Digital
Bild

getty-watson.ch-montage

Kartellamt verpasst Facebook blaues Auge – muss Zuckerberg das Datensammeln einstellen?

Das Bundeskartellamt will Facebook verbieten, über Drittanbieter unbegrenzt Daten von Facebook-Nutzern zu sammeln. Was hinter der Diskussion steckt.

Laura Stresing / t-online

Was ist passiert?

Mehr als zwei Jahre hat das Bundeskartellamt untersucht, wie Facebook seine Nutzer im Internet verfolgt und ob es damit gegen Wettbewerbsregeln verstößt. Am Donnerstag verkündete die Bonner Behörde ihr Urteil : Facebook muss aufhören, Nutzerdaten über Apps und Webseiten von Drittanbietern abzugreifen und mit seinen eigenen Informationen zu verknüpfen.

Wie sammelt Facebook unsere Daten außerhalb des sozialen Netzwerks (selbst wenn wir Facebook gar nicht nutzen)?

Facebook sammelt Nutzerdaten nicht nur direkt auf Facebook, sondern auch ...

Dadurch weiß Facebook, was seine Nutzer ausserhalb von Facebook treiben und kann ihnen überall im Web oder in Apps passende Werbung zeigen.

Was muss Facebook nun ändern?

Das Kartellamt kritisiert die Sammlung von Daten über Drittanbieter und fordert, dass Facebook keine Informationen aus Drittquellen mehr mit Nutzerprofilen verknüpft. Das gilt auch für die konzerneigenen Dienste WhatsApp und Instagram. Facebook soll sich zuerst die ausdrückliche Einwilligung der Nutzer einholen, bevor es Daten bei Drittanbietern erhebt.

Facebook muss innerhalb von vier Monaten erklären, wie es die Vorgaben umsetzen will. Das Netzwerk hat insgesamt zwölf Monate Zeit, die nötigen Anpassungen vorzunehmen. 

Gibt es Hinweise, dass Facebook seine Macht missbraucht?

Wieso kümmert sich das Kartellamt um Datenschutz-Angelegenheiten?

Das Bundeskartellamt stört sich vor allem daran, dass Facebook-Nutzer der Datensammlung über Drittanbieter uneingeschränkt zustimmen – oder ganz auf Facebook verzichten müssen. Das sei nach geltendem Datenschutzrecht unzulässig. 

Außerdem schade Facebooks Verhalten dem Wettbewerb auf dem Werbemarkt. Durch seinen umfassenden Zugang auf Daten aus verschiedenen Quellen könne das Netzwerk seinen Service verbessern. Dadurch werde das Netzwerk "für Werbekunden immer unverzichtbarer". Die Folge: Anzeigenkunden ziehen ihre Budgets von anderen Konkurrenten ab, stecken sie in Facebook-Werbung und steigern so den Wert des Unternehmens. Diese Spirale will das Kartellamt durchbrechen. 

Wie reagiert Facebook?

Die Reaktion von Facebook kam prompt. Man werde gegen den Beschluss Beschwerde einlegen, kündigte das Unternehmen in einer Stellungnahme an. Das Netzwerk wehrt sich insbesondere gegen die Vermischung von Kartellrecht und Datenschutz

Warum ist die Entscheidung so wichtig?

Seit Jahren versuchen Politik und Datenschutzbehörden, Facebook einer strengeren Kontrolle zu unterziehen. Nun schalten sich zum ersten Mal die Wettbewerbshüter ein. Damit beschreiten sie allerdings juristisches Neuland.

Allein die Feststellung der Kartellrechtsexperten, dass Facebook eine große Marktmacht besitzt, kann enorme Konsequenzen nach sich ziehen. Sie könnte europaweite Strahlkraft haben und weiteren Regulierungsbemühungen die Tür öffnen. Nicht umsonst wehrt sich Facebook gegen die Annahme des Bundeskartellamts. Facebook sei zwar populär, aber nicht marktbeherrschend. 

Hat Facebook eine marktbeherrschende Stellung?

Das Problem ist, dass das Kartellrecht noch aus einer analogen Zeit stammt. Es fehlt eine klare Definition, wie sich Marktmacht im digitalen Raum und insbesondere bei sozialen Netzwerken äußert. 

So argumentiert Facebook, dass es durchaus mit zahlreichen anderen Anbietern um die Aufmerksamkeit der Nutzer konkurriere. Genannt werden etwa Twitter, YouTube und Snapchat. Tatsächlich lässt sich schon seit Jahren beobachten, dass sich vor allem die für die Werbeindustrie interessanten jungen Nutzer anderen Plattformen wie Snapchat zuwenden. Mit WhatsApp und Instagram kann Facebook diesen Nachteil aber ausgleichen.

Das Bundeskartellamt ist jedenfalls der Meinung, dass es "keine Alternative" zu Facebook gibt und macht das an der Funktionsweise fest. Sämtliche vergleichbare Netzwerke – beispielsweise StudiVZ oder Google Plus – sind in den vergangenen Jahren in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. 

Wie wird sich die Entscheidung auf Facebooks Geschäft auswirken?

Nach Einschätzung des Social-Media-Experten Martin Fehrensen muss sich Facebook keine Sorgen machen. Zwar gebe es immer wieder Bemühungen, das Unternehmen strenger zu kontrollieren, diese zeigen jedoch kaum Wirkung. "Der Wind weht Mark Zuckerberg mittlerweile schon kräftig ins Gesicht, zumindest in Deutschland und Europa. Ich glaube aber, der spürt das gar nicht. Es ist ja noch ein Ozean dazwischen", sagt Fehrensen. Drohende Strafen würde die Konzernspitze "einfach weglächeln". 

Zudem führe das Netzwerk die Politik schon seit Jahren "an der Nase herum". Mit der angekündigten Verknüpfung seiner Dienste setzte sich Facebook beispielsweise erneut über sämtliche wettbewerbsrechtliche Einwände und Vorgaben hinweg. Noch 2014 musste der Konzern versprechen, WhatsApp von seinem übrigen Geschäft zu trennen.

Auf das Geschäft dürfte sich die Zusammenlegung der Dienste sehr positiv auswirken, da sich Werbung anschließend noch leichter ausspielen lässt – und das auf drei der nutzerstärksten Plattformen. 

Dieser Artikel erschien zuerst auf t-online.de

Das könnte dich auch interessieren:

Segler-Paar über Gretas US-Reise: "Als würde man sich in eine Rakete setzen"

Link zum Artikel

Wie Salihamidzic die Transfers des FC Bayern vergeigte – und die Spieler dies ausnutzten

Link zum Artikel

Greta Thunberg liest auf dem Segelboot "Still" – was das über sie aussagt

Link zum Artikel

"Promi BB": Kollege von Bewohnerin stirbt – darum sagt Sat.1 Janine das nicht

Link zum Artikel

Zuschauer stellt Höcke NPD-Frage – bei seiner Antwort schmunzelt er

Link zum Artikel

Warum der FC Bayern derzeit an sich selbst scheitert – und was das mit Sané zu tun hat

Link zum Artikel

Kuss bei "Promi Big Brother" war peinlich? Von wegen: Hier kommt Stalker Joey Heindle

Link zum Artikel

BVB-Doku auf Amazon zeigt Trauma des Anschlags – so nah waren wir noch nie dran

Link zum Artikel

PR-Desaster Sané: Ex-Bayern-Coach Hitzfeld kritisiert die Bosse

Link zum Artikel

Heidi Klum postet Grotten-Foto – und muss nach Shitstorm den Beitrag ändern

Link zum Artikel

Perisic richtet Worte an Sané – und erklärt, was er nach dem Bayern-Anruf tat

Link zum Artikel

Warum Whatsapp für das iPhone massiv überarbeitet werden muss

Link zum Artikel

FC Bayern stellt Perisic auf Instagram vor – viele Fans sind wütend

Link zum Artikel

"Promi Big Brother": Beliebter Kandidat sollte keine Sendezeit bekommen

Link zum Artikel

Sané-Ersatz: Warum der FC Bayern mit Perisic alles richtig gemacht hat

Link zum Artikel

"Steh da wie ein Spacko" – Lena Meyer-Landrut kotzt sich bei ihren Fans aus

Link zum Artikel

"Promi Big Brother": Sat1 zieht Konsequenzen für alle aus Regelverstoß

Link zum Artikel

"Fortnite"-Weltmeister zockt zuhause – plötzlich steht die Polizei im Haus

Link zum Artikel

Fan fragt nach ausstehendem Helene-Fischer-Interview – Frank Elstner reagiert

Link zum Artikel

Kovac wird nach Perisic gefragt – und lässt dann seinen ganzen Transfer-Frust raus

Link zum Artikel

Überraschende Studie: Warum Motz-Kinder später mehr Geld verdienen

Link zum Artikel

Frisch getrennt & frisch verliebt? Miley Cyrus küsst schon eine Neue

Link zum Artikel

Hickhack um verletzten Sané: Verbrennen die Bosse gerade ihren guten Ruf?

Link zum Artikel

Walvorhäute und zertanzte Kleider: Wolfgang Joop berichtet von der Klum-Hochzeit

Link zum Artikel

Heidi Klum übertreibt ihr Flitterwochen-Glück auf Instagram – Fans reagieren beschämt

Link zum Artikel

ZDF weist Kritik an Dunja Hayalis Interview mit Carola Rackete zurück

Link zum Artikel

Arm, einsam, krank: Doris erzählte ihre Geschichte – jetzt kommt endlich Hilfe

Link zum Artikel

Kampf um den TV-Sommer: Wie Prosieben Gegner RTL übertrumpft – und warum Zuschauer wüten

Link zum Artikel

"Bachelorette": Mit seinem Geständnis rührt dieser Kandidat Gerda zu Tränen

Link zum Artikel

"Dunja Hayali": Carola Rackete tritt erstmals im TV auf – und wird schon vorab angegangen

Link zum Artikel

"Bachelorette": Oggys Bart ist "ab" & 12 weitere hohle Highlights

Link zum Artikel

"Unglaublich hässliche Szenen" – Seenotretterin berichtet Lanz über Mittelmeer-Krise

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Du findest Facebook immer noch sympathisch? Dann lies mal diesen (geheimen) Bericht

Mark Zuckerberg kommt nicht zur Ruhe. Nun veröffentlichte E-Mails und andere Dokumente zeigen, wie der Social-Media-Koloss unliebsame Konkurrenten bekämpfte, auf den Datenschutz pfiff und die User im Dunkeln ließ.

Hier gibt's das 250-Seiten-PDF. Es enthält Screenshots des beschlagnahmten Materials, das von der Firma Six4Three stammt (siehe unten: Woher stammen die Dokumente).

Der Ausschuss für Digitales, Kultur, Medien und Sport des britischen Parlaments, der unter dem Vorsitz des konservativen Politikers Damian Collins (44) steht.

Der Ausschuss hatte Mark Zuckerberg im Zuge des Datenskandals um Cambridge Analytica im März 2018 aufgefordert, persönlich zu erscheinen. Doch dieser weigerte sich.

Der …

Artikel lesen
Link zum Artikel