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Facebook CEO Mark Zuckerberg testifies before a House Financial Services Committee hearing on Capitol Hill in Washington, Wednesday, Oct. 23, 2019, on Facebook's impact on the financial services and housing sectors. (AP Photo/Andrew Harnik)

Mark Zuckerberg. Bild: Andrew Harnik/AP

US-Demokraten-Star Ocasio-Cortez bringt Zuckerberg in Erklärungsnot

Mark Zuckerberg wollte nur seine Facebook-Währung Libra verteidigen. Doch dann kam Alexandria Ocasio-Cortez.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg musste am Mittwoch in einer Anhörung vor dem US-Kongress seine umstrittene Digitalwährung Libra verteidigen. Zuckerberg sagte, Libra werde erst an den Start gehen, wenn alle Bedenken von Regulierern ausgeräumt sind.

Zuckerberg zeigte bei der Anhörung im US-Kongress etwas überraschend Verständnis dafür, dass Facebook nach Skandalen und Kritik der vergangenen Jahre einen schweren Stand als Urheber des Projekts hat.

"Wir haben in den vergangenen Jahren viele Probleme gehabt. Und ich bin sicher, Leute wünschen sich, dass irgendjemand anderes mit der Idee kommt, nur nicht Facebook", erklärte Zuckerberg.

U.S. Rep. Alexandria Ocasio-Cortez (D-NY)  speaks during a town hall in New York, U.S., October 3, 2019.  REUTERS/Lucas Jackson

Alexandra Ocasio-Cortez. Bild: X90066

Facebook macht kein Fact-Checking

Eines dieser "Probleme" war die Zusammenarbeit mit der Datenfirma Cambridge Analytica. Abertausende von User-Daten wurden aus dem sozialen Netzwerk entwendet, ohne dass die Benutzer davon wussten, oder sich gar damit einverstanden gaben.

Aus den Daten der User wurden psychologische Profile konstruiert, welche unter anderem die Trump-Kampagne zu nutzen wusste. Noch unentschlossene Wähler in wichtigen Wahlkreisen wurden mit Werbung zugebombt, bis sie Trump und nicht Hillary Clinton die Stimme gaben. Dabei legte die Zuckerberg-Firma weder Wert auf die Privatsphäre der User, noch auf den Wahrheitsgehalt der politischen Werbung. So, die Kurzzusammenfassung.

Nach der Wahl Trumps und dem Auffliegen des Cambridge-Analytica-Skandals versprach Facebook Besserung. Doch heute, ein Jahr bevor in den USA wieder gewählt wird, ist davon wenig zu sehen.

Erst kürzlich ließ Nick Clegg, der PR-Chef des Online-Netzwerks, verlauten, dass Facebook Äußerungen von Politikern auch jetzt nicht auf Fakten überprüfen werde und grundsätzlich auf der Plattform lasse, auch wenn sie gegen die Inhaltsregeln der Plattform verstießen.

Dies hat dem Unternehmen viel Kritik beschert. Nicht zuletzt von der aussichtsreichen Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren, welche Zuckerberg den Kampf angesagt hat.

AOC nutzt ihre fünf Minuten

Am Mittwoch hat nun ein weiteres demokratisches Schwergewicht den Facebook-CEO in die Mangel genommen. Shooting-Star Alexandria Ocasio-Cortez, auch AOC genannt, nahm Zuckerberg während der Anhörung ziemlich auseinander, sodass er in Erklärungsnot geriet, oder gar nicht mehr wusste, was er sagen sollte.

Bereits gestern fragte AOC auf Twitter ihre Follower, was sie Zuckerberg fragen würden, wenn sie fünf Minuten Zeit hätten. Offenbar wurde sie von Antworten überhäuft.

Am Mittwoch schritt AOC dann zur Tat. Sie fragte den Facebook-Chef: "Dürfte ich eine Facebook-Werbung schalten, die sagt, dass ein republikanischer Kandidat den Green New Deal unterstützen will?" (Ein Republikaner würde den Green New Deal nie unterstützen.)

Zuckerberg musste die Frage nochmals wiederholen lassen und sagte dann: "Ich weiß das jetzt gerade nicht."

Ocasio-Cortez ließ nicht locker und nagelte ihn fest. "Darf ich eine Lüge posten? Das ist eine einfache Ja-oder-Nein-Frage."

Der Facebook-Chef wollte auch auf diese Frage keine konkrete Antwort geben. Doch sein Zaudern entlarvte ihn. So gilt auch im Jahr 2019: Natürlich darf ein Politiker Lügen posten, es wird keine Konsequenzen haben. Offenbar ist Facebook der Profit nach wie vor wichtiger als die Wahrheit.

(cma)

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