Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Demo Gegen Uploadfilter, EU-Urheberrechtsreform DEU, Deutschland, Germany, Berlin, 02.03.2019 Demonstranten mit Plakat Rettet das Neuland und No artikel 13 und 11 auf der Demonstration Uploadfilter Nein Danke, Save the Internet, Das Internet ist in Gefahr, und du kannst es retten, gegen die Urheberrechtsreform am digitalen Binnenmarkt, die drohende Zensur auf Social-Media-Seiten, Ausbremsung des freien Informationsflusses im Internet, und gegen die Online Ueberwachung der Geheimdienste bei einer Demonstration des Buendnisses Berlin gegen 13 gegen Uploadfilter und EU-Urheberrechtsreform im Artikel 13 in Berlin. Die Demo von einem globalen Buendnis aus Buergerrechtsbewegungen wie Piratenpartei, Linke etc ist fuer einen besseren Schutz der Privatsphaere aus und ist geegn die Urherberrechtsreform im digitalen Binnenmarkt von Europa. Protestor

Bild: www.imago-images.de

50.000 gegen Axel Voss – die Artikel 13-Demo in Berlin

Eine Mischung aus wichtigen Themen und dem ersten richtigen Frühlingstag hat am Samstag bis zu 50.000 Menschen auf die Straßen in Berlin gespült. Ihr Ziel: Die geplante Urheberrechtsreform der EU stoppen. (Warum die Reform so viele Leute auf die Straße treibt, könnt ihr hier nachlesen.)

hagen terschüren, berlin

Diese hohe Zahl hat auch die Veranstalter und die Polizei überrascht und die Demo-Route musste spontan verlegt werden, weil der ursprüngliche Weg durch zu enge Straßen geführt hätte.

Der "Antreteplatz" war der Potsdamer Platz, der über die gewählte Strecke 2,5 Kilometer von der SPD-Zentrale im Willy-Brandt-Haus entfernt liegt. Ziemlich viele Menschen also. So viele Menschen, dass es Google, Facebook und Co. 22.500.000 Euro gekostet hätte, alle Teilnehmer mit 450 Euro zu bezahlen – eine Behauptung, die der CDU-Europaabgeordnete Daniel Caspary heute in der Bild aufgestellt hat.

Eine Behauptung, für die wir keine Beweise finden konnten (die aber offenbar hier ihren Ursprung hat) und die bei über 100.000 Menschen, die in Deutschland insgesamt gegen die Urheberrechtsreform protestierten, auch ziemlich teuer geworden wäre.

Aber zum Thema Urheberrechtsreform sind die Europapolitiker der CDU um Axel Voss ja nicht zum ersten Mal auffällig geworden.

Bild

bild: hagen terschüren

Wie zum Beispiel auf dem Schild der 18-jährigen Lea, die in Uploadfiltern eine große Bedrohung für die Meinungsfreiheit sieht. Denn selbst, wenn die Uploadfilter genau so funktionierten, wie vorgesehen, sieht Lea einen unbeschränken Upload als "wichtig für den politischen Diskurs"

Bild

bild: hagen terschüren

Diana (23), Isabel (30), Jette (21) und Dimitri (21) haben Angst, dass Uploadfilter zu einer Einschränkung von Kreativität führen können. Aber vor allem Diana hat auch ein größeres Anliegen. Ihr war es nämlich auch sehr wichtig zu demonstrieren, um ein Zeichen zu setzen und junge Menschen politisch zu mobilisieren – nicht nur auf der Straße, sondern auch an den Wahlurnen.

Für unentschiedene Wähler dürfte dabei auch wichtig sein, was die Parteien über Uploadfilter denken. Darum wird es viele Teilnehmer gefreut haben, dass fast alle Parteien gut sichtbar und mit vielen Mitgliedern vertreten waren. Einzig die CDU/CSU und die AfD (deren Politiker sich sogar gegen Uploadfilter ausgesprochen haben) konnten keine sichtbare Anhängerschaft mobilisieren.

Tiemo Wölken von der SPD

Bild

bild: hagen terschüren

Und nicht nur die Vertreter der Jugendorganisationen waren am Demonstrieren. Noch am Potsdamer Platz sind wir Tiemo Wölken, einem EU-Abgeordneten der SPD und quasi das Gegenstück zu Axel Voss, über den Weg gelaufen. Keine Stunde, bevor dieses Bild entstanden ist, hat er seine Parteikollegen überredet, im Europaparlament gegen die Uploadfilter zu stimmen.

Als Hauptgrund für seine Abneigung gegenüber der Urheberrechtsreform sagt Wölken, dass die Filter "gar nicht existieren können. Es gibt keine Technik, die das rechtssicher umsetzt und das größte Problem ist, dass sehr viele Leute, die gerade den Gesetzestext schreiben, einfach nicht verstehen, dass sie so nicht funktionieren können und einfach der Sachverstand an der Stelle fehlt. Und auch einfach der Verstand dafür fehlt, wie wichtig diese Sache einfach für junge Menschen ist."

Wenn man sie die Zusammensetzung der Demonstration anguckt, ist dieses Thema wirklich vor allem jungen Menschen besonder wichtig. Der Altersdurchschnitt dürfte niedrig genug gewesen sein, um im Supermarkt nach Personalausweis gefragt zu werden. Und auch das Klischee, dass Netzthemen Nerdthemen sind, wurde nicht bestätigt, denn die Teilnehmer kamen aus allen Schichten und Subkulturen.

Dabei konnte man auch beobachten, wie gut die Stimmung und wie gering die Berührungsangst war, denn schon auf dem Potsdamer Platz kamen Menschen, die sich noch nicht kannten und augenscheinlich auch sonst nie Kontakt miteinender hätten, wegen ihrer Demoschilder ins Gespräch und sind auch über die ganze Demonstration zusammengeblieben.

Bild

bild: hagen terschüren

Überhaupt konnten sich durch die große Menschenmenge viele Blöcke finden oder spontan gründen und alle Teilnehmer haben ihre eigene Nische gefunden, wo sie sich wohlfühlen konnten. Vorne gab es die Lauten, die "Wir sind keine Bots!" und "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Freiheit raubt" skandierten und mit Trillerpfeifen ordentlich Lärm machten.

Wie es sich für Berlin gehört gab es auch einen Technowagen, hinter dem sich eine tanzende Menge bewegte. Wirklich laut wurde es aber, als die Teilnehmerzahlen der anderen Demos in Deutschland durchgesagt wurden und klar wurde, dass über 100.000 Menschen unterwegs waren.

Ob diese Zahl gereicht hat, wird sich am Dienstag, den 26 März zeigen. Denn da wird das EU-Parlament über die Urheberrechtsreform abstimmen.

Interview Können die Artikel 13-Demos heute überhaupt etwas bewegen, Julia Reda?

Das könnte dich auch interessieren:

Militärdienst für die Jungs von BTS – das denken die K-Popstars darüber

Link zum Artikel

Politiker-Lügen, Manager-Boni: Wir leben in einer schamlosen Zeit

Link zum Artikel

Sri Lanka: Einheimische Islamisten sollen die Anschläge verübt haben

Link zum Artikel

Exklusiv: 5 unangenehme Fragen an einen White Walker

Link zum Artikel

Defekte Displays – Samsung verschiebt weltweiten Verkaufsstart des Galaxy Fold

Link zum Artikel

Diesen ekligen Sitznachbarn im Flugzeug will keiner haben

Link zum Artikel

Wie Hartz IV meine Familie verändert hat

Link zum Artikel

Trotz Verbots: Polnische Gemeinde verbrennt wieder antisemitische "Judaspuppe"

Link zum Artikel

Der Cast von "Avengers: Endgame" hat das beste Musik-Remake des Jahres herausgebracht

Link zum Artikel

Getötete Journalistin in Nordirland: Militante Gruppe veröffentlicht Bekennerschreiben

Link zum Artikel

Dieses Rätsel ist so einfach, du wirst es niemals zugeben, wenn du es nicht lösen kannst

Link zum Artikel

E-Auto als Klimasünder? Neue Tesla-Studie sorgt für Wut – weil sie Mängel aufweist

Link zum Artikel

Das? Das ist nur die wohl umfangreichste Schatzkarte aller bisherigen Zeiten

Link zum Artikel

PAOK Saloniki wird erstmals seit 34 Jahren Meister – und die Ultras drehen völlig ab

Link zum Artikel

FPÖ provoziert mit "Ratten-Gedicht" über Geflüchtete – Kanzler Kurz: "abscheulich"

Link zum Artikel

Sex-Szene bei "Game of Thrones" – die Fans flippen aus

Link zum Artikel

Erdbeben auf den Philippinen: Hier stürzt ein Hochhaus-Pool auf die Straße

Link zum Artikel

Sie eiferte Steve Jobs nach – und wurde zur größten Betrügerin im Silicon Valley

Link zum Artikel

Sri Lanka: Zahl der Todesopfer steigt auf 310 – Hinweise auf "Vergeltung" für Christchurch

Link zum Artikel

Journalistin macht sich über Enissa Amani lustig – deren Fans starten eine Insta-Hetzjagd

Link zum Artikel

An Hitlers Geburtstag legt die Schweiz die Nazi-Elf aufs Kreuz

Link zum Artikel

Böhmermann macht aus "GoT" die "Game of Shows" – mit Gottschalk und LeFloid

Link zum Artikel

Influencerin geht in Neuseeland baden – und wird dafür abgestraft

Link zum Artikel

Ukraine-Wahl: Komiker Selenskyj neuer Präsident

Link zum Artikel

"Game of Thrones": Ein beliebter Charakter lebt noch

Link zum Artikel

So instrumentalisieren rechte Ideologen den Brand von Notre-Dame für ihre Zwecke

Link zum Artikel

Diese Iranerin zog ihr Kopftuch aus und muss jetzt ein Jahr ins Gefängnis

Link zum Artikel

Hartz-IV-Sanktionen in der Schulzeit: "Ich lebte von 30 Euro im Monat"

Link zum Artikel

"Wir sind nicht bei der WM!" Club aus Brandenburg hat 5 Regeln für Helikopter-Eltern

Link zum Artikel

Bei der Hillsborough-Tragödie sterben 96 Fans – und werden dafür beschuldigt

Link zum Artikel

Vermisst und wieder aufgetaucht – 7 Fälle von Kindern, die verschwunden waren

Link zum Artikel

Der HSV wirbt mit seinen Fans – nur sind's keine Hamburger. Sondern Magdeburger!

Link zum Artikel

Weil Erdogan kam, drang die Polizei in das Büro dieses Abgeordneten ein – jetzt klagt er

Link zum Artikel

"Junge Mädchen werden hier kaputtgefickt" – Ex-Prostituierte will Sexkaufverbot erreichen

Link zum Artikel

Erstes Foto von einem Schwarzen Loch – und das Internet so 🤷‍♀️

Link zum Artikel

Findest du heraus, welche dieser traurigen Tier-Fakten stimmen?

Link zum Artikel

Die coolste Socke gehört auf den "GoT"-Thron! #TeamTyrion

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Martin van Lessen 24.03.2019 11:42
    Highlight Highlight Für den Voss geht es nur noch um Gesichtswahrung und Macht. Es scheint, dass es in weiten Teilen der CDU überhaupt keine demokratische Kultur gibt. Einer macht einen Vorschlag, dann wird das ohne Sinn und Verstand durchgeboxt.

    Wenn einem modernen Manager so viele Bedenken von Team oder Kunden zugetragen würden, dann wird die Sache gestoppt und nochmal in Ruhe nach besseren Lösungen gesucht.

    Die Interessen der GEMA kann man auch anders berücksichtigen, so dass Grundrechte nicht gefährdet werden.
  • 03_szust 24.03.2019 00:09
    Highlight Highlight So, es ist getan worden was getan werden konnte. Jetzt heisst es warten.
  • commentator 23.03.2019 21:30
    Highlight Highlight Uploads müssen grundsätzlich für alles und jeden offen stehen !

    Alles was unangenehm, „unmoralisch“ oder political ic ist soll gefiltert oder gelöscht werden? Jetzt kommen auch noch die Urheberrechtsschützer um die Ecke und möchten unerlaubte Verbreitung untersagen. Jeder Journalist sollte doch froh sein so oft wie möglich zitiert oder verlinkt zu werden. Jeder Zeitungsartikel der geteilt wird ist ein Gewinn. Jede Musik die geteilt wird ist Balsam für die Seelen auch derer die sich keine kostspieligen Abos leisten können.

AfD-Politiker will Wählerinnen auf Tinder treffen – und kassiert Körbe am laufenden Band

Tinder ist tot. Spätestens jetzt.

Der Dresdner AfD-Politiker Jonas Dünzel kandidiert bei der Europawahl am 26. Mai und sucht dafür nach Wählern. Na ja, offenbar vor allem nach Wählerinnen – denn Dünzel ist seit Wochenbeginn auf der Dating-Plattform Tinder unterwegs.

Dort erklärt Dünzel sich als "AfD-Kandidat zum Anfassen" – dazu erklärt er in einem Werbevideo, das er am Dienstag auf Facebook veröffentlichte: "Swipe einfach nach rechts und lass uns über die Zukunft Europas reden."

Der Satz kommt …

Artikel lesen
Link zum Artikel