDC im Juni waren eine schreckliche Erfahrung für Kunden und Entwickler gleichermaßen, und das eigentliche Zentrum des Chaos war der iCloud-Synchronisierungsdienst."

So zitierte der Techblog iMore aus einem "Rant" eines bekannten App-Entwicklers. quelle: imore.com

Kriegt Apple die Probleme rechtzeitig in den Griff – oder ist gar die Veröffentlichung von iOS 13 gefährdet?

The Next Big Thing?

Es gibt schon länger Hinweise, dass Apple hinter den Kulissen an ein paar wirklich großen Kisten arbeitet. Oder an einer Riesenkiste, wie etwa einem selbstfahrenden Auto ...

Beim reichsten Unternehmen der Welt wird viel Geld ausgegeben, um "das nächste große Ding" zu finden. Wobei sich Apple nicht gerne in die Karten blicken lässt und neue Produkte traditionell erst präsentiert, wenn sie fertig sind*.

* Ausnahmen bestätigen die Regel, wie die nie in den Verkauf gelangte Ladematte Airpower bewiesen hat.

Das Wichtigste in Kürze

Du willst wirklich schon vor der Keynote am Dienstag wissen, wie die nächste iPhone-Generation bestückt ist und was Apple sonst noch alles in der Pipeline hat? Nach der obligatorischen Spoiler-Warnung gibt's die, äh, halbharten Fakten.

Von der Keynote erwarten wir:

Zum Schluss gibt's eine Auswahl zuverlässiger Tech-Journalisten und ihrer Prognosen zur Keynote des Jahres.

Diese neuen Emojis gibt's im September bei Apple

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